Roger Goodell beim Super Bowl:Goodell hat nur ein Ziel

Der Mann ist viel zu abgebrüht, um sich von einer Meute von Journalisten aus der Reserve locken zu lassen. Schließlich ist es nicht Goodells Kernkompetenz, tiefgreifende Analysen zum sportlichen Geschehen und zu den gesellschaftlichen Nebengeräuschen seiner Sportart zu geben. De facto ist seine mit Abstand wichtigste - manche Beobachter sagen sogar einzige - Aufgabe, den Reichtum seiner Organisation und der 32 Klubs zu mehren, die das gigantische Spektakel American Football mit Leben füllen.

Es geht nicht um Feinheiten, es geht um Big Business. Längst hat sich American Football als weltweit potenteste Sportmarke etabliert. Kolportierte 15 Milliarden Dollar Jahresumsatz werden derzeit mit dem Werfen und Fangen des eiförmigen Balles generiert. Tendenz steigend. Der Plan lautet, die jetzt schon gigantische Summe innerhalb der kommenden acht Jahre auf 25 Milliarden zu steigern.

So hat es Goodell im Jahr 2010 verkündet. Viele Experten sind nun der Überzeugung, dass der große Geschäftemacher auf einem guten Weg ist. Der Commissioner schafft immer mehr Geld ran, dafür lässt er sich fürstlich entlohnen. Und zwar mit sagenhaften 200 Millionen Dollar für seinen bis 2023 datierten Fünf-Jahres-Vertrag. Dazu kommt das Privileg, den Lear Jet der NFL bis zum Ende seines Lebens nutzen zu dürfen.

Um den Auftrag erfüllen zu können, mit aller Macht zu wachsen, gibt es keine Denkverbote. Zum Beispiel die Expansion der ur-amerikanischen Sportart in fremde Länder. In London und Mexiko ist die NFL bereits vorstellig geworden - nun gilt es, sich auch auf anderen Märkten umzuschauen. Als ein chinesischer Journalist wissen wollte, ob auch sein Land für Football interessant sei, bezeichnete Goodell das Reich der Mitte vielsagend als "Priority Market" seiner Organisation. Es könne durchaus sein, "dass wir schon innerhalb der nächsten Monate aufregende Neuigkeiten zu vermelden haben". Dazu lächelte Goodell vielsagend. Die Aussicht, dass 1,4 Milliarden potentielle Neukunden das Geschäft mit der NFL ankurbeln, ist zu attraktiv, um auf Understatement zu machen. Und so endete in Atlanta der Auftakt zur "greatest Show on earth".

© SZ.de/jbe/rus
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