Sportstätten in Sotschi:Cafés gut besucht, McDonald's überfüllt

Drei Jahre später scheint es aber gerade Krasna Poljana geschafft zu haben, von allen Maßnahmen am nachhaltigsten zu sein. An einem sommerlichen Tag kurz nach Beginn des Confed Cups ist der Ferienort im Kaukasus voller Menschen, die Cafés gut besucht, der McDonald's überfüllt. Auf dem zentralen Platz steht ein Olympia-Podest, jedes der vielen Kinder will ein Foto haben, wie es ganz oben steht und die Arme hochreißt. Einige Lifte sind in Betrieb, es bilden sich Schlangen. Auf dem Berggipfel Rosa Peak, knapp mehr als 2000 Meter hoch, machen die Leute begeistert Selfies vor einer Skihütte. An manchen Stellen ist das Skigebiet nur anhand der kyrillischen Schriftzeichen von einem Tal in Österreich zu unterscheiden.

Manchmal jagen ein paar Formel-1-Piloten die Bob-Bahn hinunter, immerhin

Der russische Tourismusverband sagt, 12 000 Urlauber kämen an Spitzentagen im Winter. Wegen des schlechten Rubel-Kurses vor allem Einheimische. Manche haben eine Geisterstadt aus Luxushotels prophezeit. Das ist ganz und gar nicht eingetreten. Ob es sich für die Oligarchen, denen die Skigebiete gehören, rechnet, wird die Zeit zeigen. Die Russen fahren augenscheinlich gerne hier hin. Doch das ist nur die eine Wahrheit.

Denn völlig anders sieht es bei den Sportanlagen aus. Die Rodelbahn - geschlossen. Wer sie besuchen will, steht irgendwann vor einer Schranke mit Stoppschild. Dort heißt es, man könne die Anlagen besuchen, man müsse aber in Sotschi eine Tour buchen und dann wiederkommen. Die Bob-WM hätte hier stattfinden sollen, doch die hat der Weltverband dem Ort wegen der russischen Doping-Affäre wieder entzogen. Wenn die Formel 1 nach Sotschi kommt, jagen manche Fahrer zu Werbezwecken die Bahn im Bob herunter. Das Biathlon- und Langlaufzentrum befindet sich in gutem Zustand inmitten eines Skigebietes - nur skatet hier schon lange kein Top-Athlet mehr. Der letzte internationale Wettbewerb auf der Skisprung-Schanze war das Olympia-Finale. Und auch der Alpin-Zirkus schickt höchstens mal seine Junioren zu einer Weltmeisterschaft nach Rosa Chuktor.

Die Fußball-Weltmeisterschaft soll, so die Kalkulation, insgesamt 50 Milliarden Euro kosten. Also genauso viel wie Olympia. Fragt man die Russen, was sie davon halten, dass ihr Steuergeld in millionenschwere Arenen fließt, zucken die meisten mit den Schultern. Es würden doch auch die Straßen neu gebaut, sagen sie, und die würden auch nach der WM noch neu sein. Wenn die Weltmeisterschaft nicht wäre, sagen mache, würde man nichts von dem Geld sehen. Und so immerhin ein bisschen.

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