SpVgg UnterhachingZu realistisch für die dritte Liga

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Weiterhin gemeinsam in der Regionalliga: SpVgg-Präsident Manfred Schwabl (re.) wird wohl auch künftig auf Trainer Sven Bender (Mitte) setzen können.
Weiterhin gemeinsam in der Regionalliga: SpVgg-Präsident Manfred Schwabl (re.) wird wohl auch künftig auf Trainer Sven Bender (Mitte) setzen können. Oryk Haist/Imago
  • Die SpVgg Unterhaching verzichtet trotz Platz zwei in der Regionalliga Bayern auf mögliche Aufstiegsspiele zur dritten Liga.
  • Präsident Manfred Schwabl begründet die Entscheidung mit fehlenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der extrem jungen Mannschaft.
  • Der Verein plant die Saison 2026/27 als Konsolidierungsjahr und will frühestens 27/28 wieder einen Aufstiegsversuch starten.
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Der Regionalligist verzichtet auf mögliche Aufstiegsspiele und setzt in der kommenden Saison auf Konsolidierung, um dann 27/28 wieder nach oben zu schielen. Trainer Sven Bender wird vermutlich bleiben.

Von Stefan Galler, Unterhaching

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Schon als Fußballer war Manfred Schwabl kein Traumtänzer. Oft stand er zu seiner aktiven Zeit nach Bundesligaspielen vor dem Fernsehmikrofon, abgekämpft, aber dennoch klar und kritisch. Auch als Funktionär hat sich der 60-Jährige diese Klarheit bewahrt. Und deshalb wird die Spielvereinigung Unterhaching, der Schwabl seit 2012 als Präsident vorsteht, am Ende dieser Saison auf eventuelle Aufstiegsspiele zur dritten Liga verzichten.

„Wir müssen realistisch sein und feststellen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wiederaufstieg nicht gegeben sind.“ So ließ sich Schwabl in einer Pressemitteilung, die der Verein am Dienstagnachmittag veröffentlichte, zitieren. Und weiter: „Für die Mannschaft, das Trainerteam und unsere Fans ist das nach der starken Leistung in dieser Saison natürlich eine Enttäuschung. Die Perspektive auf einen Aufstieg in Liga 3 in den nächsten Jahren werden wir aber nicht aus den Augen verlieren.“

Drei Spieltage vor Saisonende liegt Unterhaching auf Rang zwei der Regionalliga Bayern. Da Tabellenführer 1. FC Nürnberg II bereits ebenfalls seinen Verzicht auf die Aufstiegsspiele erklärt hat, hätte dieser zweite Platz gereicht, um gegen den Meister der Regionalliga Nordost, höchstwahrscheinlich 1. FC Lok Leipzig, um den Aufstieg zu spielen. Nun werden die aktuell Drittplatzierten der Regionalliga Bayern, die Würzburger Kickers, in der Relegation antreten. Da die Unterfranken am 9. Mai noch gegen Unterhaching spielen, ist es allerdings noch möglich, dass sie sich auf den zweiten Regionalligarang nach vorne schieben.

Doch ganz egal, wie jene Partie ausgeht, jetzt besteht schon vorher Planungssicherheit. Auf SZ-Nachfrage konkretisierte Manfred Schwabl die Gründe für die Entscheidung: „Wir müssen auf dem Boden der Realität bleiben: Was wollen wir mit unserer extrem jungen Mannschaft in der dritten Liga? Da bekommt man jede Woche eine Abreibung und steigt dann wieder ab.“ Unterhaching setzt derzeit bis auf wenige erfahrene Spieler praktisch ausschließlich auf blutjunge Eigengewächse.

Nun gelte es, die kommende Saison 2026/27 zur Konsolidierung in der Regionalliga zu nutzen: „Das wird ein Übergangsjahr, da wollen wir nicht unten reinrutschen.“ Frühestens 27/28 wolle man wieder einen Angriff nach oben starten: „Aber eben nur, wenn die Rahmenbedingungen und die wirtschaftliche Ausstattung stimmen und wir bei der Lizenzierung keine Probleme haben“, so Schwabl. „Wir werden kein Harakiri machen.“ Den Weg der Konsolidierung hatte man bereits im Laufe des vergangenen Jahres eingeschlagen, als zunächst eine Kooperation mit dem FC Bayern initiiert wurde, die darin gipfelte, dass der reiche Partner der Gemeinde Unterhaching das Sportparkstadion abkaufte – in erster Linie, um eine zusätzliche Spielstätte für seine Frauenmannschaft zu akquirieren.

Dass die Entscheidung, von einer möglichen Aufstiegsrunde zurückzutreten, beim Anhang nicht gut ankommen würde, ist dem Präsidenten klar: „Für die Fans ist es brutal, aber wir haben schlichtweg keine wirkliche Wahl“, sagt Schwabl und verweist auf den Aufsichtsrat des börsennotierten Klubs, der von einem Aufstieg dringend abgeraten hatte.

Zuletzt hatten die Münchner Vorstädter im Sommer 2023 unter Trainer Sandro Wagner den Sprung in die Drittklassigkeit geschafft. Damals hatte man lange gezögert und die Entscheidung erst kurz vor den Relegationsspielen gegen Energie Cottbus bekannt gegeben, was die Lausitzer massiv verärgerte, weil man, wie Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz sagte, gar nicht wusste, auf welchen Gegner man sich einzustellen hatte. Prompt setzte sich Haching in beiden Spielen durch.

Diesmal also lässt man sich auf keine taktischen Spielereien ein und erteilt der Relegation direkt eine Absage. Ein Kurs, den offenbar auch Unterhachings Trainer Sven Bender mitträgt. Präsident Schwabl bestätigt das auf Nachfrage. Und der frühere Nationalspieler ist offenbar auch keineswegs abgeneigt, ein weiteres Jahr in der Regionalliga zu arbeiten. Die Tendenz sei „positiv“, so Schwabl. Bender hatte einst gemeinsam mit Zwillingsbruder Lars in der Unterhachinger Jugend mit dem Fußballspielen begonnen, ehe er als Profi unter anderem bei 1860 München und Borussia Dortmund spielte. Zur SpVgg kehrte er 2024 zunächst als Assistenzcoach zurück, nach der Trennung von Marc Unterberger übernahm er im Sportpark seinen ersten Cheftrainerposten.

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