Das Wetter an diesem Dienstag in München war genau so, wie es Alexander Zverev nicht mag: kühl und feucht. Der Weltranglistendritte spielt am liebsten bei Wärme oder gar Hitze, die Bedingungen waren also so ziemlich das Gegenteil davon. Wenn man es positiv sehen wollte, ließ sich immerhin konstatieren, dass es nicht mehr eklig nieselte, als der deutsche Tennisprofi am Mittag den Centre Court im MTTC Iphitos betrat. Es ließ sich trotzdem schon erahnen, dass es eine zähe Arbeitsschicht werden würde.
Tatsächlich kam es dann genau so, denn an einem Tag, an dem er gerne so kurz wie möglich auf dem Platz gestanden wäre, musste er über die volle Distanz gehen. Immerhin hat er als Titelverteidiger der BMW Open die erste Runde überstanden, Zverev setzte sich 6:3, 3:6, 7:6 (2) gegen Miomir Kecmanovic durch; gegen den Weltranglisten-58. aus Serbien hatte er im Februar in Acapulco noch verloren, damals war es ebenfalls in den Tiebreak des dritten Satzes gegangen. „Heute ist ein sehr, sehr kalter Tag, es ist da schwer, Druck zu machen“, sagte Zverev nach der Partie und lobte den 26 Jahre alten Gegner: „Er war wie eine Wand, er hat kaum Fehler gemacht.“ Im Tiebreak war Zverev bei einem Rettungsschlag am Netz sein „Schlag des Turniers“ gelungen, wie er meinte, als er den Ball, der von der Netzkante kam, volley durch die Beine schlug. „Jetzt kann es losgehen“, befand er erleichtert.
In der zweiten Runde trifft Zverev auf den Kanadier Gabriel Diallo. Dann muss sich Zverev steigern. Gegen Kecmanovic agierte er in den Sätzen zwei und drei viel zu passiv und bewegte sich an der Grundlinie phlegmatisch. Erfolgreich war auch Daniel Altmaier, 27, aus Kempen, er besiegte den Kroaten Marin Cilic 6:2, 6:3. Diego Dedura, 18, aus Berlin verlor 4:6, 5:7 gegen den Italiener Flavio Cobolli, der Nürnberger Justin Engel, 18, unterlag dem Tschechen Vit Kopriva 3:6, 7:5, 2:6.

