Talente bei HSV und Werder:Gouaida spielt frech und mutig

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Die langfristig spannendste Figur dürfte Gouaida sein. Beim SC Freiburg in der vergangenen Saison blieb ihm der Durchbruch noch verwehrt, nun ist der Franzose 21 - und den entscheidenden Schritt weiter. Er wirkte wenig nervös bei seinen ersten Einsätzen, spielte offensiv mutig, hat freche Aktionen im Repertoire. "Ich habe keine großen Unterschiede zu gestandenen Profis bemerkt", sagte Zinnbauer über Gouaida, "in unserer Situation geht es nicht darum, ob ein Profi- oder U23-Spieler auf dem Platz steht."

Auch Skripnik, sein Kollege bei Werder, macht da keine Unterschiede. Wie Zinnbauer trainierte er zuvor die U23 und bindet nun auch diese Spieler ein, um den Klub vor dem Abstieg zu bewahren. Skripnik hat eine Ahnung davon, wer im Stadion vor 50 000 Zuschauern bestehen kann, und welche Typen geeignet sind, bei den Fans etwas von der verlorenen Glaubwürdigkeit zurückzuholen.

"Es ist eine Riesenchance für uns junge Spieler, dass Viktor uns kennt", glaubt Melvyn Lorenzen, der Junge, der seinen Urlaub absagen musste. Er spielt eigentlich für das Regionalligateam, das bereits Winterpause macht, wurde nach einem Knorpelschaden im Knie erst vor wenigen Wochen wieder für fit erklärt. Skripnik brachte ihn trotzdem. Ein Risiko, doch er wurde belohnt.

Im Spiel gegen Hannover enteilte Lorenzen auf der linken Seite, ließ seinen Gegenspieler mit einem flinken Wackler an der Strafraumgrenze aussteigen und jagte den Ball mit Wucht zum zwischenzeitlichen 2:1 ins linke, untere Eck. Von Cristiano Ronaldo hat man solche Tore schon gesehen, oder von Arjen Robben, nur von rechts. "Meine Mutter ist auf der Tribüne fast umgekippt", erklärte Lorenzen hinterher. Vor ein paar Wochen hatte er noch in der Reha einen Mattenwagen durch eine Turnhalle geschoben.

Ein weiteres Tor, das späte zum 3:3, schoss Selke, der schon länger als deutsche Sturmhoffnung gehandelt wird. Er ist erst 19 Jahre alt. Skripnik sieht sich bestätigt. "Jeder Spieler kann sich im Training empfehlen", sagt er, "ich muss spüren, dass er für Werder brennt." Am Montag gab der Klub bekannt, dass Eljero Elia keine Zukunft mehr an der Weser hat. Er ist der teuerste Spieler des Kaders, hat aber viel zu selten für die Mannschaft gebrannt.

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