Springreiten:Volles Risiko

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Christian Ahlmann

In bestechender Form: Christian Ahlmann, hier auf Codex One.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Drei Tage nach seinem 22. Geburtstag gewinnt Niklas Krieg überraschend das Weltcup-Springen in Leipzig. Christian Ahlmann bleibt in der Gesamt-Wertung vorne.

Von Gabriele Pochhammer, Leipzig

Mit einem deutschen Überraschungssieg ist das Weltcup-Springen in Leipzig zu Ende gegangen. Drei Tage nach seinem 22. Geburtstag ließ Niklas Krieg aus Villingen auf der zwölfjährigen Holsteiner Stute Carella das hochklassige Starterfeld mit einem Nullfehlerritt in 38,04 Sekunden hinter sich. Es war sein erster Start in einem Weltcupspringen.

Krieg setzte im Stechen alles auf eine Karte. Die Risikobereitschaft des jungen Mannes, der schon als Junior international erfolgreich war, wurde belohnt. Keiner seiner Konkurrenten konnte ihm das Wasser reichen, nur zwei weitere Starter blieben ohne Abwurf: Der Ire Denis Lynch auf All Star wurde mit 41,04 Sekunden Zweiter, der Niederländer Harry Smolders auf Don benötigte 46,85 Sekunden für den dritten Platz. Alle anderen Reiter kassierten in dem kurvenreichen Kurs Abwürfe.

Krieg kommt wie so viele Erfolgsreiter aus einer pferdesportbegeisterten Familie. Sein Vater Andres Krieg hat an etlichen Nationenpreisen teilgenommen, seine Schwester Louise zählte zu den vier Auserwählten, die sich in Leipzig um den von Hans Günter Winkler ins Leben gerufenen Nachwuchspreis "Goldener Sattel" bemühen durften. Zusammen betreiben die drei Kriegs in Villingen eines Turnierstall.

14 Reiter erreichten das Stechen. Nichts mehr mit der Entscheidung zu tun hatte der Seriensieger der vergangenen Wochen, Christian Ahlmann, dessen 13-jähriger Colorit einen Abwurf kassierte. Für Ahlmann, der seinen Top-Pferden zur Zeit eine Ruhepause gönnt und am Samstag mit Cornado II das Championat von Leipzig gewann, ist das zu verschmerzen, bleibt er doch mit 77 Punkten in der Weltcup-Zwischenwertung in Führung und hat damit seinen Startplatz beim Finale in Göteborg Ende März sicher. Auch Ludger Beerbaum erreichte mit Casello nach einem Abwurf das Stechen nicht, wurde als schnellster Vier-Fehler-Reiter 15. Den 13-jährigen Fuchs hat er erst vor wenigen Wochen vom Schweden Douglas Lindelöw übernommen.

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