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Start der Euroleague:Europas Basketball attackiert die NBA

Steven Adams

Spielszene aus der Begegnung der Oklahoma City Thunder gegen Real Madrid in der spanischen Hauptstadt

(Foto: AP)
  • Es tut sich was im Basketball: Zum Start der Euroleague mehren sich Indizien, dass Europas Topklubs genauso gut sind wie so manches NBA-Team.
  • Russell Westbrook von den Oklahoma City Thunder findet die Angriffsreihen der Europäer sogar "zehnmal besser" als jene aus den USA.

Zwei Große des Sports grinsen um die Wette, der eine noch ein Stückchen größer, der andere noch einen Tick berühmter - dieses Bild konnte in der vergangenen Woche bestaunen, wer sich auf dem Instagram-Account von Russell Westbrook herumtrieb. Der Basketballer der Oklahoma City Thunder posierte nach einem Vorbereitungsspiel der NBA in Madrid mit Cristiano Ronaldo, der sich extra in die Katakomben geschlichen hatte.

"NBA Global Games" nennt sich die Werbetour der besten Basketballliga der Welt, deren Stationen neben Madrid in diesem Sommer auch Barcelona, Shanghai oder Peking heißen. Ein paar lockere Tests, weltweite Geschäftsbeziehungen, Basketball als Botschaft, hübsche Selfies - so stellen sich das die Funktionäre aus den USA vor. Was dann in Spanien aber alle überraschte: Dass es sportlich gar nicht so locker lief. Westbrook und sein Klub verloren ein spektakuläres Duell mit Real Madrid nach Verlängerung 137:142, ehe sie mit Riesen-Anstrengungen den FC Barcelona mit 92:89 niederrangen.

Solchen Widerstand sind die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt der Pre-Season (in der die Fitness hier und da noch fehlt) nicht gewohnt, schon gar nicht auf dem alten Kontinent. Die Auftritte von Real und Barça, im Basketball ähnliche Schwergewichte wie im Fußball, hinterließen Eindruck. Westbrook geriet sogar richtig ins Schwärmen: "Die Offensiven in Europa sind zehnmal besser als die in der NBA. Ganz einfach, weil sie ständig in Bewegung sind", sagte der 27-Jährige der Zeitung The Norman Transcript, als er wieder daheim in Oklahoma war.

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Für einen Typ, dessen Selbstvertrauen sonst weit über Ringniveau liegt, war das eine erstaunliche Aussage. Der neben Steph Curry beste Spielmacher der Szene rückte damit just zum Start der Euroleague in dieser Woche eine immer drängendere Frage in den Fokus: Sind Europas Topteams mittlerweile tatsächlich stärker als so manches NBA-Team? Im Grunde lassen sich Westbrooks Worte als klares "Ja" deuten, auch wenn er eine kleine Einschränkung machte. "Sie sind vielleicht nicht ganz so talentiert, dafür müssen sie sich immer neue Dinge ausdenken, um zu treffen."