Nadal sagt nächstes Turnier ab Für die alternden Tennis-Größen wird es 2019 schwer

Rafael Nadal verpasst das nächste Turnier.

(Foto: AFP)

Von zuletzt 18 Hartplatz-Turnieren beendete Rafael Nadal nur eines planmäßig. Das zeigt beispielhaft, dass die Karrieren der großen Spieler endlich sind.

Kommentar von Gerald Kleffmann

Für Roger Federer begann 2019 so, wie es sich für Roger Federer gehört. Nach dem langen Flug nach Perth zum Hopman Cup stieg er so erholt aus, als sei er nur um den Block chauffiert worden. Am Strand hob er einen Hummer (der ihn zwickte, unerhört!) in die Höhe, machte Volleys im Sand, später im Stadion kurzen Prozess mit den ersten Gegnern. Die Australier jubelten ihm zu, wie auch Serena Williams, die sich vor dem Mixed mit Federer einspielte und den Moment als besonderen lobpreiste. Anschließend knipste sie ein Foto mit dem für sie "größten Spieler". Beide strahlten heitere Jugendlichkeit aus, als sie kichernd den Selfie-Stock ausfuhren, und so mancher vermochte sich in dem Moment nicht vorzustellen, dass die Amerikanerin und der Schweizer jeweils 37 Jahre alt sind und zusammen 43 Grand-Slam-Einzeltitel in Knochen und Muskeln haben.

Dass aber auch ihre Karrieren endlich sein dürften, lässt sich beim Blick auf eine andere Tennisgröße erahnen. Für Rafael Nadal begann 2019 so, wie es sich für Rafael Nadal gehört: nicht gut.

Das Federerleichte glückt Federer nur, wenn ihn nichts arg zwickt

Eine Oberschenkelblessur nötigte den Spanier, beim Turnier in Brisbane zurückzuziehen. Sofort setzte in der Gemeinde Wehklagen ein, das begründet war. Es ist die sich fortsetzende Serie, die besorgniserregend ist. Seine vergangenen neun Turniere, alle auf Hartplatz, musste der 32-Jährige absagen oder im Verlauf des Wettbewerbs aussteigen. Von zuletzt 18 Hartplatz-Turnieren beendete er nur eines planmäßig, immer war irgendwas am athletischen (von Skeptikern kritisch beäugten) Körper. Er hoffe, für die Australian Open fit zu sein. Tatsächlich ist möglich, dass er seinen 17 Grand-Slam-Titeln noch welche hinzufügt, er kam bisher ja immer zurück. Und doch ist 2019 nicht bloß die nächste Saison für Nadal, wie für Federer und Williams. Diese Größen, zu denen auch Maria Scharapowa, 31, oder Andy Murray, 31, zählen, bestreiten den hinteren Abschnitt ihrer Karrieren, es wird naturgemäß schwerer, sich Stärken zu erhalten, die Jugend abzuwehren.

Das Federerleichte glückt Federer ja nur, wenn ihn nichts arg zwickt (nur Hummer dürfen das). Beim vorigen Wimbledon-Turnier laborierte er, wie er verriet, an einer Handverletzung - im Viertelfinale schied er aus. Scharapowa warf ihre Dopingsperre sportlich zurück. Williams stand 2018 in zwei Finals, beeindruckend nach ihrer Schwangerschaft. Aber sonst war sie kein Faktor. Wie auch der Schotte Murray, der sich mit Hüftbeschwerden quälte und an Silvester ein Foto veröffentlichte, auf dem er Champagner wie ein Bier aus der Flasche trank und schrieb: "What a shit year that was!" Der Serbe Novak Djokovic hat seinen Comeback-Kampf immerhin bestanden, er glaubt an ein großes Jahr der Big Four. Mit einer Einschränkung: Wenn alle gesund sind. So ist das, wenn man älter wird.

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