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Zverev-Sieg in Madrid:"Wunderbar! Ich habe es genossen"

Mutua Madrid Open - Day Eleven Alexander Zverev of Germany in action against Matteo Berrettini of Italy (not seen) durin

Alexander Zverev gewinnt das Finale gegen Matteo Berrettini in Madrid.

(Foto: Oscar Gonzalez via www.imago-images.de/imago images/NurPhoto)

Alexander Zverev gewinnt das Turnier in Madrid in furioser Manier durch einen Finalsieg gegen den Italiener Matteo Berrettini. Der Hamburger hat auf Sand einen beachtlichen Sprung gemacht.

Von Barbara Klimke

Jedes Jahr im Frühling, wenn in den wärmeren Gefilden die Mandelbäume blühen, tritt Alexander Zverev gegen das selbe Vorurteil an. Die Sandplätze der europäischen Saison, heißt es dann, seien nicht unbedingt sein bevorzugtes Terrain. Eine unbelegte These, wie der Weltranglistensechste findet: Denn auf rotem Untergrund erlernte er das Tennisspiel; auf rotem Untergrund hat er früh in seiner Karriere die ersten Trophäen erobert. Und auf der roten Asche ist der 1,98 Meter große Schlaks auf langen Beinen am Sonntagabend zum Sieg im Masters-Turnier von Madrid geschlittert. 6:7 (8:10), 6:4, 6:3 schlug er den Italiener Matteo Berrettini im Finale nach großem Kampf. "Wunderbar! Ich habe es genossen", gab Zverev danach zu Protokoll.

Nach mehr als zweieinhalb Stunden verwandelte er den zweiten Matchball auf dem Center Court der "Caja Magica". Keinen Satz hatte Zverev, 24, auf dem Weg ins Endspiel des mit 2,6 Millionen Euro dotierten Turniers abgegeben, in dem er in furioser Manier nacheinander erst den Spanier Rafael Nadal, dann den Österreicher Dominic Thiem aus dem Weg geräumt hatte: die unbestrittenen Meister des Schlagabtauschs auf diesem Geläuf. Erst Berrettini, 25, nutzte seine erste Chance am Sonntag: Im Tiebreak des ersten Durchgangs lag der Italiener schon 5:0 in Führung, ehe sich Zverev noch einmal auf 8:8 herankämpfte. Dann leistete er sich einen Doppelfehler und gab den Satz noch aus der Hand.

Es war ein untypischer, seltener Fehler an diesem Abend. Denn auf den Aufschlag war Verlass in Madrid. Noch beim vergangenen Turnier in München war Zverev im Viertelfinale gescheitert, weil ihn beim Service das große Zittern, Yips genannt, überkam. Diesmal hatte er die Nerven im Griff. Den zweiten Satz sicherte er sich 6:4, im dritten reichte das Break zum 3:2, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen.

Drei Wochen vor Beginn der French Open präsentierte sich Zverev in Madrid in bestechender Form. So ist er unverhofft auf rotem Belag nun auch in eine Favoritenrolle für den Höhepunkt der Frühlingssaison in Paris (30. Mai bis 13. Juni) gerutscht. Denn noch souveräner als der Sieg gegen Berrettini war die Vorstellung, die er tags zuvor gegen seinen Freund und Kollegen Dominic Thiem, den zweimaligen Paris-Finalisten, gab (6:4, 6:4). Und als Höhepunkt der Woche muss das Match gegen Rafael Nadal, 34, gelten, in dem es Zverev gelang, den spanischen Sandplatz-Matador aus seinem Revier zu fegen.

Dass er an guten Tagen gegen Nadal, den 20-maligen Grand-Slam-Sieger, bestehen kann, hatte Zverev bereits mehrmals unter Beweis gestellt (die Bilanz steht bei 5:3 für Nadal). Erstmals ist ihm nun aber - im vierten Versuch - ein Sieg auf Sand gelungen; noch dazu in Spanien, vor rund 4800 Zuschauern. "Ich habe das Gefühl gehabt, dass ich das Match selber gewonnen habe. Das ist ein relativ angenehmes Gefühl, wenn man gegen Nadal spielt", hatte Zverev nach dem Match im Sender Sky offenbart. Zumal er eine Partie gegen Nadal auf diesem Boden zuvor als die ultimative Herausforderung beschrieben hatte.

So bleibt als Zwischenfazit, dass sich Zverev offenbar nicht nur von der Ellbogenverletzung erholt hat, die ihn in den vergangenen Monaten quälte, sondern auch von den Yips, dem Aufschlagzittern. Sandplatzspielen kann er ohnehin. Das Masters in Madrid hatte er schon vor drei Jahren gewonnen. Und jetzt geht es nach Rom, wieder auf Sand. "Auch ein Turnier, das ich mag", hat er am Sonntag gesagt. Und auch ein Turnier, das er schon einmal, im Frühling 2017, gewonnen hat.

© SZ/sid/sz/bkl/ska
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