Erst geschlossene Schwimmbäder während der Corona-Pandemie, dann die Energiekrise und eine hohe Inflation: Viele Eltern in München können sich für ihre Kinder keinen Schwimmkurs leisten – und wenn doch, sind die Wartezeiten in der Großstadt oft unendlich lang. Deshalb hat die Dr.-Ludwig-Koch-Stiftung zusammen mit der SZ-Sportredaktion das Projekt „Schwimmen lernen“ ins Leben gerufen. Die Stiftung fördert seit den Olympischen Spielen 1972 den Kinder- und Jugendsport in München. Ziel der Aktion es, im Jahr 2025 möglichst vielen zusätzlichen Kindern eine kostenlose Teilnahme an Schwimmkursen zu ermöglichen. „Da es immer wieder zu schweren Badeunfällen kommt, haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Kindern Schwimmunterricht zu ermöglichen und Eltern für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren“, sagt der Stiftungsvorstand Horst Staimer.
Zusammen mit der Aquatics-Schwimmschule des Weltmeisters und Olympia-Bronzemedaillengewinners Christian Tröger und der Stadt München, die das Bad zur Verfügung stellt, konnten so bis Ende Juli im einstigen Schwimmbecken der Versicherungskammer Bayern (Gewürzmühlstraße 8) rund 125 Kinder aus sechs Kindergärten in zwei Kurswellen schwimmen lernen. Die Kosten von rund 25 000 Euro trägt komplett die Dr.-Ludwig-Koch-Stiftung, die Stadt München stellte die Schwimmhalle zur Verfügung und kümmerte sich um Organisatorisches. „Jedes Kind sollte schwimmen können. Mit der Durchsetzung eines entsprechenden Grundrechts ließen sich viele Leben retten“, sagt Tröger.
Die Premiere fand so großen Anklang, dass die Stiftung sich nun dazu entschieden hat, im Herbst eine dritte Welle an Kursen zu starten – auch hier würde sie die Kosten vollständig übernehmen. Allerdings laufen die Gespräche dazu noch, es braucht auch noch eine Beschlussvorlage, „da es sich hier um Spendengelder handelt. Das heißt, für die nächste Phase der Schwimmkurse wird auch noch die Zustimmung des Stadtrats benötigt“, teilt die Stadt München dazu mit. Eine private Anmeldung ist allerdings nicht möglich, da die Stadt die Kindergärten, mit denen sie kooperiert, aussucht.
Der Mangel an Übungsleiterinnen und Übungsleitern ist generell ein großes Problem. Wer also Lust verspürt, Schwimmkurse zu leiten und eine entsprechende Trainer/innen-Ausbildung zu absolvieren, kann sich unter info@aquatics-world.de melden.
Auf der Seite sz.de/schwimmenlernen haben wir außerdem weitere Informationen zum Thema Schwimmen und auch zum SZ-Projekt zusammengestellt.

