Suspendierter Fifa-Präsident:Niersbach fordert Blatter-Rücktritt

Wolfgang Niersbach

"Die Zukunft kann nur gestaltet werden ohne den bisherigen Präsidenten, ohne Sepp Blatter", sagt Wolfgang Niersbach.

(Foto: dpa)

"Die Zukunft kann nur gestaltet werden ohne den bisherigen Präsidenten, ohne Sepp Blatter", sagt der DFB-Präsident.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat nach der Suspendierung von Joseph Blatter den Rücktritt des Schweizer Fifa-Bosses gefordert. "Die Zukunft kann nur gestaltet werden ohne den bisherigen Präsidenten, ohne Sepp Blatter", sagte er in Dublin.

Auch Uefa-Präsident Michel Platini müsse bedenken, ob er seine Kandidatur als Blatters Nachfolger an der Spitze des Weltverbandes aufrechterhalten könne, fügte Niersbach an. Platini war wie Blatter von der Ethikkommission der Fifa für 90 Tage suspendiert worden. Niersbach nannte die Geschehnisse für Platinis Ambitionen einen "schweren Rucksack". Er hab deshalb eine Dringlichkeitssitzung der Uefa-Spitze für kommende Woche ebenso angeregt wie ein "schnellstmögliches" Treffen der Fifa-Exekutive.

Eigene Ambitionen auf eines der beiden Spitzenämter wies Niersbach zurück. Es gehe jenseits verschiedener Personalien jetzt darum, "dass ein neuer Geist reinkommt und die Dinge, die uns über Jahre belasten, nicht mehr vorkommen".

Weitere Reaktionen

Liga-Präsident Reinhard Rauball forderte einen "kompletten Neuanfang" beim Fußball-Weltverband - "personell und organisatorisch". Der Weltfußball stehe "vor der größten Herausforderung seiner Geschichte. Mit Rhetorik alleine ist es schon lange nicht mehr getan. Vor diesem Hintergrund ist der heutige Tag auch eine Chance. Die großen Nationalverbände und Ligen in Europa sind meiner Meinung nach zwingend gefordert, mit einer gemeinsamen Position ihr Gewicht für einen echten Neuanfang einzubringen", so Rauball.

Auch IOC-Präsident Thomas Bach forderte den Fußball-Weltverband zum Handeln auf sprach sich für einen "glaubwürdigen, externen Präsidentschaftskandidaten mit hoher Integrität" aus. "Genug ist genug. Wir hoffen, dass nun jeder bei der Fifa verstanden hat, dass man nicht passiv bleiben darf. Es muss umgehend gehandelt werden, um Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen, da man nicht auf Dauer die Glaubwürdigkeit der Fifa von der Glaubwürdigkeit des Fußballs abkoppeln kann", teilte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees in einem Statement mit.

Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk befürchtet trotz der Suspendierung, dass Blatter sich weiterhin an seine Macht klammern wird. "Das ist ja sein gutes Recht", sagte Schenk dem sid. "Aber Blatter täte der Fifa den besten Gefallen, wenn er sofort zurücktreten würde. Nur dann lässt der Druck nach."

Bundesjustizminister Heiko Maas freute sich bei Twitter über Blatters Suspendierung, der niederländische Fußballverband sprach auf demselben Kanal von einer "Schande für den gesamten Fußball, dass der Fifa-Präsident Sepp Blatter zum wiederholten Mal für sehr schlechte Nachrichten sorgt."

© Süddeutsche.de/sid/fued/gal
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