Süddeutsche Zeitung

Futsal:Endlich Bundesligist

Lesezeit: 2 min

Am Sonntag starten die Futsaler von Jahn Regensburg bei den HSV Panthers in ihre erste Bundesligasaison. Abgesehen von einem Rückkehrer hat der Aufsteiger den Kader vor allem mit eigenen Talenten verstärkt.

Von David Kulessa

Seit Abteilungsgründung 2015 gehören die Futsaler des SSV Jahn Regensburg zu den erfolgreichsten Teams in Deutschland. Dem Meistertitel 2017 und Spielen im Europapokal folgte 2020 eine weitere Finalteilnahme bei der deutschen Futsalmeisterschaft - die in jenem Jahr allerdings zum letzten Mal stattfand.

Denn seit vergangener Saison wird der deutsche Meister in einer zehn Teams starken Bundesliga ausgespielt. "Wir wären gerne Gründungsmitglied gewesen", sagt der Sportliche Leiter Florian Roth. Dass sie es als amtierender Meisterschaftszweiter nicht waren, lag in erster Linie an der wegen Corona stark verkürzten Regionalliga-Saison 2021. Die schlossen sie nach gerade einmal drei Spielen auf dem siebten Platz ab. Das reichte nicht für die Bundesliga-Qualifikation.

"Wir haben trotzdem versucht, die letzte Saison so aufzuziehen, als wäre es Bundesliga", betont der sportliche Leiter die eigene Selbstverortung in der Eliteliga, wo es zur Premiere eine Platzierung unter den ersten Vier werden soll. Schon als Regionalligist habe man zum Beispiel vier Mal in der Woche trainiert. Mit Erfolg - die Regensburger wurden souverän Meister und überstanden auch die anschließende Relegation ohne größere Probleme.

Was die Jugendarbeit angeht, gilt der Jahn deutschlandweit als Vorreiter

Dementsprechend sahen die Verantwortlichen im Sommer keine Notwendigkeit, den Kader großartig zu verändern. Nur einen "Hammer-Transfer" verkündete der Jahn auf seiner Instagram-Seite: Halison, 35, ist zurück in Regensburg. Der Brasilianer war unter anderem an dem Triumph 2017 entscheidend beteiligt - im Finale traf er damals vier Mal. 2018 ging er zurück in die Heimat, jetzt ist er pünktlich zum Bundesligastart wieder da. "Wir wissen genau, wie gut er zu uns passt", sagt Roth über den Rückkehrer, der einer von zahlreichen Basilianern im Team ist.

Ansonsten möchte der Jahn die Saison auch dazu nutzen, selbst ausgebildeten Spielern erste Einsatzminuten in der Bundesliga zu gewähren. Mit vier Mannschaften von A- bis D-Jugend gilt der Verein deutschlandweit als Vorreiter. "Wir haben vor fünf Jahren die Jugendarbeit mit damals 13-Jährigen begonnen", erzählt der sportliche Leiter: "Aus diesem Jahrgang sind jetzt acht Jungs spielberechtigt für die Bundesliga." Für regelmäßige Spielpraxis soll zudem eine neu gemeldete U21 sorgen, die in der drittklassigen Bayernliga antritt.

Die Fußballer zeigen keinerlei Interesse an einer Zusammenarbeit

Weil es in der Jugend bislang an organisierten Ligen fehlt, nehmen die Teams dort am Fußball-Ligabetrieb teil. Nur in der Winterpause können sie kompetitiven Futsal spielen. Dennoch trainieren sie das ganze Jahr über mindestens einmal in der Woche in der Halle. Für das Bundesligateam hat das den Vorteil, dass jetzt technisch sehr gut ausgebildete Spieler zum Team stoßen, die in erster Linie taktisch dazu lernen müssen.

Und diejenigen, die nach der A-Jugend lieber auf dem Fußballplatz bleiben, profitieren ebenfalls von ihrer Zeit in der Halle. Davon ist nicht nur Roth überzeugt, das bezeugen auch die regelmäßigen Aufstiege der Jugendteams - sowie viele ehemalige und heutige Weltklassefußballer, die in ihrer Jugend Futsal gespielt haben. Nicht nur beim FC Barcelona gehört der Futsal fest zur Ausbildung junger Kicker.

Da überrascht es ein wenig, dass die Jahn-Fußballer bislang keinerlei Interesse an einer Zusammenarbeit zeigen. Zwar sind die in Regensburg nicht bloß ausgegliedert, sondern agieren gänzlich unabhängig vom Gesamtverein. Die Dienstwege wären aber trotzdem kurz. "Wenn Gesprächsbedarf herrscht, sind wir die ersten, die vorbeikommen würden", versichert Roth.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5648675
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ/lein
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.