Tennis Tommy Haas arbeitet am Comeback

Wieder auf dem Wege der Besserung: Tommy Haas.

(Foto: REUTERS)

Nach seiner Schulteroperation will es Tommy Haas, 36, in der kommenden Saison noch einmal wissen. Formel-1-Pilot Adrian Sutil muss seinen Rennstall Sauber verlassen. Die Uefa leitet Disziplinarverfahren gegen Dortmund und Istanbul ein.

Tennis: Nach seiner jüngsten Schulteroperation will Tennisprofi Tommy Haas im März kommenden Jahres wieder auf die ATP-Tour zurückkehren. Die Australian Open im Januar kämen für ihn noch zu früh, wurde am Donnerstag in Stuttgart bei der Einweihung des neuen Rasen-Center-Courts bekannt. Die Rückkehr in Miami im März sei demnach der Plan. Haas lebt in Florida. Der gebürtige Hamburger beurteilt seine Arbeit am Comeback positiv. "Im Großen und Ganzen geht es mir ganz gut", sagte der 36 Jahre alte ehemalige Weltranglisten-Zweite. Er hofft, in ein paar Wochen wieder mit Rechts schlagen zu können. Bislang behilft er sich mit der linken Hand. Haas war Mitte Juni operiert worden. Es war bereits der vierte Eingriff an der rechten Schulter nach 2002, 2003 und 2007. Daraufhin hatte Haas die Saison vorzeitig beenden müssen. "Die ersten sechs bis acht Wochen waren besonders schwer", räumte Haas mit Blick auf die Zeit nach der Operation ein. In dieser Saison hatte er bei Turnieren schon vor dem Eingriff wegen körperlicher Probleme mehrmals vorzeitig aufgeben müssen.

Uefa: Die Europäische Fußball-Union hat nach den schweren Ausschreitungen beim Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul Disziplinarverfahren gegen beide Klubs eingeleitet. Wie die UEFA am Donnerstag mitteilte, wird sich die Disziplinarkommission am 13. November mit den Vorkommnissen im Signal-Iduna-Park befassen. Den Westfalen wird unter anderem eine unzureichende Organisation bei dem Spiel vorgeworfen. Außerdem hatten BVB-Fans Gegenstände auf das Spielfeld geworfen. Der türkische Club muss sich verantworten, weil seine Fans wiederholt Feuerwerkskörper abbrannten und Gegenstände warfen. Wegen der Randale wurde die Partie zweimal unterbrochen. Die Polizei hatte nach Gewaltakten vor, während und nach dem Spiel 21 Istanbul-Anhänger festgenommen und noch im Stadion 700 weitere Anhänger zur Personalienfeststellung festgesetzt. Die Justiz hat nach dem Dortmunder 4:1-Sieg schwere Anschuldigungen gegen Anhänger des türkischen Clubs erhoben. Die Vorwürfe reichen bis zu versuchtem Totschlag. Eine Sitzschale mit Metallverankerung flog aus einem Oberrang in einen BVB-Fanblock. Galatasaray war in dieser Saison nach ähnlichen Vorfällen in der Begegnung beim FC Arsenal zu einer Geldstrafe von 50 000 Euro verurteilt worden.

Formel 1, Adrian Sutil: Adrian Sutil verliert in der kommenden Formel-1-Saison sein Cockpit bei Sauber. Das Schweizer Team teilte in der Nacht zum Donnerstag in Sao Paulo mit, dass 2015 der 22 Jahre alte Brasilianer Felipe Nasr und Marcus Ericsson die neue Fahrerpaarung bilden. Damit ist zugleich klar, dass auch der bisherige Stammpilot Esteban Gutiérrez keinen neuen Vertrag erhält. Den bislang für das insolvente Caterham-Team fahrenden Schweden Ericsson hatte Sauber erst vor ein paar Tagen verpflichtet. Zudem gab der Rennstall bekannt, dass die Banco do Brasil neuer Partner wird.

Fußball, Hertha BSC Berlin: Der jüngste sportliche Rückschlag ist für Hertha-Manager Michael Preetz kein Grund für grundsätzliche Korrekturen. "Dass sich der Kader erst finden muss, war klar", erklärte Preetz zur Integration der neun neuen Spieler beim Berliner Fußball-Bundesligisten. Das Pokal-Aus beim Drittligisten Arminia Bielfeld, der schwache Liga-Auftritt in Paderborn (1:3) und die anhaltende Auswärtsmisere hatten bei den Hertha-Fans Ärger und heftige Diskussionen auch um Trainer Jos Luhukay ausgelöst. "Der Trainer wird auch jetzt Lösungen finden", erklärte Preetz im Fachmagazin "Kicker" (Donnerstag).

Bei der clubinternen Veranstaltung "Hertha im Dialog" hatte der Manager bereits betont, dass der Trainer die Mannschaft absolut noch erreiche. "Luhukay ist der richtige Trainer. Wenn er will, kann er hier sofort verlängern", sagte Preetz nun vor dem nächsten Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr) gegen Hannover 96. Der aktuelle Kontrakt des Niederländers läuft bis 30. Juni 2016. "Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen, aber wir verlieren nicht die Geduld", unterstrich Preetz, der "ein paar mehr Punkte" als die bisherigen elf eingeplant hatte. Im Winter seien keine weiteren Einkäufe geplant. "Wir gehen davon aus, dass Cigerci und Langkamp im Januar fit sind und uns ab da helfen können", sagte der Manager.

Basketball, NBA: Nationalspieler Dennis Schröder hat mit seinen Atlanta Hawks in der Basketball-Profiliga NBA eine unglückliche Niederlage kassiert. Bei Meister San Antonio Spurs unterlag das Team um den Braunschweiger 92:94 und scheiterte ähnlich knapp wie Dirk Nowitzki eine Woche zuvor. Der Würzburger hatte zum Auftakt der neuen Saison mit den Dallas Mavericks ebenfalls hauchdünn beim Titelverteidiger verloren (100:101). Schröder spielte bei seinem zweiten Einsatz 8:11 Minuten und erzielte neun Punkte, nachdem er vier Tage zuvor beim bislang einzigen Sieg der Hawks gegen die Indiana Pacers (102:92) nicht aufgelaufen war.

"Ich habe versucht, Energie ins Spiel zu bringen", sagte Schröder (21), der Ende des dritten Viertels reinkam und seine Chance nutzte: "Wir haben eine gute zweite Hälfte gespielt. Wenn wir so 48 Minuten lang aufgetreten wären, hätten wir gewonnen." In San Antonio hat Atlanta zuletzt 1997 gesiegt. Zwei verwandelte Freiwürfe von Manu Ginobili 3,8 Sekunden vor Schluss besiegelten die Hawks-Pleite. Beste Werfer der Gastgeber waren Tim Duncan und Tony Parker mit jeweils 17 Punkten. Auf die gleiche Ausbeute kamen die Hawks-Akteure Paul Millsap und DeMarre Carroll. Derweil suchen die Cleveland Cavaliers und Rückkehrer LeBron James weiter nach ihrer Form. Das 100:102 bei Utah Jazz war für die Mannschaft um den zweimaligen NBA-Champion die dritte Niederlage im vierten Spiel. James (29) kam auf 31 Punkte, Kyrie Irving auf 34. Dennoch setzten sich die Gastgeber durch, Gordon Hayward traf mit der Schlusssirene.

Handball: Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen hat durch einen starken Schlussspurt das dramatische Topspiel der Handball-Bundesliga gewonnen und damit auch den Angriff von Rekordmeister THW Kiel abgewehrt. Die Löwen gewannen am Mittwochabend bei Champions-League-Sieger SG Flensburg-Handewitt mit 29:26 (13:14) und bleiben auch nach dem elften Spieltag an der Spitze. Der THW hatte sich kurz zuvor gegen den SC Magdeburg mit 34:22 (16:10) durchgesetzt, liegt nun mit 20:4 Zählern aber weiter hinter dem punktgleichen Team aus Mannheim. Flensburg (16:4) hält sich mit zwei Spielen weniger in Schlagdistanz auf Rang vier. In Flensburg war Andy Schmid mit neun Treffern für die Löwen bester Werfer auf dem Parkett, Anders Eggert (6) hielt für die Flensburger lange dagegen. Erst zwölf Minuten vor Schluss ging der Spitzenreiter erstmals in Führung, präsentierte sich dann aber souverän. In der Halbzeit hatte der Zusammenbruch eines Zuschauers für einen Schreck in der Halle gesorgt, der Mann wurde offenbar bei Bewusstsein aus der Halle getragen. Bester Werfer der Kieler vor 10.825 Zuschauern war der Schwede Niclas Ekberg mit acht Toren, bei den Magdeburgern war Yves Grafenhorst mit lediglich vier Treffern am erfolgreichsten. Frisch Auf Göppingen nutzte die Gunst der Stunde, setzte sich mit 31:27 (15:11) bei Altmeister VfL Gummersbach durch und nahm mit 16:6 Zählern als Dritter die Verfolgung der Topklubs auf. Der HSV Hamburg (14:10) feierte beim 34:24 (15:13) seinen sechsten Sieg in Folge und liegt auf Rang fünf vor dem punktgleichen Pokalsieger Füchse Berlin. Die Hauptstädter siegten 35:26 (17:14) bei der TuS N-Lübbecke.