Burruchaga. Ein Name wie Donnerhall, zumindest für die älteren Zeitgenossen. Leider unvergessen, wie dieser Jorge Burruchaga nach Pass eines gewissen Diego Maradona samt Ball auf und davon rannte, zu schnell für Hans-Peter Briegel, zu präzise im Abschluss für Toni Schumacher, und mit einem Schuss ins lange Eck die Aufholjagd von Rummenigge, Völler & Co. zunichtemachte.
Verdammt lang her, dieses WM-Finale von Mexiko, 1986. Maximilian Marterer war da noch gar nicht auf der Welt, weshalb ihm der Name seines Gegners vielleicht gar keinen Schauer über den Rücken jagte. Dabei war es in der Tat der Sohn des argentinischen Weltmeisters (und WM-Zweiten von 1990), der ihn am Ende eher unsanft mit 7:5 und 6:0 vom Platz fegte. Roman Andres Burruchaga heißt der junge Mann – er ist 23 –, der in dieser Saison erstmals für den TC Großhesselohe an den Start geht. Außer ihm konnte jedoch nur noch sein Landsmann Thiago Agustin Tirante – ebenfalls ein Zugang – punkten, und so hieß es am Ende des ersten Bundesliga-Spieltags 2:4 aus Sicht des aktuellen deutschen Mannschaftsmeisters.
Gegner war allerdings die schon seit Jahren sehr ordentlich alimentierte Truppe des TC Bredeney Essen, deren Sponsor sowohl für die Damen-, die Herren- als auch für die Herren-30-Bundesliga jeweils beneidenswert spektakuläre Star-Ensembles verpflichtet. Im Vorjahr hatte man sich in einem dramatischen Heimspiel 3:3 vom Meister des Jahres 2023 getrennt, diesmal behielten die Westdeutschen die Oberhand. Womöglich auch, weil Großhesselohes Zugpferd Luciano Darderi, derzeit die Nummer 46 der Tenniswelt, kurzfristig wegen Fiebers ausfiel, zumindest im Einzel.
Justin Engel hat gegen Routinier Oscar Otte keine Chance, am Wochenende feiert er in Großhesselohe Heimdebüt
Am Freitag hatte der auch in der Bundesliga stets so engagiert zu Werke gehende Italiener noch auf Wimbledon-Rasen gestanden, in Runde drei nach vier Sätzen gegen den Australier Jordan Thompson verloren und damit dennoch sein bislang bestes Grand-Slam-Ergebnis erreicht. Zum Doppel gegen Bredeney raffte er sich noch mal auf, unterlag aber mit Partner Burruchaga dem deutschen Duo Yannik Hanfmann und Benjamin Hassan knapp im Match-Tiebreak. Im Spitzen-Einzel hatte Davis-Cup-Spieler Hanfmann Großhesselohes Nummer eins Roberto Caballes Baena nach fast zweieinhalb Stunden knapp mit 7:6, 7:5 in Schach gehalten. Deutlicher dagegen das Duell auf Position vier: Da ließ Bredeneys Routinier Oscar Otte dem 17-jährigen Bundesliga-Novizen Justin Engel beim 6:3, 6:0 keine Chance.
Nach dem Auswärtsspiel in Essen stehen für die Münchner am Wochenende nun die ersten Heimspiele auf dem Programm: Den Auftakt macht dabei die Partie gegen den TK Kurhaus Lambertz Aachen (Freitag, 13 Uhr), bei der das Heim-Debüt von Senkrechtstarter Engel (ATP-Nr. 219) aus Nürnberg geplant ist, gefolgt von der Begegnung gegen den Kölner THC Stadion RW (Sonntag, 11 Uhr). Die Liga-Konkurrenten aus Rosenheim, die sich am ersten Spieltag zu Hause ein 3:3 gegen den FTC Palmengarten erkämpft hatten, müssen am Wochenende in Gladbach und Aachen antreten. Das Süd-Derby gegen Großhesselohe steigt dann am Sonntag, 20. Juli, in Rosenheim.

