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Neunter Tag der US Open:Boom! Bang! Peng!

Federer US Open

Roger Federer findet gegen Grigor Dimitrov kein Mittel - und scheidet aus.

(Foto: USA TODAY Sports)

Roger Federer scheitert im Viertelfinale. Die Partie von Serena Williams gleicht einem UFC-Kampf - und ein deutsches Doppel erreicht das Halbfinale. Das US-Open-Telegramm.

Manchmal ist jedes Wort zu viel, wenn man beschreiben will, was auf dem Platz passiert ist. Deshalb hier nur ein Symbolvideo vom Viertelfinale zwischen Serena Williams und Qiang Wang:

Es ist der 100. Sieg von Serena Williams bei den US Open. Gegnerin im Halbfinale: Elina Switolina.

Überraschung des Tages:

Es sieht nach einem ruhigen Abend aus: Nach dem raschen Sieg von Serena Williams geht auch Roger Federer gegen Grigor Dimitrov - der mal den Spitznamen "Baby Federer" getragen hat - in Führung, es scheint alles normal zu laufen. Dimitrov gewinnt zwar den zweiten Durchgang, doch Federer sichert sich den dritten Durchgang und hat im vierten Durchgang insgesamt sechs Breakbälle; es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Federer ein Aufschlagspiel von Dimitrov und damit das Match gewinnen wird.

Das passiert jedoch nicht, Dimitrov bringt seine Aufschlagspiele auf wundersame Weise durch, er schafft ein eigenes Break, und plötzlich wirkt Federer angeschlagen. Er lässt sich behandeln, doch es hilft nichts: Dimitrov spielt die Partie konsequent zu Ende und gewinnt 3:6, 6:4, 3:6, 6:4, 6:2. "Es ist eine Weile her, dass ich in diesem Stadion spielen durfte, also war ich erst einmal sehr nervös", sagt Dimitrov noch auf dem Platz: "Ich habe dann meinen Rhythmus gefunden und mich körperlich sehr gut gefühlt. Ich habe versucht, ihn so lange wie möglich auf diesem Platz zu halten."

Dimitrovs Trainer Andre Agassi und Radek Stepanek hatten auf die Reise nach New York verzichtet - "um mir in den Hintern zu treten", wie Dimitrov verrät. Das hat funktioniert. Im Halbfinale trifft er auf Daniil Medwedew.

Zitat des Tages:

Natürlich von Daniil Medwedew. Der kommt zu den üblichen Buhrufen ins Stadion, gewinnt dann unter Schmerzen gegen Stan Wawrinka und verdient sich so den Respekt der New Yorker.

Noch auf dem Platz sagt er:

"Ich war ein Idiot, deshalb: Sorry und vielen Dank! Ich versuche nur, ich selbst zu sein."

Später sagt er:

"Ich habe mir das verdient, normalerweise bin ich nicht so. Ich werde mich bessern."

Man könnte sagen, dass Medwedew ungefähr so mit dem Publikum spielt:

Emotionaler Moment:

Heute vor 13 Jahren endet bei den US Open die Karriere von Agassi nach einer Niederlage gegen Benjamin Becker:

Die Deutschen:

Das Duo Andreas Mies und Kevin Krawietz erreicht durch ein 7:6(4), 6:4 gegen Joao Sousa (Portugal) und Leandro Mayer (Argentinien) das Halbfinale. Sie sagen danach Sachen wie: "Wenn mir das jemand prophezeit hätte, dann hätte ich erst einmal gefragt, wie viele Biere er getrunken hat." Oder: "Das Arthur Ahse Stadium, das ist schon `ne Riesenschüssel." Oder: "Wenn wir hier gewinnen, dann nehmen wir die Freiheitsstatue nach Deutschland mit."

Mitarbeiter des Tages:

Es tanzen ja fast alle bei den US Open, aber kaum jemand derart wunderbar wie diese Frau:

Und, ein paar Stunden später:

Hingucker:

Ballwechsel für die Ewigkeit:

Elina Switolina beim Punkt zum Matchball gegen Johanna Konta:

Switolina gewinnt 6:4, 6:4.

Überraschung:

Der deutsche Qualifikant Milan Welte gewinnt beim Juniorenturnier 6:4, 6:1 gegen Karlis Ozolins. Er spielt nun in der zweiten Runde gegen Toby Alex Kodat.

Das bringt der Mittwoch:

Die Viertelfinals im Einzel:

Rafael Nadal gegen Diego Schwartzman und Gael Montfils gegen Matteo Berrettini bei den Männern.

Belinda Bencic gegen Donna Vekic und Elise Mertens gegen Bianca Andreescu bei den Frauen.

Dazu die kleine Wette: Wann nimmt Andreescu ihre erste medizinische Auszeit?

© SZ.de/bix
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