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Europäischer Fußball:Super League bricht nach nur zwei Tagen zusammen

Nachdem alle englischen Klubs ihren Ausstieg bekannt gegeben haben und am Mittwoch Atlético Madrid und Inter Mailand folgen, erklärt Mitinitiator Agnelli das Ende der Super League.

Die Super League wird es nicht geben. Das bestätigte Andrea Agnelli, einer der Hauptinitiatoren des Projekts und Juventus-Präsident, der Agentur Reuters. Auf die Frage, ob das Projekt trotz des Ausstiegs aller englischen Vereine umsetzbar sei, sagte Agnelli am Mittwoch: "Um offen und ehrlich zu sein: Nein, das geht offensichtlich nicht."

Agnelli war einer der Initiatoren des Projekts einer geschlossenen Liga mit 20 Teilnehmern, von denen 15 unabhängig von der sportlichen Qualifikation teilnehmen sollten. Er hatte bis zuletzt für die "Super League" gekämpft. Der Juve-Präsident sagte nun, er bereue nichts und bleibe der Überzeugung, dass der europäische Fußball Veränderung brauche. "Ich bleibe überzeugt von der Schönheit dieses Projekts. Aber ich muss zugeben, dass dieses Projekt jetzt nicht mehr läuft."

Uefa-Präsident Aleksander Čeferin öffnete den Vereinen bereits die Tür für die Rückkehr in die Wettbewerbe der Europäischen Fußball-Union.

In der Nacht zum Mittwoch gaben alle englischen Teams ihren Rückzug von dem Vorhaben bekannt - die Macher wollten das Projekt in der Folge aber zunächst nur "überdenken". Das geht aus einer Mitteilung hervor, über die unter anderem die Nachrichtenagentur AP berichtete. "Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und zugleich die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft zu erhöhen", hieß es demnach.

Zuvor hatten sich die Reihen der Rebellen gelichtet. Als erster der Initiatoren hatte Manchester City am Dienstagabend seine Teilnahme wieder abgesagt. Dem folgten die anderen fünf englischen Mitgründer FC Liverpool, Manchester United, FC Arsenal, Tottenham Hotspur und FC Chelsea. Am Mittwoch verschickten Atlético Madrid, sowie Inter und AC Mailand die offizielle Resignation.

"Wir haben einen Fehler gemacht und wir entschuldigen uns dafür", hieß es in einem Tweet des FC Arsenal. Der FC Chelsea schrieb: "Nachdem wir uns der Gruppe Ende letzter Woche angeschlossen haben, hatten wir jetzt Zeit, uns eingehend mit der Angelegenheit zu befassen und wir haben entschieden, dass unsere fortgesetzte Teilnahme an diesen Plänen nicht im besten Interesse des Klubs, unserer Fans und der breiteren Fußballgemeinschaft ist."

Uefa-Chef Čeferin begrüßt die Rückzugspläne der Mitgründer

Zwölf europäische Spitzenklubs, darunter neben City und Chelsea der FC Liverpool, Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fußball-Union Uefa. Aus der Bundesliga hatte sich kein Verein der Super League angeschlossen, auch Frankreichs Serienmeister Paris Saint-Germain hatte eine Teilnahme abgelehnt. Finanziert werden sollte das Projekt durch eine US-Großbank.

In England, der Heimat der Hälfte der zwölf Gründerklubs, drohte Premierminister Boris Johnson mit scharfen Sanktionen. Er kündigte in der Sun an, dem "lächerlichen" Milliardenprojekt die rote Karte zu zeigen. Sein Sportminister Oliver Dowden stellte im Parlament drastische Ideen vor, um die "Big Six", die englischen Spitzenvereine, von einer Teilnahme abzuhalten. Sogar Prinz William - Präsident des nationalen Verbandes FA - mischte sich ein. Auch nationale Verbände und viele andere Klubs kritisierten die Pläne massiv.

Die Uefa um ihren Präsidenten Aleksander Čeferin hatte die Initiatoren der Super League scharf attackiert und mit harten Sanktionen gedroht. Die Klubs sollten aus der Champions League ausgeschlossen werden, ihren Nationalspielern drohte eine Sperre für die Europameisterschaft im Sommer. Dem europäischen Klub-Fußball drohte eine Schlammschlacht vor Gericht, möglicherweise schon vor dem Halbfinale der aktuellen Champions-League-Saison Anfang Mai. Diese Gefahr ist nun gebannt.

© SZ/dpa/SID/aner/schm/jsa
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