SSV Jahn Regensburg:Ein Tropfen Wermut

Fußball, 2. BL, SC Paderborn 07 - SSV Jahn Regensburg Paderborn, Benteler Arena, 15.10.21, GER, Herren, 2.Bundesliga, Sa

Klassenverbleib jetzt als "Minimalziel": Trainer Mersad Selimbegovic.

(Foto: Ulrich Hufnagel/imago)

In den momentanen Erfolg der Oberpfälzer mischt sich Ungewissheit: So recht wissen sie selbst nicht, wo sie stehen.

Von Linus Freymark

Was sich am Freitagabend auf dem Rasen der Paderborner Benteler-Arena abspielte, war sinnbildlich für die aktuelle Situation beim SSV Jahn Regensburg. Die Oberpfälzer haben sich beim Zweitliga-Spitzenspiel in Ostwestfalen - der Tabellenzweite aus dem Süden traf auf den Dritten - beim 1:1-Remis einen Punkt erkämpft und eine starke erste Hälfte abgeliefert. Und wären da nicht die viel schwächere zweite Halbzeit sowie die mangelhafte Chancenverwertung im ersten Abschnitt gewesen, hätte man sagen können: Es läuft beim Jahn! Aber so? Wusste man alles nicht so recht einzuschätzen.

Mit der Gesamtsituation verhält es sich ähnlich. Der Jahn ist nach wie vor auf Platz zwei und schickt sich an, die beste Saisonleistung seiner Vereinsgeschichte hinzulegen. Das wäre, um im Bild zu bleiben, die erste Spielhälfte von Paderborn. "Wir haben es gut begonnen", sagte Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic über das Spiel - und hätte damit auch den Saisonstart meinen können. Doch wie in die Partie in Paderborn mischte sich auch in die Bewertung der bisherigen Saison unter der Woche ein Wermutstropfen hinein. Der völlig überraschende Abschied von Geschäftsführer Christian Keller hat Viele im Verein getroffen, immerhin hat Keller den Jahn in den vergangenen acht Jahren saniert und Spieler- wie Trainertalente an die Donau gelotst. Dass Keller nun, da der Jahn so gut dasteht, zum Monatsende seine Wirkungsstätte verlässt, können nicht alle in Regensburg nachvollziehen. Das geplante Nachfolgerduo wurde noch nicht vorgestellt.

Der gute Saisonstart einerseits, Kellers Weggang andererseits - so ganz wissen sie in Regensburg gerade selber nicht, wo sie stehen. Dass man den Anschluss an die Spitze bis zum Saisonende halten kann, hat man schon vor dem Rückzug des Geschäftsführers nicht wirklich erwartet. So sprach Selimbegovic nach dem Unentschieden in Paderborn davon, der Punkt habe seine Mannschaft näher an das "Minimalziel" von 40 Punkten und den damit wohl verbundenen sicheren Klassenverbleib gebracht - dieser war als reguläres Saisonziel ausgegeben worden. Jetzt ist er das Minimum - ein Hinweis darauf, dass sich in Regensburg die Ansprüche doch gerade ändern. Gut möglich aber auch, dass sie das in Regensburg gerade alles selbst nicht so genau wissen.

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