Tennisspielerin Andrea Petkovic Inspiration für die bevorstehende Ochsentour

Jetzt also bereits das vierte Comeback nach langer Pause. In der Weltrangliste war sie gerade noch so in den Top 200, mittlerweile steht sie immerhin wieder auf Position 139. Petkovic muss Qualifikationen spielen, sobald ihr die Wildcards für die größeren Turniere ausgehen. Ein "Protected Ranking", also die Möglichkeit, für die Turniermeldung auf die Weltranglistenposition vor ihrer Verletzung zurückzugreifen, gibt es für sie nicht. Dieses Privileg hat sie bereits beim letzten Comeback-Versuch aufgebraucht.

Für Petkovic beginnt also das, was Profis gerne "Ochsentour" nennen: Anstrengende, lange Turnierwochen unter gewaltigem Erfolgsdruck. Umso wichtiger, dass sie sich auf ihren Körper verlassen kann. Und auf ihn hört. "All good petko", lobte Bundestrainerin Barbara Rittner via Twitter die Entscheidung, nicht gegen Wozniacki anzutreten. Damals, als Petko unter Schmerzen einfach weiterspielte, hätte Rittner am liebsten selbst für ihren Schützling das Handtuch geworfen.

Petkovic sei "erwachsen geworden" in diesem schweren Jahr, sagt sie über sich selbst. Und ein bisschen hat bestimmt auch Inspiration von außen geholfen: Tommy Haas, der ihr in Sachen Karrierepech immer noch einiges voraus hat, macht gerade vor, wie es geht. Und zuletzt trainierte sie mit ihrem Idol, Steffi Graf, deren Ehemann Andre Agassi erst in den späten Jahren seiner Profilaufbahn lernte, mit seiner Verletzungsanfälligkeit umzugehen.

Ist Andrea Petkovic also erwachsen und vernünftig geworden? Es scheint so. Ihre kindliche Freude auf und vor allem neben dem Platz behält sie jedoch hoffentlich bei. Der Petko-Dance, das Ergebnis einer Wette mit ihrem Trainer, wurde als ihre typische Siegerpose zum weltweiten Markenzeichen, später dann abgelöst von anderen ulkigen Gesten. Falls Petko in ihren Matches tatsächlich ein wenig ernster würde, dann gibt es ja immer noch Twitter: "Liebes Deutschland, ich komme morgen heim. Wenn es bis dahin nicht aufgehört hat kalt zu sein - dann gibt's auf die Fresse! Danke."