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Tennis:Wie gut ist Scharapowa nach ihrer Dopingsperre?

Maria Sharapova

Maria Scharapowa spielt wieder Tennis - nur wie?

(Foto: AP)
  • Nach Ablauf der Dopingsperre bestreitet Maria Scharapowa an diesem Mittwoch in Stuttgart ihr erstes Match.
  • Wie gut kann sie noch Tennis spielen, fragen sich nicht nur ihre Gegnerinnen.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen der WTA-Tour.

Elton John hätte ein Zeuge sein können. Er hat hautnah erlebt, wie sich Vorhände und Rückhände von Maria Scharapowa so entwickelt haben in den vergangenen 15 Monaten. Der Brite im Range eines Sirs war im Oktober ja als einer der wenigen Privilegierten leibhaftig mit der russischen Spielerin auf einem Tennisplatz gestanden, die ansonsten sehr, sehr wählerisch ist, was die Auswahl ihrer Gegner betrifft.

Anlässlich einer wohltätigen Aktion machte Scharapowa eine Ausnahme für einen Doppel-Auftritt, im Caesar's Palace in Las Vegas. Aber viel zu berichten wusste der Sänger später nicht. Kein Wunder: Wenn man sich allein die Bilder der Ballwechsel ansieht, ist klar: Elton John hat von Scharapowa nicht viel mitbekommen. Mit hochrotem Kopf agierend hatte der damals noch 69-Jährige schwer mit dem eigenen Spiel zu kämpfen.

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Maria Scharapowa

Die Unnahbare aus Sibirien

Mit 17 gewinnt Maria Scharapowa in Wimbledon und steigt zur bestbezahlten Sportlerin des Planeten auf. Mit 28 Jahren schockt sie mit einer positiven Dopingprobe. Ihre Karriere in Bildern.

Andererseits muss sich Elton John nicht grämen: Bis auf eine Handvoll Erdenbürger weiß auch der Rest der Menschheit nicht, wie gut Scharapowa inzwischen im Tennis ist, und zu diesen Ahnungslosen zählt sich die Betroffene im Übrigen selbst. "Ich habe hart trainiert", gab die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin einmal zu, "allerdings sind Übungseinheiten keine Matches. Es ist ein Unterschied, wenn man auf der anderen Seite des Netzes jemanden sieht." Wie etwa an diesem Mittwoch. Um 18.30 Uhr bestreitet sie dann ihr erstes Match nach Verbüßung der 15-monatigen Sperre; die nicht rechtzeitig abgesetzte Einnahme eines lange erlaubten Herzmittels war ihr zum Verhängnis geworden.

Ihre erste Gegnerin nennt das Match "tricky"

Die Italienerin Roberta Vinci wird beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart Scharapowas erste offizielle Gegnerin seit dem 26. Januar 2016 sein. Damals verlor die Russin im Viertelfinale der Australian Open gegen Serena Williams, ehe sie ihre positive Dopingprobe eingestehen musste. Vinci stand 2015 im Finale der US Open, das war bis dato ihr speziellstes Match. Als sie an diesem Montag in Stuttgart den Ansturm bei ihrer Pressekonferenz sah, schwante ihr sofort: Normal wird dieses Match nicht. "Wow, wow", sprach die 34-Jährige aus Tarent als Erstes, und noch mal: "Wow!" Statt der üblichen 100 Berichterstatter werden am Mittwochabend doppelt so viele anwesend sein, erstmals haben sich zwei Fernsehteams aus Russland akkreditiert, eines wollte mit 20 Mann anrücken, um das Spektakel einzufangen, das Scharapowas Rückkehr bedeutet.