Am Ende ließ sich die Bilanz von Alexander Zverev vom Mittwochabend in wenigen, ernüchternden Zahlen zusammenfassen. Mit 4:6, 3:6 hatte er in 97 Minuten sein zweites Match beim ATP-Finalturnier in Turin gegen Jannik Sinner verloren. Man könnte anhand dessen von einer weiteren eindeutigen Niederlage sprechen. Es war die dritte Pleite gegen den Italiener binnen 17 Tagen, nach einer sehr knappen Partie in Wien und einer deutlichen Schmach in Paris. „Man darf eine Partie nicht immer nur am Resultat beurteilen“, sagte Zverev jedoch.
Es gibt, wenn man genauer hinsieht, tatsächlich Anlass zur Hoffnung für den Deutschen nach diesem Abend in Turin. Was einerseits mit Sinner zu tun hatte: Der spielte eine weitere herausragende Partie, es war sein 28. Sieg in Serie bei einem Hallenturnier. Das mündete allerdings nicht in Chancenlosigkeit für Zverev: Trotz Sinners starker Bilanz von zwölf Assen gelang es dem Deutschen immer wieder, seinen Kontrahenten unter Druck zu setzen.
Zverev spielt am Freitag gegen Auger-Aliassime um den Halbfinaleinzug
Sieben Breakbälle erarbeitete Zverev sich im Matchverlauf, was bemerkenswert ist. Allein: Sie blieben allesamt ungenutzt, weil Sinner unter Druck sein bestes Tennis zeigte (bei keinem der Breakbälle benötigte er einen zweiten Aufschlag). Er war – einmal mehr – in den beiden entscheidenden Phasen des Matches der bessere Spieler. „Deswegen ist er an der Position, an der er ist: weil er seine Chancen nutzt“, sagte Zverev.
Die Erkenntnis, die für den Weltranglistendritten daher bleibt: „Für mich ist das Grundlinienspiel wichtig und wie wir die Punkte gespielt haben.“ Da wiederum erkannte Zverev eine eindeutige Verbesserung im Duell mit Sinner, auch wenn dessen neuerdings variableres Spiel seine Gegner vor neue Herausforderungen stellt. Einem kurzen Stoppball nach dem anderen musste Zverev am Mittwoch nachlaufen, meist erfolglos.
Es gibt allerdings die Chance, noch in dieser Woche bessere Antworten zu geben. „Ich hoffe, wir sehen uns wieder“, sagte Zverev, an Sinner gerichtet. Am Sonntag wäre das, in einem möglichen Finale; Sinner ist nach seinem zweiten Sieg in der Gruppe bereits für das Halbfinale am Samstag qualifiziert. Zverev müsste dafür am Freitag gegen Félix Auger-Aliassime sein drittes Gruppenspiel gewinnen. Der Kanadier hat ebenfalls noch Chancen weiterzukommen, nach einer Niederlage gegen Sinner und einem Sieg gegen den US-Amerikaner Ben Shelton. Eine „sehr realistische Chance, ins Halbfinale zu kommen“ erkannte Zverev, der sich von den blanken Zahlen, die am Mittwochabend gegen ihn sprachen, nicht beeindrucken ließ.

