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Tennis:Medwedew schlägt Murray in Miami

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Der Russe will Platz eins der Weltrangliste zurückerobern. Boxer Felix Sturm verliert überraschend. 1860 München blamiert sich im Toto-Pokal.

Meldungen im Überblick

Tennis, Miami: Daniil Medwedew hat das Duell zweier ehemaliger Tennis-Weltranglisten-Erster gegen Andy Murray beim Turnier klar gewonnen. Der topgesetzte Russe siegte am Samstag in Miami 6:4, 6:2 gegen den 34 Jahre alten Schotten, der nach langen Verletzungspausen nicht mehr an seine einstige Form herankommt. Nach einem Freilos zum Auftakt steht Medwedew dank des glatten Sieges in Florida nun in der dritten Runde.

Der 26-Jährige hatte erst vor wenigen Wochen Novak Djokovic an der Spitze der Weltrangliste abgelöst. Durch das frühe Aus zuletzt beim Turnier in Indian Wells hatte Medwedew die Top-Position aber sofort wieder verloren. Sollte er in Miami das Halbfinale erreichen, würde er auf Platz eins zurückkehren, den nun wieder Djokovic belegt. Der Serbe konnte aufgrund seiner fehlenden Impfung gegen das Coronavirus nicht bei den beiden großen Hartplatzturnieren in den USA starten. Medwedew ist in Miami die Nummer eins der Setzliste vor Alexander Zverev. Der Hamburger trifft in der dritten Runde in der Nacht zum Montag auf den Amerikaner Mackenzie McDonald.

Boxen, Dortmund: Felix Sturm hat seine sechste Chance auf eine Box-Weltmeisterschaft unerwartet verpasst. Der 43-Jährige verlor am Samstag in der Dortmunder Westfalenhalle den Ausscheidungskampf gegen den vier Jahre jüngeren Ungarn Istvan Szili nach Punkten und verfehlte damit das Duell mit dem Briten Lerrone Richards um den WM-Gürtel des Verbandes IBO. Den sicherte sich Szili, den die Punktrichter nach zwölf Runden mehrheitlich vorn sahen. Der Supermittelgewichtler Sturm war bereits fünfmal Weltmeister, allerdings bei den Verbänden WBA, WBO und IBF.

Schon ab der dritten Runde war Sturm vom Kampf gezeichnet, allerdings nicht durch einen Treffer von Szili. Der Ringrichter wertete eine Aktion des Ungarn als versehentlichen Kopfstoß, der bei Sturm für einen Cut sorgte. Der Ex-Weltmeister boxte weiter in seiner typischen abwartenden und konternden Art und versuchte so, die Kontrolle über den Kampf zu bekommen. Allerdings bekam sein Cutman die Blutung über dem linken Auge nur schwer gestoppt, die siebte Runde musste 38 Sekunden vor dem Ende unterbrochen werden. Erst mit dem Einverständnis des Ringarztes durfte Sturm den Kampf fortsetzen.

Szili wurde immer offensiver, bearbeitete Sturm mit wütenden Schlagkombinationen. Kurz vor Ende der achten Runde drang der Ungar mit einem Haken durch, Sturm wackelte erstmals bedenklich. Entgegen Sturms Hoffnung wurde Szili in den Schlussrunden nicht müde und boxte seinen Stil bis zum Ende souverän durch. Schon zehn Sekunden vor dem Kampfende riss Szili triumphierend die Arme nach oben.

Fußball, 1860: Der TSV 1860 München hat sich im Toto-Pokal blamiert und völlig überraschend das Finale verpasst. Der Drittligist von Trainer Michael Köllner unterlag am Samstag beim Viertligisten TSV Aubstadt mit 3:4 nach Elfmeterschießen. Vor der ausverkauften Kulisse von 3000 Zuschauern in Unterfranken brachte Tim Hüttl den Außenseiter in der 67. Minute in Führung. Marcel Bär (74.) glich noch für die "Löwen" aus. Im Elfmeterschießen konnten Erik Tallig, Stefan Lex und Bär Aubstadts Schlussmann Lukas Wenzel nicht bezwingen. Der TSV Aubstadt trifft nun im Endspiel ebenfalls überraschend auf den Regionalligisten FV Illertissen. Der Viertligist schaltete Drittligist Würzburger Kickers im zweiten Halbfinale mit 3:1 (2:1) aus. Nicolas Keckeisen (13.), Maurice Strobel (39.) und Luka Kljajic (73.) trafen für den Außenseiter, Maximilian Breunig (22.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Der Gewinner des Toto-Pokals ist automatisch in der ersten Runde des lukrativen DFB-Pokals dabei.

Tennis, Frauen: Nach ihrem Zweitrundensieg beim WTA-Turnier in Miami springt Iga Swiatek als erste Polin an die Spitze der Tennis-Weltrangliste. Möglich wurde dies durch den überraschenden Rücktritt der Australierin Ashleigh Barty, die das Feld mehr als zwei Jahre lang anführte. Barty ließ ihren Namen aus der Weltrangliste streichen und machte so den Weg für Swiatek frei. Die 20-Jährige bezwang in Miami die Schweizerin Viktorija Golubic mit 6:2, 6:0. "Das ist ziemlich surreal", sagte Swiatek. "Auf der einen Seite sind dies die ganz besonderen Momente, an die man sich für den Rest seines Lebens erinnert, aber auf der anderen Seite war dieses Spiel einfach nur eines von vielen." Die nächste Weltrangliste erscheint nach dem Ende des Turniers in Miami.

Fußball, Italien: Nach dem Aus in der WM-Qualifikation hat Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini noch keine Entscheidung über seine Zukunft gefällt. "Nehmen wir uns die Zeit, um nachzudenken und Klarheit zu bekommen", schrieb der Coach am Samstag bei Instagram. "Der einzig richtige Schritt jetzt ist, den Kopf hochzunehmen und an der Zukunft zu arbeiten." Am Donnerstag waren die Azzurri durch eine 0:1-Heimniederlage gegen Nordmazedonien in den Playoffs für die letzten Startplätze der Weltmeisterschaft in Katar gescheitert. "Es ist wirklich schwer, das zu akzeptieren, aber auch Niederlagen im Leben anzunehmen ist Teil des gesunden Weges, um menschlich und sportlich zu wachsen", schrieb der Europameister-Trainer weiter.

Die italienischen Nationalspieler, die Verbandsfunktionäre und auch Experten sprechen sich für eine Fortsetzung mit dem 57-Jährigen aus, der ohnehin noch einen Vertrag bis 2026 besitzt. Nach Angaben der "Gazzetta dello Sport" war für Samstag eine Unterredung Mancinis mit Verbandschef Gabriele Gravina vorgesehen. Es wird erwartet, dass der Coach erst nach dem sportlich unbedeutenden Länderspiel am Dienstag gegen die Türkei auswärts in Konya eine Entscheidung verkündet. Sollte der Trainer zurücktreten, gilt Ex-Nationalspieler Fabio Cannavaro laut Berichten als Favorit auf die Nachfolge. Dem erst 48-Jährigen könnte Routinier Marcello Lippi als Technischer Direktor der Nationalmannschaft zur Seite gestellt werden - die beiden waren 2006 als Kapitän und Trainer in Deutschland Weltmeister geworden.

Fußball, Bundesliga: Nationalspieler Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach hat Gerüchte über eine angebliche Einigung mit dem FC Bayern zurückgewiesen. "Ich weiß nicht, woher die Gerüchte kommen, dass ein Wechsel zu Bayern München feststeht. Ich habe noch keine Entscheidung über meine Zukunft gefällt", sagte der 28 Jahre alte Abwehrspieler dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Es werde "wohl auch noch ein paar Wochen dauern", bis er mit einem neuen Verein einig sei, ergänzte Ginter: "Ob In- oder Ausland, ist im Moment ebenfalls offen. Es gibt verschiedene Optionen und ich bin selbst gespannt, welche es am Ende wird."

Bei den Bayern wird er als möglicher Nachfolger von Niklas Süle gehandelt, der nach Dortmund wechselt. In Gladbach, das Ginter nach fünf Jahren ablösefrei verlässt, hätte er sich "ein anderes Ende gewünscht". Es habe in den vergangenen Monaten "viel Unruhe rund um den Klub - leider auch um meine Person" gegeben: "Diesen Trubel kannte ich so noch nicht. Diese vielen Baustellen auch abseits des Sportlichen haben sicher nicht dazu beigetragen, dass es auf dem Platz besser lief." Für die "überragende Zeit" bei der Borussia sei er dankbar.

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