Tennis-Bundesliga:Jenseits von Tokio

TENNIS - French Open 2021 PARIS,FRANCE,01.June.21 - TENNIS - ATP, Tennis Herren World Tour, French Open, Roland Garros,

Gewaltig gestreckt, gewaltig überrascht - und dann doch knapp verloren: Jürgen Melzer, 40, vom TC Großhesselohe, der eigentlich längst nur noch Doppelspieler ist.

(Foto: Patrick Steiner/imago images/GEPA pictures)

Während viele Profis am olympischen Tennisturnier teilnehmen, geht die erste Bundesliga weiter - für Großhesselohe mit einer Niederlage, für Rosenheim mit einem Auswärtssieg.

Von Andreas Liebmann

Vor einem Spiel der Tennis-Bundesliga machen die Konkurrenten ganz gerne ein kleines Geheimnis um ihre Aufstellung. Sie wollen den Gegner im Unklaren lassen, manchmal kennen sie ihren Kader tatsächlich selbst nicht. Zu sehr sind sie vom Abschneiden ihrer Profis bei großen Turnieren abhängig. Sofern beim Gladbacher HTC allerdings jemand einen Fernseher besitzt, dürfte der Tabellenführer am Sonntag nicht gerade aus allen Wolken gefallen sein ob der Formation der Gäste vom TC Großhesselohe. Deren Stammspieler Philipp Kohlschreiber etwa stand nun mal am selben Vormittag in Tokio auf dem Platz, wo er gegen Stefanos Tsitsipas ausschied, achtbar, 3:6, 6:3, 3:6. Dass sich auch Jan-Lennard Struff dort gerade auf Novak Djokovic vorbereitete, dem er tags darauf 4:6, 3:6 unterliegen sollte, hatte sich ebenfalls herumgesprochen.

Natürlich sind die Pullacher gewappnet für diese Fälle, das gehört zur seriösen Saisonplanung, aber in Matthias Bachinger, Rudolf Molleker, Jürgen Melzer und Andre Begemann traten eben doch nur die Nummern 11, 12, 14 und 17 der Setzliste an, ein "Notkader", wie Teamchef Bernard Eßmann sagte, mit zwei Doppelspielern, die im Einzel ranmussten. Das führte zu einer 2:4-Niederlage - einer unglücklichen: Schließlich hatte der ehemalige Top-Ten-Spieler Melzer, der inzwischen 40 ist und laut Eßmann "seit Jahren kein Einzel" gespielt hat, gegen den Kasachen Aleksandr Nedovyesov überrascht und im Match-Tiebreak 9:6 geführt. Verloren hat Melzer das Spiel dann trotzdem. Gladbach wurde immerhin von seiner Nummer drei angeführt, dem Tschechen Jiri Vesely, 28 - der gegen Bachinger aber 1:6, 3:6 verlor. Bachinger/Melzer setzten sich auch im Doppel gegen Vesely und Tim Sandkaulen durch. Ein Remis verpasst zu haben, schmerze im "Vierpunktespiel", sagte Eßmann.

Der nächste Auswärtsgegner des TCG (Sonntag, 11 Uhr) zog derweil in der Tabelle wieder vorbei: Aufsteiger Rosenheim setzte sich 4:2 beim TuS Sennelager durch. Der gastgebende Tabellenletzte hatte kurzfristig Juan Cerundolo einfliegen lassen, "ein Riesentalent", wie Rosenheims Teammanager Thomas Detterbeck schwärmte, doch der 19-Jährige unterlag Rosenheims Damir Dzumhur "in einem Wahnsinnsmatch" zweimal im Tiebreak. Sennelager hatte das Pech, dass Kacper Zuk bei 0:15 im ersten Spiel des ersten Satzes gegen Blaz Rola verletzungsbedingt aufgeben musste, womit er auch sein Doppel kampflos abgeben musste. Für Rosenheim punktete noch Alessandro Giannessi.

© SZ/sewi
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