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Südafrika: Sicherheit:Verbrechen belasten Confederations Cup

Erst Ägyptens Fußball-Mannschaft, jetzt englische Rugby-Fans: Überfälle und dreiste Diebe entfachen ein Jahr vor der WM eine neue Debatte über die Sicherheit in Südafrika.

Nach dem Diebstahl im Teamhotel der ägyptischen Fußball-Nationalmannschaft wird der Confederations Cup nun von einem Raubüberfall auf Touristen belastet. Vier Engländern, die für ein Rugbyspiel der British Lions nach Südafrika gereist sind, wurde in Johannesburg der Mietwagen sowie das gesamte Reisegepäck gestohlen. Zudem wurden sie von den mit Gewehren bewaffneten Tätern geschlagen. Das berichtet die Zeitung Saturday Star.

41.000 zusätzliche Polizisten sollen bei der WM 2010 für die Sicherheit sorgen, darunter die Bundespolizei SAPS.

(Foto: Foto: dpa)

Die Opfer hatten sich nach ihrer Ankunft am Flughafen im Stadtzentrum verfahren und waren offensichtlich von den Tätern verfolgt worden. Im Nobel-Vorort Sandton kam es dann zu dem Überfall. Am Donnerstagabend waren ägyptischen Profis um den Dortmunder Mohamed Zidan nach unterschiedlichen Meldungen umgerechnet von 1800 Euro bis zu mehrere Tausend US-Dollar aus ihren Zimmern entwendet worden.

Der Fußball-Weltverband FIFA und die südafrikanischen WM-Organisatoren wollten zu beiden Vorfällen vorerst keine konkrete Stellungnahme abgeben. "Unser Fokus liegt auf dem Fußball", sagte OK-Sprecher Jermaine Craig am Samstag. "Wir wissen, dass Sicherheit ein wichtiges Thema ist. Die Polizei untersucht diese Angelegenheiten." Ähnlich äußerte sich FIFA-Medienchef Nicolas Maingot beim offiziellen täglichen Mediengespräch im Johannesburger Ellis Park. "Sicherheit ist für uns ein Schlüsselthema. Wir vertrauen den südafrikanischen Behörden für den Confed Cup und für die WM im kommenden Jahr."

Schon vor Turnierbeginn hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter das Sicherheits-Problem in die Verantwortung des südafrikanischen Staates delegiert. Die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung um Präsident Jacob Zuma sei vorbildlich, sagte Blatter. Vor dem Start des Confederations Cup hatte die südafrikanische Polizei offiziell erklärt, Touristen müssten nicht um ihre Sicherheit bangen.

Im November 2007 hatte der Raubmord an dem früheren österreichischen Fußball-Profi Peter Burgstaller auf einem Golfplatz nahe Durban für weltweites Aufsehen gesorgt, da zeitgleich die Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen in der Stadt am Indischen Ozean stattgefunden hatte. Vor wenigen Tagen war es zu einem Raubüberfall im neuen WM-Stadion in Port Elizabeth nach einem internationalen Rugby-Spiel gekommen, bei dem die Tageskasse entwendet wurde.

Die vier in Johannesburg überfallenen Engländer wollen dennoch im Land bleiben, um die Partien der British Lions im Kap-Staat zu verfolgen. "Unser Navigationssystem hat nicht funktioniert. Wir haben uns verfahren und sind erst sehr spät an unserem Hotel angekommen", wurde eines der Opfer von der Zeitung Saturday Star zitiert. Vor der Unterkunft seien sie vom Fahrer einer schwarzen Limousine abgedrängt worden. Die Täter hätten Gewehre gezogen und sie gezwungen, sich abseits der Autos auf den Boden zu legen. Anschließend seien die Täter mit dem Mietwagen und ihrem eigenen Auto davongefahren.

Dazu rücken weitere Verbrechensmeldungen in diesen Tagen das Thema Sicherheit in den Fokus: Bei einem Raubüberfall kam eine Person sogar ums Leben, als vier Personen in Johannesburg gekidnappt wurden. Das Quartett wurde von den Dieben, die mit dem gestohlenen Wagen ins knapp 600 Kilometer entfernte Durban fuhren, in den Kofferraum gesperrt. Vermutlich aufgrund von Dehydrierung (Austrocknung) starb ein 21-jähriges Opfer. Die vier Entführten konnten sich in Durban zwar befreien, aber trotz schnell eingeleiteter ärzlicher Maßnahmen, war ein Opfer nicht mehr zu retten.

Darüber hinaus wurde ein Arzt in seiner Praxis niedergestochen und tödlich verletzt. Die Praxis wurde anschließend von dem oder den Tätern in Brand gesteckt.

Bei der WM 2010 (11. Juni bis 11. Juli), wenn rund eine halbe Million ausländischer Besucher erwartet werden, sollen 41.000 zusätzliche Polizisten für die Sicherheit sorgen. Die südafrikanische Regierung investiert 101 Millionen Euro zusätzlich in die Bundespolizei SAPS. Trotzdem liegt Südafrika mit etwa 50 Morden und 100 Vergewaltigungen pro Tag mit an der Spitze der internationalen Kriminalitätsstatistik. Entführungen und "Car Napping" sind keine Einzelfälle.

WM-Maskottchen

Der kleine Torschütze