Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit meldeten sich die Fürther Fans: Im ganz großen Stil kippten sie Papierschnipsel und weiße Luftschlangen aufs Feld und provozierten damit eine mehrminütige Unterbrechung. Eine Aktion, die der eigenen Mannschaft zum Zweitligaauftakt beinahe um die Ohren geflogen wäre, doch sie zitterte sich durch die sechsminütige Nachspielzeit – am Ende gewann das Kleeblatt mit 3:2 (2:1) gegen Aufsteiger Dresden. Für Stürmer Felix Klaus war der Sieg eine gewisse Genugtuung: „Uns hat jeder gefühlt auf dem 18. Platz eingestuft für diese Saison, das ist Motivation pur für uns, wir sind heiß“, sagte er nach dem Spiel bei Sky.
Drei Jahre lang konnte sich Dynamo die zweite Liga nur im Fernsehen anschauen. Und dann das: Gerade mal 23 Sekunden waren beim Comeback-Spiel im Ronhof vorbei, da lag der sächsische Traditionsverein auch schon zurück. Nach einer Flanke von Remo Münz von der linken Seite kam Noel Futkeu, Mittelstürmer der Franken, vollkommen frei zum Kopfball. Und als schon in der neunten Minute das 2:0 fiel, weil diesmal Felix Klaus mit einem exakt temperierten Kopfstoß nach Hereingabe von Branimir Hrgota ebenso ungedeckt vollenden konnte, sah es nach einem entspannten Nachmittag für das Kleeblatt aus.
Doch keine zweieinhalb Minuten später waren dann auch die Sachsen endlich aufgewacht und angekommen in der neuen Saison, und auch deren Torschütze Christoph Daferner machte es mit Köpfchen: Nach Flanke von Jakob Lemmer überwand der Ex-Clubberer Fürths Torwart Pelle Boevink, der zwar noch an die Kugel herankam, diese aber via Innenpfosten ins eigene Tor lenkte. Dynamo war nun voll im Geschäft, doch die letzte gute Chance in Durchgang eins hatte Fürth: Der Isländer Brynjar Bjarnason traf nach einer Ecke – natürlich auch per Kopf – das Lattenkreuz (45.+2).
Nach der Episode mit den Papierschnipseln erwischte abermals Fürth den besseren Start in Durchgang zwei: Futkeu setzte zum Slalomlauf durch die Dresdner Deckung an, ließ drei Verteidiger stehen und schloss ganz cool zum 3:1 ab (51.). „Ich habe einfach den Mut gefasst, bin durchgelaufen, konnte vor dem Torwart die Ruhe bewahren und ihn reinschieben“, sagte der Torschütze.
Abermals ließen die Franken die Gäste wieder ins Spiel zurückkommen, das Dynamo-Powerplay gipfelte in Claudio Kammerknechts 20-Meter-Schuss zum 3:2-Anschlusstor ins rechte untere Eck (74.). Am Ende aber überstanden die Mittelfranken den finalen Sturmlauf der von mehr als 2000 Fans unterstützten Sachsen ohne weiteren Schaden und gingen als Sieger vom Platz. Sehr zur Freude von Felix Klaus: „Es war kein perfektes Spiel, aber das ist am ersten Spieltag egal. Es ging nur darum, die drei Punkte einzufahren, und das haben wir geschafft“, sagte der 32-Jährige.

