bedeckt München 13°

SpVgg Unterhaching:Satte Überraschung

SpVgg Unterhaching - RB Leipzig

Die SpVgg Unterhaching hat Grund zum Jubeln: Der kleine Außenseiter bezwang Leipzig souverän und hochverdient 3:0 (2:0) und steht im Achtelfinale.

(Foto: Andreas Gebert/dpa)

In der ersten Pokal-Runde hatte der Regionalligist SpVgg Unterhaching den Bundesliga-Aufsteiger Ingolstadt ausgeschaltet. Nun war der ambitionierte Zweitligist aus Leipzig chancenlos: Haching gewinnt 3:0.

Von Christoph Leischwitz

Der kleine Regionalligist gegen den mächtigen Zweitligisten - das DFB-Pokalspiel mit den klar verteilten Rollen fand beim Auflaufen der Teams seine optische Bestätigung: links die wie Schuljungen wirkenden, kleinen Akteure der SpVgg Unterhaching mit einem Durchschnittsalter von 22,5 Jahren, rechts die großen, durchtrainierten Profis - wenngleich RB Leipzig bei Weitem nicht in Bestbesetzung antrat. Es wurde ein harter Abend für die Mannschaft mit den hohen Ambitionen: Der kleine Außenseiter bezwang Leipzig souverän und hochverdient 3:0 (2:0) und steht im Achtelfinale.

Die Unterhachinger starteten unbekümmert und quirlig, und die erste Chance war auch gleich im Netz: In der fünften Minute segelte eine Flanke in Richtung des 1,70 Meter großen Thomas Steinherr, der abseitsverdächtig besser positioniert war als der 1,85 Meter große Georg Teigl. Bei seiner Weiterleitung mit der Brust wurde Steinherr noch umgestoßen, doch Markus Einsiedler ließ sich nicht beirren und schoss aus 13 Metern trocken ein. Der Lehramtsstudent Einsiedler hatte mit seinen beiden Treffern in der ersten Runde bereits den Erstligisten FC Ingolstadt aus dem Wettbewerb geschossen.

Von Leipzig kam überraschenderweise keine Antwort, Haching dominierte in der ersten halben Stunde die Partie und kam zu einem weiteren Treffer: Marco Rosenzweig traf mit einem Flachschuss nach einer abgewehrten Freistoßflanke (22.). Drei Minuten später musste RB-Trainer Ralf Rangnick, der die Partie lange Zeit schweigend im Stehen verfolgte, auch noch seinen Verteidiger Anthony Jung wegen Gelb-Rot-Gefahr auswechseln. Nach 30 Minuten aber schien die Partie zu kippen. Teigl schoss als Erster gefährlich auf das Unterhachinger Tor, und damit begann die Viertelstunde von Torwart Stefan Marinovic, der in den folgenden Minuten mehrere Glanzparaden zeigte und damit seine Mannschaft im Spiel hielt.

Diese wurde zu Beginn der zweiten Hälfte mit Standing Ovations empfangen, und sie behielt in einer nun offenen Partie die Oberhand. Kurz nach einer weiteren guten Möglichkeit konnte Thomas Steinherr nach einem Fehler von Teigl mühelos abstauben (67.). Danach war von Leipzig außer bei Standardsituationen nicht mehr viel zu sehen. Den kleinen Hachingern fehlte am Schluss die Kraft für präzise Konter, doch zum ausgiebigen Jubeln reichte sie noch.

© SZ vom 28.10.2015

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite