Zweite Liga:Geschockt von der "Nicht-Leistung"

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Zweite Liga: "Das heute war gar nichts": Die Fürther Oussama Haddadi (links) und Oualid Mhamdi rumpeln ineinander.

"Das heute war gar nichts": Die Fürther Oussama Haddadi (links) und Oualid Mhamdi rumpeln ineinander.

(Foto: Melanie Zink/Imago)

Die SpVgg Greuther Fürth verliert in Magdeburg und rutscht auf den letzten Tabellenplatz. Geschäftsführer Rachid Azzouzi vermeidet nach dem Spiel ein klares Bekenntnis zu Trainer Marc Schneider.

Von Stefan Galler

Noch vor wenigen Monaten lag eine ganze Liga zwischen diesen beiden Vereinen - sie trug damals das schmückende Attribut "Stärkste zweite Liga aller Zeiten". In der neuen zweiten Liga haben sich am Sonntag Aufsteiger 1. FC Magdeburg und Absteiger SpVgg Greuther Fürth getroffen - im Moment des Anpfiffs kickte hier der Achtzehnte gegen den Siebzehnten der aktuellen Rangliste. Es war dann auch nicht gerade das stärkste Zweitligaspiel aller Zeiten, das sich die beiden Teams lieferten, man merkte ihnen - vor allem den Gästen aus Mittelfranken - die verzwickte Tabellensituation an. Letztlich sicherte sich der Neuling verdientermaßen die Punkte, Magdeburg gewann durch einen späten Sonntagsschuss von Moritz Kwarteng in der 86. Minute 2:1 (1:1), wodurch das Kleeblatt mit nur vier Punkten aus acht Spielen auf den letzten Platz abrutschte und seit nunmehr 21 Pflichtspielen auf einen Sieg wartet.

Unmittelbar nach dem Spiel zeigte sich Fürths Geschäftsführer Rachid Azzouzi bei Sky geschockt von der Vorstellung seiner Mannschaft, der er eine "Nicht-Leistung" attestierte: "In den letzten Wochen hatten wir auch manchmal Pech, haben uns individuelle Fehler geleistet. Aber das heute war gar nichts", sagte frühere Profi und vermied ein klares Bekenntnis zu Coach Marc Schneider. Auf die Frage, ob das Team einen neuen Impuls in Form eines Trainerwechsels benötigen würde, sagte er: "Die Mannschaft braucht erstmal einen Impuls aus sich selbst heraus. Man kann immer den Trainer infrage stellen, aber damit macht man es den Spielern zu einfach." Nun brauche es kommende Woche "eine Reaktion von allen Beteiligten". Problematisch daran könnte allerdings sein, dass am Sonntag ausgerechnet Tabellenführer SC Paderborn in den Ronhof kommt.

"Das Spiel hat die Situation widergespiegelt, in der wir stecken", sagt Schneider

Fürths Trainer Marc Schneider hatte im Vorfeld der Partie eindringlich an seine Spieler appelliert: "Jeder muss seinen Job machen und den Fokus darauf haben." Dass der Druck womöglich zu groß gewesen sein könnte, räumte der Schweizer schließlich in der Pressekonferenz nach dem Spiel ein: "Das Spiel hat die Situation widergespiegelt, in der wir stecken. Wir haben uns ganz viel vorgenommen und konnten das nicht umsetzen." Von der ersten Minute an habe man gemerkt, "dass der Kopf schwerer ist als die Beine".

Und so waren in den Zweikämpfen zumeist die Magdeburger erster Sieger, Torchancen blieben zunächst die Ausnahme. Bis auf eine Hereingabe von Amara Condé, an der die Kollegen Connor Krempicki und Cristiano Piccini haarscharf vorbeischrammten. Der frühere italienische Nationalspieler Piccini war es dann aber, der den FCM in Führung brachte, nachdem Fürths Torwart Andreas Linde einen Fernschuss von Kwarteng nach vorne abprallen hatte lassen (38.). Es war durchaus ein bisschen überraschend, dass das Kleeblatt noch vor der Pause zurückschlug, nach einem Eckball von Marco John köpfte der erst kurz vor Transferschluss vom polnischen Klub Wisla Plock verpflichtete Verteidiger Damian Michalski zum 1:1 ein (42.).

Nach der Pause hatte dann Magdeburg bereits durch den eingewechselten Tatsuya Ito (66.) und Kondés Lattenschuss (73.) die besten Chancen, ehe die Franken Kwarteng bei seinem spielentscheidenden Schuss zu viel Freiraum gewährten. "Da bekommen wir vier Minuten vor Schluss diesen Nackenschlag, das tut unheimlich weh", lamentierte Schneider, der eine horrende Startbilanz zu verantworten hat: Nur einmal in der Zweitligageschichte war ein Bundesligaabsteiger wie nun die SpVgg nach acht Spieltagen noch sieglos. Fortuna Düsseldorf wurde am Ende der Saison 1992/93 sogar in die Drittklassigkeit durchgereicht.

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