Australian Open:Tränen in der Hitze von Melbourne

Lesezeit: 2 min

Australian Open: "Nach einer halben Stunde haben wir gedacht, wir können nicht mehr": Alize Cornet nach ihrem Sieg gegen Simona Halep.

"Nach einer halben Stunde haben wir gedacht, wir können nicht mehr": Alize Cornet nach ihrem Sieg gegen Simona Halep.

(Foto: Tertius Pickard/dpa)

Die Französin Alize Cornet erreicht bei ihrer 63. Grand-Slam-Teilnahme erstmals das Viertelfinale. Auch bei den Männern gibt es mit zwei Kanadiern Überraschungen.

Der wundersame Lauf der Französin Alize Cornet geht bei den Australian Open weiter. Die 32-Jährige aus Nizza hat in Melbourne die frühere Weltranglistenerste Simona Halep ausgeschaltet und steht bei ihrer 63. Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier erstmals im Viertelfinale. Die ungesetzte Cornet setzte sich mit 6:4, 3:6, 6:4 durch, sank anschließend ergriffen auf die Knie und verdrückte einige Freudentränen. Die 2018-Finalistin und zweimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Halep stützte sich währenddessen erschöpft mit beiden Händen am Netz ab.

"Es war ein unglaublicher Kampf hier in der Hitze. Nach einer halben Stunde haben wir gedacht, wir können nicht mehr. Aber wir haben zweieinhalb Stunden durchgehalten", sagte Cornet anschließend: "Ein Traum wird für mich wahr mit meinem ersten Viertelfinale. Es ist nie zu spät." Das Thermometer zeigte selbst am späten Nachmittag (Ortszeit) noch 33 Grad, als Cornet nach gut zweieinhalb Stunden den Matchball gewann.

Halep waren die Strapazen bei der Hitze anzusehen. Immer wieder stützte sich die 30 Jahre alte Rumänin zwischen den Ballwechseln auf ihrem Schläger ab oder lief zu manchen Bällen nicht mehr richtig hin. In den Pausen versuchten beide Spielerinnen, sich mit Eisbeuteln oder Handtüchern Abkühlung zu verschaffen. "Ich habe mich krank gefühlt, mir war ein bisschen schwindelig", sagte Halep: "Es ist schwer, in der Hitze zu spielen, und ich war dafür heute nicht bereit." Cornet trifft nun auf die an Position 27 gesetzte Danielle Collins, die sich 4:6, 6:4, 6:4 gegen die Belgierin Elise Mertens durchsetzte.

Erstmals stehen zwei Kanadier bei einem Grand-Slam-Turnier in der Runde der besten Acht

Bei den Männern sorgen die kanadischen Tennisprofis weiter für Furore. Einen Tag nach der unerwartet klaren Niederlage von Alexander Zverev gegen Denis Shapovalov zog der 21 Jahre alte Felix Auger-Aliassime ins Viertelfinale der Australian Open ein. Der Weltranglisten-Neunte setzte sich am Montag gegen den frühere Australian-Open-Finalisten Marin Cilic aus Kroatien 2:6, 7:6 (7), 6:2, 7:6 (4) durch. Erstmals sind damit zwei kanadische Tennis-Herren bei einem Grand-Slam-Turnier in der Runde der besten Acht.

Auger-Aliassime und Shapovalov hatten zum Saisonbeginn mit dem kanadischen Team den ATP Cup gewonnen und ihre gute Form bewiesen. Im Viertelfinale der Australian Open fordert Shapovalov am Dienstag nun Rafael Nadal heraus. Auger-Aliassime erhofft sich gegen den russischen Vorjahresfinalisten Daniil Medwedew die Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Den US-Open-Champion trennen nach seinem 6:2, 7:6 (4), 6:7 (4), 7:5 gegen den US-Amerikaner Maxime Cressy noch drei Siege vom zweiten Grand-Slam-Triumph. In einem Spiel der ausgelassenen Chancen musste Titelaspirant Medwedew dreieinhalb Stunden lang für seinen Erfolg kämpfen. Nur drei seiner zwölf Breakchancen konnte Medwedew gegen den Aufschlagspezialisten nutzen.

Zur SZ-Startseite
Teaser Bild Und nun zum Sport 4-3

SZ-Podcast "Und nun zum Sport"
:Novak Djokovic: Wie ein Tennisspieler zum Politikum wurde

Der 34-Jährige wollte ohne Corona-Impfung an den Australian Open teilnehmen - und hat eine Debatte ausgelöst, die weit über den Sport hinausging.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB