Stimmen zum Tod von Radprofi Weylandt:"Teil des Spektakels"

Nach dem Tod des Radprofis Wouter Weylandt beim Giro d'Italia kritisieren Fahrerkollegen die Streckenführungen und Sicherheitsmängel scharf. Auch die internationale Presse beklagt die übertriebene Show.

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Pablo Lastras

Quelle: imago sportfotodienst

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"Man konnte es kommen sehen. Es gab viele gefährliche Kurven, aber nicht ein Warnschild oder eine gelbe Flagge, die das anzeigte. Jegliche Sicherheitsvorkehrungen glänzten durch Abwesenheit."

Der spanische Radprofi Pablo Lastras, der die Etappe als Dritter beendet hatte  

Luis Angel Mate

Quelle: imago sportfotodienst

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"Im Radsport müssen sich viele Dinge verbessern, aber zuallererst unsere Sicherheit. Viele Stürze, viele Verletzungen - und jetzt das. Mir fehlen die Worte."

Der spanische Fahrer Luis Angel Mate über Twitter  

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Quelle: AFP

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"Alles scheint Teil des Spektakels zu sein." Jedes Jahr passieren Stürze, "weil es bei den Zielankünften so etwas wie einen doppelten Bordstein mitten auf der Geraden gibt. Das weiß die ganze Welt seit Jahren, und am besten wissen das die Betrunkenen, die sich immer in dieser Zone zum Zuschauen aufhalten. Trotzdem halten die Organisatoren an diesen Ankünften fest, und niemand sagt etwas. Auch nicht die UCI."

Der spanische Profi Juan Antonio Flecha (im Bild rechts neben seinem früheren teamkollegen Thomas Dekker)  

Joerg Jaksche

Quelle: AP

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"In jeder Hochrisikosportart, egal ob Ski Alpin, Formel 1 oder Radsport ist die Todesgefahr ein permanenter Begleiter. Die Gefahr fährt immer mit, das ist ganz klar. Es passiert im Durchschnitt jedes zweite Jahr ein Todesfall bei einem Radrennen. Dafür sind die Geschwindigkeiten zu hoch, es gibt keine Sturzzonen."

Ex-Profi Jörg Jaksche bei ServusTV  

Pinotti wears the leader's pink jersey on the podium after the 19.3-km team time trial in Turin

Quelle: REUTERS

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"In den letzten Jahren gibt es die Tendenz, für immer mehr Spektakel zu sorgen. Vor 40 Jahren sind die Profis auf normalen Straßen gefahren und nicht wie wir in den Dolomiten über Schotterpisten. Ich habe nichts gegen schwere Etappen, aber die Sicherheit der Fahrer muss gewährleistet sein. Gestern sind 200 Fahrer mit vollem Tempo eine schmale Straße, die noch dazu durch den harten Winter erhebliche Schäden aufwies, hinuntergefahren. Das ist einfach ein großes Risiko."

Der italienische Fahrer Marco Pinotti, der Träger des Rosa Trikots vom Samstag und Sonntag, zur Nachrichtenagentur dpa.  

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Quelle: AP

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"Es ist ein schrecklicher Tag, so wie jeder Tote im Sport schrecklich ist. Wir sind auf solche Eventualitäten vorbereitet, um im Notfall die größte Gewissheit zu haben, mit totaler Effektivität handeln zu können. Aber einige Dinge lassen sich nicht vermeiden."

Giro-Chef Angelo Zomegnan  

Wouter Weylandt

Quelle: AP

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"Ein Tod ist immer tragisch, besonders wenn es einen jungen Menschen trifft. Aber der Tod von Wouter Weylandt setzt uns zu und bewegt uns tief, denn der Mann aus Gent hatte etwas sehr Liebenswertes an sich. Stets fröhlich und spontan, war er ein sehr sympathischer Kerl. Sein Enthusiasmus und seine Fröhlichkeit werden uns fehlen."

La Dernière Heure, Belgien  

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Quelle: AFP

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"Der Giro weint. Eine Tragödie. Addio Weylandt. Ein fataler Sturz bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde."

La Gazzetta dello Sport, Italien  

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Quelle: AFP

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"Die Straße des Giro ist voller Blut. Die Tragödie wurde live übertragen. Eine Stunde voller Tränen und Lügen."

La Repubblica, Italien  

Tour of California- Stage 6

Quelle: AFP

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"Mehr Spektakel oder mehr Sicherheit - dies ist das Dilemma. Die Veranstalter der Etappen-Rennen suchen immer mehr nach Show-Effekten. Zugleich grenzt der Weltverband UCI die Rechte der Fahrer ein."

El País, Spanien  

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Quelle: AFP

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"Weylandt wurde das Opfer einer brutalen Streckenführung."

El Mundo, Spanien  

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Quelle: AP

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"Es sterben mehr Radsportler als Stierkämpfer. Die Todesfälle erinnern uns daran, dass wir es mit einem Risikosport zu tun haben. Dabei leben die Amateure noch gefährlicher als die Profis. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um die Gefahren des Radsports zu begrenzen. Aber ganz ausschließen kann man das Risiko nicht."

As, Spanien  

Giro d'Italia - 5. Etappe - Fahrerfeld

Quelle: dpa

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"Der Radsport ist in der Hand von Veranstaltern, die möglichst spektakuläre Rennen anbieten wollen, damit die TV-Stationen diese live übertragen. Schmerz, Angst und extreme Leistung verkaufen sich gut. Für die Routen werden immer steilere Anstiege und gefährlichere Abfahrten ausgesucht."

Sport, Spanien  

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Quelle: AP

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"Ganz egal, wie viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden - der Radsport bleibt ein Risikosport. Fahrer nehmen ständig Risiken auf sich, die sie durch ihre Fähigkeiten meist sicher umschiffen können. Die Tragödie, die Wouter Weylandt traf, unterstreicht die Gründe, warum einige von uns mit so viel Bewunderung und Respekt auf die Fahrer - sogar die weniger berühmten - schauen."

The Guardian, England  

CYCLING-FRA-DUNKIRK

Quelle: AFP

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"Die Gefahren von extrem schnellen Abfahrten sind seit langem Teil des professionellen Radsports. Sie fordern von den Fahrern, die sie handhaben müssen, extreme Tapferkeit."

The Times, England  

© dpa/sid
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