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Tennis:Neuer Modus

Zuletzt hatte Alexander Zverev durch sein irrlichterndes Verhalten in der Conora-Epidemie irritiert. Nun konzentriert er sich auf das Tennisspiel und gewann prompt ein Einladungsturnier mit ungewöhnlichen Regeln in Nizza.

Alexander Zverev drehte sich nach dem letzten Ballwechsel emotionslos ab. Erst der Schiedsrichter musste ihn auf seinen Erfolg bei dem Tennis-Showturnier in Nizza aufmerksam gemacht, dann lief Zverev schmunzelnd zum Netz. "Ich hatte wirklich keine Ahnung, dass ich gewonnen habe", gab er nach seinem Sieg am späten Sonntagabend freimütig bei Instagram zu.

Der Weltranglistensiebte setzte sich im Endspiel gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime durch, der Modus des Matches war allerdings höchst ungewöhnlich. Entschieden wurde das Einladungsturnier des Tennistrainers Patrick Mouratoglou im Sudden-Death-Format: Dabei gewinnt der Spieler, der als erster zwei Punkte in Folge macht. Beide Akteure hatten zuvor jeweils zwei Viertel für sich entschieden, Zverev das erste (19:10) und das vierte (18:8), Auger-Aliassime die anderen (13:11, 18:11).

Zverev war sichtlich zufrieden mit dem Ausgang. Zuletzt hatte der beste deutsche Spieler wiederholt für Irritationen gesorgt. Sein irrlichterndes Verhalten bei der Adria Tour, auf einer Party zu Corona-Zeiten und die Absage für das Einladungsturnier in Berlin brachten ihm Kritik ein. Fragen dazu wollte Zverev in Nizza nicht beantworten, eine Talkrunde verließ er vorzeitig.

Offen ist auch, wie es weitergeht. Zwar hat er einen neuen Trainer, David Ferrer. Aber die US Open vom 31. August an im stark von der Pandemie betroffenen New York werfen reihenweise Fragen auf. Zverevs Teilnahme ist noch nicht beschlossen. "Wir müssen im Team sprechen, weil ich denke, dass die Situation dort derzeit nicht besonders gut ist, insbesondere in New York", sagte Zverev. Er selbst hätte einen Restart in Europa bevorzugt.

© SZ vom 04.08.2020 / sid

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