Tennis-Finale in Wimbledon:Sabine Lisicki verliert deutlich gegen Marion Bartoli

Lesezeit: 2 min

Aus der Traum: Sabine Lisicki verliert das Wimbledon-Finale. (Foto: REUTERS)

Die ersten drei Matchbälle kann Sabine Lisicki noch abwehren, doch es reicht nicht: Die 23-Jährige verliert ihr erstes Wimbledon-Finale deutlich 1:6 und 4:6 gegen Marion Bartoli. Lisicki ist vor allem im ersten Satz chancenlos, der Französin gelingen die entscheidenden Punkte.

Sabine Lisicki hat den Titel beim Tennisturnier in Wimbledon verpasst. Die 23 Jahre alte Berlinerin verlor am Samstag im Endspiel gegen Marion Bartoli aus Frankreich 1:6, 4:6. Lisicki stand zum ersten Mal im Finale eines Grand-Slam-Turniers und war die erste Deutsche im Wimbledon-Endspiel seit Steffi Graf 1999. Damit bleibt Graf die letzte deutsche Gewinnerin in London.

Für Bartoli war es der erste Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier. Trotz der Niederlage wird sich Lisicki in der Weltrangliste von Platz 24 auf 18 verbessern. Gegen Bartoli kassierte Lisicki nach 1:21 Stunden Spielzeit auf dem Centre Court im fünften Vergleich die zweite Niederlage.

Nach zwei fantastischen Wochen blieb der 1,78 Meter großen Rechtshänderin die finale Krönung versagt. Bei dem Rasenklassiker in London hatte sie im Achtelfinale sensationell die fünfmalige Wimbledon-Siegerin Serena Williams bezwungen und auch die frühere US-Open-Siegerin Samantha Stosur und die Ranglisten-Vierte Agnieszka Radwanska besiegt.

Lisicki fand gegen die unorthodoxe Spielweise der 28-Jährigen mit der beidhändigen Vor- und Rückhand überhaupt keine Mittel und wirkte nervös und unkonzentriert. "Ich war überwältigt von der Situation, Marion war heute einfach zu stark",sagte die Deutsche unter Tränen bei der Siegerehrung. Schon nach 29 Minuten entschied Bartoli den ersten Satz für sich. Nur 54 Prozent von Lisickis ersten Aufschlägen landeten im Feld, sie leistete sich 14 unerzwungene Fehler, Bartoli nur vier.

Zwar gelang Lisicki gleich im ersten Spiel des ersten Satzes ein Break - es blieb aber bis zum Beginn des zweiten Durchgangs ihr einziger Spielgewinn. Vor Satz zwei verließ die Berlinerin kurz den Platz und startete anschließend mit einem Ass. Doch dann ließ sie drei Breakbälle zum möglichen 2:0 ungenutzt und war anschließend weit davon entfernt, das Match noch zu drehen.

Nach einem Vorhand-Fehler kassierte Lisicki das zweite Break im zweiten Satz zum 1:4. Doch im folgenden Spiel wehrte Lisicki drei Matchbälle der Französin ab - und kämpfte. Als sie sich drei Spiele in Serie holte und auf 4:5 herankam, schöpften die Lisicki-Fans kurzzeitig wieder Hoffnung.

Doch die entschlossen auftretende Bartoli verwandelte ihren vierten Matchball mit einem Ass und sank auf die Knie. "Ich verstehe genau, wie Sabine sich fühlt", sagte die Siegerin, die 2007 das Finale gegen Venus Williams verloren hatte und es nun besser machte: "Ich kann es noch nicht richtig glauben. Ich habe so lange von diesem Moment geträumt."

© Süddeutsche.de/sid/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: