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Super League:Gegenangriff des Trios

Dringt auf Konsequenzen: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin.

(Foto: Richard Juilliart/AP)

Die drei Gründungsklubs einer geschlossenen Liga wehren sich gegen Sanktionsabsi der Uefa. Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin werfen dem europäischen Fußballverband "inakzeptable Drohungen" vor.

Die drei Super-League-Gründer Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin gehen nach den angeblich "inakzeptablen Drohungen" durch die Europäische Fußball-Union (Uefa) zum Gegenangriff über. In einer am Samstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung erhebt das Trio seinerseits Vorwürfe gegen den Dachverband: Sie selbst, betonen die drei Klubs, hätten lediglich "zum Wohle des Fußballs" gehandelt und spürten "die Verpflichtung durchzuhalten". Der Kontinentalverband dagegen verweigere sich weiterhin jeglichen Diskussionen um die zunächst krachend gescheiterten Super-League-Pläne, hieß es. Stattdessen kämen nur "inakzeptable Drohungen und fortgesetzter, unerträglicher Druck". Außerdem sei der Uefa wie dem Weltverband Fifa bereits gerichtlich untersagt worden, gegen die Gründung der Reichenliga vorzugehen, behauptet das Trio.

Die Uefa hatte am Freitagabend mitgeteilt, gegen die drei Vereine aus Spanien und Italien mit aller juristischen Härte vorgehen zu wollen, weil diese sich "bisher geweigert haben, der so genannten Super League abzuschwören". Die Angelegenheit werde an die zuständigen Disziplinarorgane weitergeleitet. Dem Trio drohen massive Strafen. Aus dem ursprünglichen Dutzend der Klubs, die eine geschlossene Liga ohne Abstieg gründen wollten, haben nur der FC Barcelona, Real Madrid und Juventus Turin ihre Ambitionen für diese Super League nicht aufgegeben.

Real, Barca und Juventus betonen, dass die ursprünglich zwölf Super-League-Klubs ihr Vorhaben immer nur unter der Maßgabe der Zustimmung durch "Uefa und/oder Fifa" hatten umsetzen wollen. Auch sei nie geplant gewesen, die jeweiligen nationalen Ligen zu verlassen. Des weiteren wiederholen sie ihre Argumente für die Super League, unter anderem finanzielle Stabilität in schwierigen Zeiten.

In dem Streit hat sich Fifa-Präsident Gianni Infantino am Wochenende klar auf die Seite der Uefa gestellt. Zugleich warnte er aber vor einer weiteren Eskalation der Situation. "Eine friedliche Lösung ist besser als ein Konflikt, wir müssen uns gemeinsam Problemen stellen. Aber wir werden uns immer gegen Wettbewerbe stellen, die die Einheit und Solidarität bedrohen", sagte Infantino im Interview der spanischen Zeitung As. Die Fifa lehne wie die Uefa die Super League ab. "Trotzdem ist es auch meine Verpflichtung, zwischen den Parteien zu vermitteln, damit ein tiefgreifender und konstruktiver Dialog auf der Suche nach positiven Lösungen beginnt", sagte Infantino. Die Türen der Fifa stünden allen offen. Aber: "Entweder wollen die Vereine Teil der Strukturen des Fußballs sein, oder sie müssen sich den Konsequenzen stellen."

© SZ/sid/dpa/bkl
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