Süddeutsche Zeitung

Tennis in Hamburg:Tommy Haas fliegt im Viertelfinale raus

Der Traum ist geplatzt: Tommy Haas verliert sein Viertelfinale beim Hamburger ATP-Turnier gegen den Italiener Fabio Fognini in zwei Sätzen. Das erhoffte Finale gegen Roger Federer kommt damit nicht zustande.

Tommy Haas muss die Hoffnung auf einen Triumph in Hamburg auch in diesem Jahr aufgeben. Der 35 Jahre alte Routinier unterlag im Viertelfinale des ATP-Turniers am Rothenbaum Fabio Fognini mit 2:6, 4:6. Der Italiener hatte den deutschen Spitzenspieler schon in der vergangenen Woche in Stuttgart besiegt. Auch Florian Mayer verpasste nach einer beherzten Leistung gegen den Topfavoriten Roger Federer den Sprung in die Runde der letzten Vier. Der Schweizer setzte sich mit 7:6 (7:4), 3:6, 7:5 durch.

"Ich bin sehr enttäuscht, denn es macht einen Höllenspaß, vor so einem Publikum zu spielen", sagte Haas: "Wer weiß, wie oft ich das noch im Leben haben werde und ob ich im nächsten Jahr hier wieder aufschlage. Ich hoffe es natürlich." Doch das Ausscheiden hat auch einen positiven Aspekt für den Wahlamerikaner. Nach drei Monaten kehrt er in die USA zu Tochter Valentina und Frau Sara zurück.

"Ich habe mir einiges vorzuwerfen", sagte Mayer, "Roger hat nicht in Bestform gespielt. Ich habe eine Riesenchance liegengelassen und hatte Angst vorm Gewinnen und vor dem großen Namen." Federer zollte seinem Gegner Respekt: "Es war ein Auf und Ab. Wir waren heute gleichstark, leider gibt es im Tennis kein Unentschieden."

Haas hadert mit leichten Fehlern

Vor 7500 Zuschauern auf dem ausverkauften Center Court reichte der Kampf des Publikumslieblings Haas nicht aus, um den selbstbewussten Fognini in Gefahr zu bringen. Die Nummer 25 der Welt verwandelte ihren ersten Matchball nach 1:21 Stunden. Haas, der einen möglichen Sieg in der Hansestadt als "eines der größten Highlights" bezeichnet hatte, geriet von Beginn an unter gehörigen Druck.

Der 26-jährige Fognini hatte in der vergangenen Woche in Stuttgart seinen ersten Titel auf der ATP-Tour gewonnen und zeigte gleich, wie ihm dies gelungen war. Der Italiener attackierte Haas' Aufschlag immer wieder und hatte keine Furcht vor riskanten Schlägen von der Grundlinie. Haas unterliefen im ersten Satz immer wieder leichte Fehler. Gleich zwei Breaks gegen sich und der schnelle Satzverlust waren die logische Folge.

Das gleiche Spiel im zweiten Durchgang. Wieder mühte sich Haas, doch Fognini ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken. Die Nummer 12 der Setzliste streute einen Winner nach dem nächsten ein. Haas erkämpfte sich ein Re-Break, musste aber kurz darauf erneut seinen Aufschlag abgeben. "Ich habe zu viele leichte Fehler gemacht und ihm das Selbstvertrauen in die Hand gegeben", sagte Haas nach dem Match: "Man muss aber auch respektieren, dass er gerade sehr, sehr gutes Tennis spielt."

Damit ist auch das Traumfinale von Publikumsliebling Haas gegen den 17-maligen Grand-Slam-Champion Federer geplatzt.

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