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Super-Bowl-Sieger Kansas City:Was war mit Mahomes los?

Was war vor dem Spiel nicht alles über die Stars der beiden Mannschaften geredet worden, über die vielen Offensivspieler der Chiefs, die oft als "Waffen" bezeichnet werden, und darüber, wer von ihnen im Super Bowl am ehesten zünden würde. Doch dann schien es sehr lange, als würde es überhaupt nicht der Abend der erwartbaren Stars werden. Auf Seiten der Chiefs kamen Tyreek Hill und Travis Kelce überhaupt nicht zum Zug, bei den 49ers führte der Ballträger Raheem Mostert, der erfolgreichste Spieler der gesamten Playoffs, keinen einzigen Lauf aus. Erst als der Abend immer später wurde, kamen sie mehr ins Spiel. Doch was war mit Mahomes los?

Der junge Quarterback wirkte schon kurz nach dem Spiel recht aufgeräumt. Er wolle so viele Super Bowls wie möglich gewinnen, hatte er vor der Partie gesagt. Nach dem Abpfiff bestätigte er noch einmal, dass er diesen Erfolg tatsächlich nur als ersten Schritt sehe "zu dem, wo ich hinwill". Er gab zu, dass seine schwache Phase im dritten Viertel vor allem auf ein paar harte Hits zuvor zurückzuführen sei, die ihn mitgenommen hatten. Oft hatte er zu viel Zeit gebraucht, um den Ball zu werfen, manchmal fehlte ihm ungewöhnlicherweise die Genauigkeit. So ließ er sich gleich zu zwei Interceptions hinreißen, in der gesamten Saison waren es zuvor nur fünf gewesen.

Der 49ers-Trainer muss zum zweiten Mal getröstet werden

Dass Mahomes die Scharte selbst wieder ausgewetzt hatte, brachte ihm dann auch den Award für den wertvollsten Spieler (MVP), wenngleich das ein wenig unfair war. Chiefs-Runningback Damien Williams hatte über das gesamte Spiel hinweg eine solide Leistung gezeigt und zwei Touchdowns erzielt. Doch einem Quarterback den MVP wegzunehmen, das ist einem weniger renommierten Runningback schon Jahrzehnte nicht mehr gelungen.

"Okay, keine Verletzungen", sagte Andy Reid, als er lange nach dem Spiel vors Podium trat. Die Mannschaft habe ja wild gefeiert, vor allem ihn, Reid, denn für die Trainerlegende war es der erste Super-Bowl-Erfolg. Aus der Kabine ertönte noch der "Tomahawk Chop", ein Fangesang der Chiefs, was ja so viel bedeutet wie: Häuptlinge.

50 Meter entfernt in den Katakomben des Stadions trat zu dieser Zeit ein älterer Herr in die Kabine der 49ers, gestützt auf den Arm seiner Ehefrau, er wirkte sehr enttäuscht. Es war Mike Shanahan, der seinen Sohn trösten wollte. Dieser hatte gerade zum zweiten Mal einen Super Bowl verloren, einmal als Co-, diesmal als Cheftrainer. Kyle Shanahan gilt als einer der besten seines Fachs. Womöglich wird auch für ihn bald eine Ära beginnen. Nur noch nicht am Sonntagabend in Miami.

© SZ.de/tbr/thba
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