Tennis:Heimvorteil

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Tennis: „Ich weiß, dass ich nach wie vor ein guter Tennisspieler bin“: Yannick Hanfmann hat im bisherigen Turnierverlauf mit starken Leistungen beeindruckt.

„Ich weiß, dass ich nach wie vor ein guter Tennisspieler bin“: Yannick Hanfmann hat im bisherigen Turnierverlauf mit starken Leistungen beeindruckt.

(Foto: Claus Schunk)

Yannick Hanfmann und Cedrik-Marcel Stebe sind die Favoriten beim Männer-Finale der German Pro Series.

Von Ralf Tögel

Die übergeordnete Idee der Turniere der German Pro Series war bekanntlich, den deutschen Tennisprofis eine Möglichkeit zu bieten, Matchpraxis zu sammeln. Nach drei Monaten Zwangspause eine Gelegenheit, die nahezu alle Topspielerinnen und -spieler nutzten. Denn die Aktiven wurden in dieser Zeit des Berufsverbots nicht nur finanziell vor große Herausforderungen gestellt. Gerade im mentalen Bereich gestaltete sich diese Ungewissheit nicht einfach, die Serie des Deutschen Tennis Bunds (DTB) kam sehr gelegen, zumal das mehrwöchige Turnier mit insgesamt 373 000 Euro dotiert ist.

Nach den Vorrunden, Zwischenrunden und dem Halbfinale wird nun das große Finale der jeweils besten vier Profis gespielt. Die Frauen treten dabei vor 100 Zuschauern, so viele sind pro Turniertag im nordrhein-westfälischen Versmold erlaubt, vom 23. bis 26. Juli an; die Männer machen zum dritten Mal nach Vorrunde und Zwischenrunde Station beim TC Großhesselohe. Dort sind im Gegensatz zu den beiden ersten Runden an den Finaltagen jeweils 200 Zuschauer erlaubt, wobei der TCG die Plätze Vereinsmitgliedern vorbehält.

So könnte der Heimvorteil für Yannick Hanfmann, Cedrik-Marcel Stebe und Maximilian Marterer noch etwas größer sein, denn alle drei sind an der Tennisbase in Oberhaching beheimatet und trainieren dort; nicht nur die kurze Anreise könnte sich im Vergleich zum Kölner Oscar Otte positiv auswirken. In der ATP-Weltrangliste ist Davis-Cup-Spieler Stebe an Nummer 133 am höchsten notiert, aber vor allem Kollege Hanfmann hat im bisherigen Turnierverlauf mit starken Leistungen beeindruckt. Er wird nur zehn Plätze hinter Stebe in der Weltrangliste geführt. Hanfmann hatte schon beim ersten Auftritt in Großhesselohe gesagt, dass er die besonderen Umstände - es gab weder Ballkinder noch Zuschauer - als ungewöhnliche Herausforderung anzunehmen wusste: "Das ist mal interessant zu sehen, wie ich alleine durch so ein Turnier komme." Er jedenfalls sei "im Kopf" vorbereitet, und: "Ich weiß, dass ich nach wie vor ein guter Tennisspieler bin". Mit dem Erfolg gegen Otte im gruppenübergreifenden Endspiel sicherte sich Hanfmann neben dem Halbfinalsieg auch den Siegerscheck über 7000 Euro. Den dritten Oberhachinger sollte man ebenfalls nicht unterschätzen: Marterer (ATP 376) jedenfalls freut sich auf Großhesselohe. "Die Bedingungen dort liegen meinem Spiel, auch wenn es schwerer ist, gegen Kumpels zu spielen, mit denen man trainiert und die einen sehr gut kennen." Dass Oscar Otte (ATP 217) die Anlage nicht kennt, könnte auch laut Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann ein Nachteil sein - und auch der Höhenunterschied zwischen Köln und München sei "nicht zu unterschätzen".

Gespielt wird wie bisher im Round-Robin-Modus, also jeder gegen jeden, mit anschließenden Platzierungsspielen um den Turniersieg sowie den dritten Platz. Bedauerlich aus Sicht der Gastgeber ist freilich, dass in Peter Gojowczyk und Matthias Bachinger beide Lokalmatadore fehlen, die für den TC Großhesselohe im Bundesligateam spielen. Beide mussten der körperlichen Belastung nach der langen Pause Tribut zollen und konnten nicht ihre Topleistungen abrufen, in der Bonusrunde mussten dann sowohl Gojowczyk als auch Bachinger verletzt passen.

Trotzdem freut sich TCG-Präsident Roland Benedikt, das Ereignis austragen zu dürfen: "Wir können froh und ein bisschen stolz sein, dass wir den Zuschlag für die Finalrunde eines so gut besetzten Turniers bekommen haben. Glücklicherweise haben jetzt auch unsere Mitglieder die Möglichkeit, hochklassiges Tennis der deutschen Topspieler im Klub live zu verfolgen." Was angesichts der abgesagten Bundesligasaison ein wichtiger Grund für die Bewerbung gewesen sei.

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