Alexander Zverev steht bei den Australian Open kurz vor der Erfüllung seines großen Ziels. Zum dritten Mal zog der Weltranglistenzweite ins Endspiel eines Grand-Slam-Turniers ein. Im Halbfinale von Melbourne musste sein Gegner, der Rekord-Turniersieger Novak Djokovic (10 Titel), nach dem ersten Satz aufgeben, den Zverev 7:6 (7:5) gewonnen hatte.
„Ich bin glücklich, im Finale der Australian Open zu stehen. Ich habe schwere Niederlagen erlebt. Vielleicht ist es Zeit für mich, ein bisschen Glück in einem Grand-Slam-Finale zu haben“, sagte Zverev. Zuvor hatte er Djokovic, der schon im Viertelfinale angeschlagen angetreten war, seine Hochachtung entgegengebracht: „Es gibt niemanden, den ich so sehr respektiere wie Novak.“ Außerdem richtete er einen Appell an die Zuschauer in der Rod Laver Arena, von denen manche nach der überraschenden Aufgabe buhten und pfiffen: „Bitte buht keinen Spieler aus, wenn er wegen einer Verletzung aufgeben muss.“
Für Zverev, der 2024 im Halbfinale an Daniil Medwedew gescheitert war, ist es das erste Finale in Melbourne. Bei den US Open 2020 und den French Open im vergangenen Jahr hatte sich der Hamburger jeweils in fünf Sätzen geschlagen geben müssen. Am Sonntag (9.30 Uhr, Eurosport) wartet nun ein Duell mit dem Titelverteidiger Jannik Sinner aus Italien oder Ben Shelton aus den USA, die am Freitag ab 9.30 Uhr noch den zweiten Finalisten ausspielen.
Zverev will der erste deutsche Grand-Slam-Sieger seit Boris Becker 1996 werden. Es ist bereits sein 36. Titel-Anlauf bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere. Djokovic hingegen muss nach der Niederlage gegen den Deutschen weiter auf seinen 25. Majortitel und damit den alleinigen geschlechterübergreifenden Rekord warten - noch teilt er sich die Bestmarke mit der Australierin Margaret Court.

