Tennis:Ein Team rückt zusammen

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Tennis: Filzballspielvarianten: Das deutsche Team mit Jan-Lennard Struff, Kapitän Michael Kohlmann, Trainer Dirk Dier und Oscar Otte (von links) hält sich im Training bei Laune.

Filzballspielvarianten: Das deutsche Team mit Jan-Lennard Struff, Kapitän Michael Kohlmann, Trainer Dirk Dier und Oscar Otte (von links) hält sich im Training bei Laune.

(Foto: Mathias Schulz/Tennisphoto/Imago)

Das deutsche Davis-Cup-Team will auch ohne Alexander Zverev Auftaktgegner Frankreich in Hamburg schlagen. US-Open-Sieger Carlos Alcaraz soll unterdessen Spanien in Valencia unterstützen.

Von Barbara Klimke

Weiter, immer weiter im globalen Spiel: Bis Sonntagnacht flogen die Filzbälle in New York über das Netz, seit Dienstag zischen sie nun unterm weißen Dach am Hamburger Rothenbaum hin und her. Den US Open in Flushing Meadows folgt fast nahtlos die Zwischenrunde des Davis Cups, das Spiel der schlagfähigsten Solisten wird vom Tennis-Mannschaftssport abgelöst: einem Wettbewerb, dessen Tradition sich bis anno 1900 zurückverfolgen lässt und dessen Format 2019 grundlegend umgemodelt wurde.

Gespielt wird diese Woche gleichzeitig in vier Städten: in Hamburg, wo unter anderem der deutsche Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann seine Mannen versammelt hat, in Glasgow, in Bologna und in Valencia. Dort ist am Dienstag auch der 19-jährige Tennis-Weltranglistenerste Carlos Alcaraz per Interkontinentalflug gelandet, der sich bis zum Finalsonntag in Flushing Meadows duelliert hatte. Und der nun, ohne tief Luft zu holen, seinem spanischen Team beim Versuch, die Finalrunde zu erreichen, sekundieren muss.

Sechzehn Nationen spielen in vier Gruppen; die besten acht Teams werden sich dann im November in Malaga erneut treffen, um den Gewinner der großen Kristallschüssel auszuspielen. Für Carlos Alcaraz und seine Spanier (ohne Rafael Nadal) geht es am Mittwoch gegen Serbien (ohne Novak Djokovic) los, ihre weiteren Gegner sind Kanada am Freitag und Korea am Sonntag. Das deutsche Team spielt im selben Rhythmus gegen Frankreich, Belgien und Australien - nur dass es, anders als die Spanier, nicht auf das tatkräftige Mitwirken seines Besten setzen kann. Olympiasieger Alexander Zverev, 25, der nach einer schweren Verletzung, mehreren Bänderrissen im Knöchel, sein Comeback auf dem Court plante, leidet jetzt an einem Knochenödem im operierten Fuß und kann den Kollegen nur von der Bank aus moralische Unterstützung versprechen.

Das Recht des ersten Aufschlags gebührte am Hamburger Rothenbaum am Dienstag zunächst den Tennis-Nationalmannschaften aus Belgien und Australien. Im ersten Einzel ging der 28-malige Davis-Cup-Sieger Australien 1:0 in Führung durch einen Sieg des Debütanten Jason Kugler über Zizou Bergs (6:4, 1:6, 6:3). Währenddessen hielt sich die DTB-Auswahl um Jan-Lennard Struff und Oscar Otte mit Variationen des Filzballspiels bei Laune. Sein Team werde nach Zverevs erneuter Blessur "noch enger zusammenrücken", glaubt Teamchef Kohlmann vor dem Duell gegen die Franzosen, und auch Doppelspezialist Kevin Krawietz äußerte sich zuversichtlich: "Wir haben schon gezeigt, dass wir gegen jede Mannschaft gewinnen können." Am Mittwoch (live in Dazn/Servus TV) ab 14 Uhr ist für sie Ballflugbeginn.

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