bedeckt München 32°

Tahiti beim Confed-Cup:Inselfußballer im Märchenland

Tahiti debütiert beim Confed-Cup

Tahiti debütiert beim Confed-Cup (Archivbild vom Finalspiel der Ozeanienmeisterschaft 2012 auf den Salomonen, das die Tahitianer aus Französisch-Polynesien mit 1:0 gegen Neukaledonien gewannen).

(Foto: dpa)

Tahiti ist der Exot unter den Teilnehmern des Confed-Cups. Aus Mehlträgern und Kletterarbeitern versucht Trainer Etaeta ein Team zu formen. Er glaubt nicht, dass eine Fußballnation wie Spanien sein kleines Land auf dem Platz blamieren wird. Weil dies der Anstand verbiete.

Extrem laut ist es zuletzt geworden im Training der Fußball-Nationalmannschaft von Tahiti. Fangesänge, Sprechchöre und Jubelschreie aus 10.000 Kehlen begleiteten die Einsätze der Fußballer aus dem Inselarchipel im Südpazifik. Früher waren selten mehr als hundert Zuschauer zu hören, wenn die eigene Nationalelf spielte. Doch jetzt ist alles anders.

Am Freitag beginnt der Confedarations Cup in Brasilien, und Tahiti ist der Exot unter den Teilnehmern. Noch nie stand die Nationalmannschaft so sehr im Fokus, noch nie spielten die Inselfußballer in solch großen Stadien.

"Wir haben beim Training zu Hause über den Lautsprecher die Stimmung eingespielt, damit sich die Jungs an das Geschrei von 100.000 Zuschauern gewöhnen können und nicht überwältigt sind", sagt Trainer Eddy Etaeta. Die gigantische Stimmung beim Training war also nur ein Trick. Etaeta weiß: "Es ist sehr schwer, sich bei diesem Geräuschpegel auf das Spiel zu konzentrieren, wenn man im Kopf nicht vorbereitet ist."

Fußball Ärger auf der Brust
Boykottaktion von Stürmer Papiss Cissé

Ärger auf der Brust

Papiss Cissé will das neue Trikot seines Klubs Newcastle United nicht anziehen - weil der Sponsor mit seiner Werbebotschaft gegen die Glaubensgrundsätze des Moslems verstößt. Es ist nicht der erste Streitfall zwischen strengem Glauben und Fußballkommerz.   Von Johannes Aumüller

Die Tahitianer nehmen den Confed-Cup ernst. Vom 15. Juni bis 1. Juli muss sich der Fußball-Zwerg in der Vorrunde mit Weltmeister Spanien, mit Uruguay und Nigeria messen - unter anderem im fast 100.000 Zuschauer fassenden Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro. Angreifer Steevy Chong Hue sagt, so viele Menschen wüssten daheim in Tahiti nicht mal, dass es eine nationale Fußballmannschaft gibt. Wie auch? Gerade einmal knapp 190.000 Menschen leben auf der kleinen Insel im Pazifischen Ozean. Das Land hat eine Fläche, etwa so groß wie Berlin.

Das Weiterkommen beim Confed-Cup ist nahezu ausgeschlossen, der Erfolg ist bereits die bloße Teilnahme. Auch wenn die Mannschaft, wie erwartet, alle Gruppenspiele verlieren sollte, bekommt der Verband Einnahmen von rund 1,3 Millionen Euro. Eine willkommene Finanzspritze für ein Land mit geringen Fußballressourcen und noch geringerem Fußballbudget.

Angreifer Hue war es, der mit seinem Tor zum 1:0-Sieg über Neukaledonien im Finale der Ozeanienmeisterschaft für die erste Qualifikation eines Pazifik-Inselstaates für den Confed-Cup sorgte. Tahiti durchbrach damit die Dominanz der Seriensieger Australien (seit 2006 Teilnehmer der Asienmeisterschaft) und Neuseeland. Eine ganz schöne Sensation.