Tennis:Traurige Augen

Lesezeit: 2 min

Zum zweiten Mal nacheinander verlieren Angelique Kerber und Alexander Zverev das Finale des Hopman Cups gegen die Schweiz. Der letzte deutsche Sieger versucht sie danach aufzumuntern.

Sie bestritten einen starken Kampf - doch letztlich wurde dieser nicht belohnt: Nach einem bis zum Ende spannenden Finale haben es Angelique Kerber und Alexander Zverev auch im zweiten Anlauf nicht geschafft, als erstes deutsches Tennis-Duo seit 1995 den Hopman Cup im australischen Perth zu holen. 24 Jahre nach dem Erfolg von Boris Becker und Anke Huber verpassten die beiden bei der inoffiziellen Mixed-WM am Samstag mit dem 1:2 gegen die Schweiz die Revanche für die Niederlage im vergangenen Jahr. Auch damals hatte es ein 1:2 gegen Roger Federer und Belinda Bencic gegeben.

Trotz des unglücklichen Ausgangs gab es lobende Worte vom deutschen Herren-Tennis-Chef Boris Becker: "Das Finale muss man erstmal erreichen. Die Chance war ja auch da, aber auf der anderen Seite ist halt Federer", sagte Becker am Rande eines Verbandskongresses in Berlin. "Insofern ist das keine Schande, aber ich glaube Sascha und Angie haben ein trauriges Auge, denn heute hätten sie gewinnen können."

Auch diesmal verlor das deutsche Paar das entscheidende Mixed und war dabei hauchdünn mit 0:4, 4:1, 3:4 (4:5) unterlegen. Beim Stand von 4:3 im verkürzten entscheidenden Tiebreak hatte das deutsche Duo Matchball, doch Federer und Bencic bewahrten die Nerven, wehrten die Gelegenheit ab und entschieden danach auch den alles entscheidenden letzten Ballwechsel für sich. "Es wird nicht so leicht, wir werden versuchen, unser bestes Tennis zu spielen und zu gewinnen", versprach Kerber nach dem Erfolg gegen Bencic.

Zverev verliert in 70 Minuten

So sehr das deutsche Duo vor 14 000 begeisterten Zuschauern den Sieg wollte, am Ende mussten sie sich den Schweizern erneut geschlagen geben. Für den schon 2001 mit Martina Hingis erfolgreichen Federer war es der insgesamt dritte Erfolg in Perth, was ihn zum Rekordsieger der Veranstaltung macht. Im ersten Einzel verlor Zverev zunächst 4:6, 2:6 gegen Federer, Kerber glich mit 6:4, 7:6 (6) gegen Bencic aus. Damit schuf die Wimbledonsiegerin die Chance auf den Prestigeerfolg.

Für Kerber gab das Match dennoch zumindest teilweise Selbstvertrauen, denn sie entschied gegen die einstige Top-Ten-Spielerin Bencic auch das vierte Einzel für sich. Die Weltranglisten-Zweite hatte bei der 5:3-Führung im zweiten Satz den Sieg vor Augen. Ausgerechnet danach gab die 30-Jährige zum 5:5 und 6:6 ihr Service ab. Im Tiebreak machte Kerber den Erfolg mit dem dritten Matchball nach 1:29 Stunden perfekt. "Es ist immer schwer, Belinda kämpft immer bis zum letzten Punkt", sagte die Weltranglisten-Zweite über ihre Gegnerin.

Zverev konnte sein Einzel bis zum 4:4 im ersten Satz offenhalten, obwohl er gegen den Aufschlag von Federer kaum etwas ausrichten konnte. Wenig später nutzte der langjährige Weltranglisten-Erste aus der Schweiz aber seinen ersten Satzball. Der 21 Jahre alte Hamburger kam direkt danach zwar erstmals besser mit dem Service des 16 Jahre älteren Federer zurecht, konnte die kleine Chance aber nicht nutzen und gab seinerseits danach seinen Aufschlag zum 0:2 ab. Nach nur 70 Minuten war das Match vorbei. "So zu spielen, gibt mir ein gutes Gefühl für die Saison. Wenn ich so serviere wie heute, wird es für alle schwer", sagte Federer. Schon im vorigen Jahr hatte er Zverev an gleicher Stelle im Finale bezwungen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB