Süddeutsche Zeitung

Tennis:Williams steht vor historischem Wimbledon-Erfolg

Die US-Amerikanerin erreicht erneut das Finale. Die lebenslange Olympiasperre gegen den ehemaligen russischen Sportminister Mutko ist ungültig.

Tennis, Wimbledon: Nur noch ein Sieg fehlt zum Grand-Slam-Rekord: Serena Williams hat in Wimbledon wie im Vorjahr das Finale erreicht. In nur 59 Minuten bezwang die US-Amerikanerin die ungesetzte Tschechin Barbora Strycova 6:1, 6:2 und machte damit ihre elfte Endspiel-Teilnahme in London perfekt. Ihre Gegnerin ist dort am Samstag die Rumänin Simona Halep.

Bei einem Erfolg würde Williams durch ihren dann 24. Major-Titel mit der Australierin Margaret Court gleichziehen. Es wäre zudem der erste seit der Geburt ihrer Tochter 2017. Einen anderen Rekord hat Williams dagegen bereits sicher. Mit 37 Jahren und 291 Tagen ist sie nunmehr die älteste Grand-Slam-Finalistin in der Ära des Profitennis'. Bislang wurde die Bestmarke gehalten von der großen Martina Navratilova, die 1994 in Wimbledon exakt 33 Tage jünger war.

Die rumänische Weltklassespielerin Simona Halep kann sich in Wimbledon dagegen auch zur Nachfolgerin von Angelique Kerber küren. Die letztjährige French-Open-Gewinnerin zog am Donnerstag dank eines verdienten 6:1, 6:3 gegen die Ukrainerin Jelina Switolina erstmals ins Endspiel des Rasenklassikers in London ein.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Das ist einer der besten Momente in meinem Leben", sagte Halep nach ihrem klaren Erfolg. Vor rund 15 000 Zuschauern entwickelte sich auf dem Centre Court auf der altehrwürdigen Tennis-Anlage im Südwesten Londons zunächst eine Partie mit langen Grundlinien-Duellen. Die ersten beiden Spiele dauerten allein 20 Minuten, dann zog die ehemalige Nummer eins der Tennis-Welt davon.

In dem 72 Minuten dauernden Duell konnte die Weltranglisten-Achte Switolina in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale der Rumänin nicht genügend entgegensetzen. Nach einem ausgeglichenen Auftakt in den zweiten Satz holte sich Halep das Break zum 4:3 und sicherte sich nach 72 Minuten die Chance auf ihren zweiten Grand-Slam-Titel.

Sportpolitik, Cas: Der Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne hat die lebenslange Olympiasperre gegen den ehemaligen russischen Sportminister Witali Mutko für ungültig erklärt und für die Entscheidung formaljuristische Gründe angeführt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Mutko im Dezember 2017 wegen seiner Verwicklung in den Skandal um flächendeckendes Doping in Russland lebenslang von allen Olympischen Spielen ausgeschlossen.

Der Cas bemängelte, dass die vom IOC angeführten Regeln 44 und 59 der Olympischen Charta nicht für diesen Fall angewendet werden könnten. Eine Bestimmung beträfe nur teilnehmende Sportler oder offizielle Mitglieder der Delegationen. Dies sei im Fall Mutko bei den Winterspielen 2014 in Sotschi nicht der Fall gewesen. Auch könne der Ausschluss nicht auf alle kommenden Spiele angewendet werden.

Die Aufhebung der Sperre bedeutet jedoch nicht, dass der 60 Jahre alte Witali Mutko automatisch wieder bei Olympischen Spielen in Erscheinung treten kann. Der Cas gab diese Verantwortung an das IOC ab. Mit dem Urteil wurde ebenfalls nicht Mutkos Rolle im Dopingskandal neu bewertet.

FC Bayern: Bayern Münchens ehemaliger Profi Rafinha hat Trainer Niko Kovac im Rückblick kritisiert. Vor allem die Tatsache, dass er am letzten Bundesliga-Spieltag der vergangenen Saison gegen Eintracht Frankfurt auf der Bank bleiben musste, hat den Brasilianer hart getroffen. "Kovac wusste, was mir dieser Einsatz bedeutet hätte. Der Trainer hat mir mein Abschiedsspiel genommen. Ich war fertig, total traurig", sagte Rafinha der Sport Bild. Grundsätzlich habe es zwischen ihm und Kovac (47) "einfach nicht funktioniert, vielleicht hatte er kein Vertrauen in mich", führte der 33-Jährige weiter aus. Kovac habe ihm vor der Saison gesagt, "dass ich meine Einsätze bekomme. Aber es kam anders." Dabei habe er für die Bayern "zehn Finals gespielt, ich kann mit Druck umgehen".

Es habe, so Rafinha, "irgendetwas zwischen Trainer und Mannschaft gefehlt, vielleicht, weil er nur wenigen Spielern vertraut hat, zu selten den Kontakt zu den anderen gesucht hat." Viele Spieler seien unglücklich gewesen, es habe "viel Stress" gegeben. Er hoffe für die anstehende Spielzeit, "dass bei Niko alles gut läuft, er lernt und Dinge verbessert. Dieses Jahr hat es nicht gut funktioniert." Rafinha spielt nach seinem Abschied vom FC Bayern inzwischen in seiner Heimat Brasilien beim Traditionsklub Flamengo Rio de Janeiro. Mit den Münchnern gewann er 2013 das Triple und wurde insgesamt siebenmal deutscher Meister.

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