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Stürmer vor der WM:Messi bleibt blass

Uruguays Torjäger, im WM-Viertelfinale 2010 gegen Ghana kurz Torwart, schmerzte am Mittwoch der Meniskus. Kurz danach lag der Beißer vom FC Liverpool in Montevideo unter dem Messer. Den Eingriff absolvierte der Chirurg Luis Francescoli, Bruder des früheren Mittelfeldkünstlers Enzo Francescoli. "Hat alles gut geklappt", beruhigte der Doktor. In 15 bis 20 Tagen könne Suárez wieder spielen, das würde reichen für das erste Gruppenmatch am 14. Juni gegen Costa Rica.

Chiles Matías Fernández muss in jedem Fall passen, der Techniker aus Florenz verließ wegen eines defekten Sprunggelenks das chilenische Camp. Arturo Vidal von Juventus Turin hofft trotz seines operierten Knies auf rasche Erholung. Gut sind all diese Nachrichten aus dem Feldlazarett allenfalls für Brasilien, das mit 23 gesunden Männern zu Hause gewinnen soll. Ohne Suárez würde zumindest das Risiko einer weiteren Niederlage gegen Uruguay sinken, eines neuen Maracanazo - jenes legendären Knockouts im WM-Finale 1950. Für eine Gefahr halten die Brasilianer außer den eigenen Organisationsschwierigkeiten indes den Nachbarn und Lionel Messi.

Seit 1986 war Argentinien nicht mehr Weltmeister, seit Diego Maradona. Der Wiedergänger mit der "10" soll es richten, aber in der Nationalelf ging es Messi bei Turnieren schlecht. 2006 bei der Niederlage gegen Deutschland in Berlin Ersatz, 2010 in Südafrika 0:4 vom DFB demoliert. Ein Tor bei zwei WM-Endrunden - lächerlich für den Wunderknaben, der für den FC Barcelona in 277 Partien 243 Mal traf. In dieser Saison war dann erst diese Blessur, danach litten Barça und er. Messi übergab sich auf dem Platz, die Ärzte sind ratlos.

Am Ende blieb er blass, das katalanische Heiligtum scheiterte in Meisterschaft, Pokal und Champions League, Trainer und Landsmann Gerardo Martino gab auf. "Es war nicht mein bestes Jahr", sagt der Messias Messi, der Argentinien erlösen soll.

In Barcelona verdient er künftig 20 Millionen Euro, mehr als jeder andere Fußballer. Aber wenn ihn Barça nicht mehr haben wolle, gehe er woanders hin, grummelte das scheue Idol bei der Ankunft in der Heimat. Früher erholte er sich in Katalonien vom argentinischen Frust. "Ich weiß, dass ich jetzt mit der Auswahl meinen Chip auswechsle", verspricht Messi, "mir ist das so oft umgekehrt passiert." Manche Argentinier glauben, er habe sich diesmal geschont, während sich andere in ihren Klubs die Knochen ruinierten.