Dritte Liga„Zurück zum Realismus“

Lesezeit: 1 Min.

Kollektive Fassungslosigkeit: Die Hachinger Spieler mochten nicht glauben, dass ihnen der sicher geglaubte Sieg gegen Aue noch abhandenkam.
Kollektive Fassungslosigkeit: Die Hachinger Spieler mochten nicht glauben, dass ihnen der sicher geglaubte Sieg gegen Aue noch abhandenkam. Sven Leifer/Imago/foto2press

Nach dem 2:2 im Heimspiel gegen Aue hadern alle Unterhachinger mit dem späten Ausgleich – nur nicht Trainer Marc Unterberger.

Von Stefan Galler

Noch Minuten nach dem Schlusspfiff lief Manfred Schwabl vor sich hinschimpfend und gestikulierend auf dem Fußballplatz umher. Der Präsident des Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching hatte niemanden bei sich, mit dem er seinen Frust teilen konnte, er verarbeitete das gerade Erlebte im Dialog mit sich selbst. Die Hachinger waren am Freitagabend drauf und dran, einen Big Point zu landen: Bis zur Nachspielzeit führten sie gegen den Aufstiegsaspiranten Erzgebirge Aue mit 2:1. Dann konnte Torwart Konstantin Heide einen Schuss des früheren Sechzigers Marcel Bär nur dorthin abklatschen, wo Steffen Nkansah stand – dessen Kopfball landete im Tor, rettete den Gästen einen Punkt und versetzte die gut 1000 mitgereisten Fans der Erzgebirgler unter den 5256 Zuschauern in Ekstase.

Die Hachinger sanken beim Schlusspfiff enttäuscht zu Boden, doch im Gegensatz zu ihnen und dem fuchsteufelswilden Präsidenten wollte sich SpVgg-Trainer Marc Unterberger der kollektiven Traurigkeit nicht anschließen: „Verrückte Welt in Unterhaching: Wir ärgern uns über einen Punkt gegen Aue“, stellte er seiner Spielanalyse voran und fuhr fort: „Jetzt mal zurück zum Realismus, das ist ein absoluter Punktgewinn.“

Ohnehin war nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit der Gastgeber keinesfalls absehbar gewesen, dass sie überhaupt in die Nähe eines Remis kommen würden. Aue presste brutal effektiv und zwang Haching zu einem wahren Fehlpassfestival. „Wir haben es nicht geschafft, dreimal hintereinander einen Mitspieler in Rot zu treffen“, gestand Unterberger ein. Die 1:0-Halbzeitführung für Aue durch Bär (42.) war die logische Folge.

Doch die SpVgg kam eindrucksvoll zurück, Sebastian Maier traf per Kopf zum Ausgleich (61.), drei Minuten später drehte der starke Lenn Jastremski, der das 1:1 vorbereitet hatte, mit einem Flugkopfball nach sehenswerter Kombination und Flanke von Markus Schwabl die Partie komplett. Doch dann musste Kapitän und Sportdirektor Schwabl ausgerechnet in seinem 300. Drittligaspiel mit einer Muskelverletzung raus, prompt kam Aue noch zum 2:2. Der Routinier wird auch am Dienstag im Spiel bei Zweiligaabsteiger Rostock fehlen. Trainer Unterberger ahnt, was dort auf seine junge Elf zukommt: „Hansa hat viel weniger Punkte als erwartet, da wird es wieder hoch hergehen.“

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

FC Bayern bei Werder
:Zwanzig Tore in acht Tagen

Beim 5:0 in Bremen lässt der FC Bayern ein weiteres Profiteam aussehen wie einen unterklassigen Pokalgegner. Ob das ein herausragender Lauf oder schon verlässliche Qualität ist, wird sich am kommenden Wochenende weisen.

SZ PlusVon Christof Kneer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: