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Tennisprofi Yannick Hanfmann:"Wir nennen ihn unseren La La Boy"

Ohne einem DTB-Profi zu nahe treten zu wollen: Das Lamentieren ist traditionell manchen oft nicht fremd. Als Hanfmann am Montag erstmals überraschte in Runde eins, frohlockte er: "Das ist schmutziges, deutsches Wetter. Absoluter Heimvorteil." Dieser leichte, aber irgendwie auch tiefsinnige Geist schwebt in vielen seiner Sätze. "Er ist vorbildlich in allem. Und er fiel Alexander Waske schon vor vielen Jahren auf", sagt Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann. Der frühere Profi Waske war einer der wenigen Deutschen, die auch übers College-Tennis den Sprung schafften. "Er ist ein feiner Kerl, wir nennen ihn manchmal unseren La La Boy", sagt Lars Uebel, sein Münchner Trainer. In Anlehnung an den Film La La Land. Weil Hanfmann viel Sonnenschein aus der Zeit in L.A. in sich trägt.

Obwohl er sichtlich fiebrig aussieht und noch am Mittwoch später gar zum Arzt musste, erzählt er entspannt, wie ihn der heutige US-Topprofi Steve Johnson an der USC als Teamkollege bei den "Trojans" inspiriert habe. Offen gibt er zu, es war ein Fehler zu glauben, er könne Johnson ersetzen, als der früher Profi wurde. Er kassierte viele Niederlagen. Ebenso offen spricht er über seine Schwerhörigkeit. "Auf dem Tennisplatz ist es eher positiv, weil ich nicht alles höre, was draußen geredet wird", sagt er. Es gebe aber auch Situationen wie in der Qualifikation, in der er den Ausruf eines Schiedsrichters nicht wahrnahm. Er spielte weiter und wunderte sich, dass er nach dem Punkt nicht auch das Spiel gewonnen hatte - er hatte sich verzählt. "Ich sage es nur den Schiedsrichtern, die relativ leise reden." Meist hört er alles.

Hanfmann genießt diese Tage, denn nach der Qualifikation, als er plötzlich auf dem Center Court landete, habe "sich ein bisschen was verändert". Er habe nur an Tennis gedacht. Dass er 25 ist? "Ich sehe mich nicht als Veteran" sagt er, "ich bin immer noch in einer positiven Entwicklung und denke, da geht auch noch ein bisschen was." So sieht es aus beim La La Boy.

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