Sportpolitik:Bleiverbot: Ullrich setzt sich für Schießsport ein

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Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses fordert beim Thema Bleimunition im Schießsport Ausnahmeregelungen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Berlin (dpa) - Der SPD-Sportpolitiker Frank Ullrich setzt sich beim Thema des von der Europäischen Kommission angekündigten Bleiverbots für Ausnahmeregelungen im Schießsport und Lösungen für Biathlon ein.

"Es ist davon auszugehen, dass die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag auf den Weg bringen wird", sagte der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag der dpa. "Darin heißt es, dass die Verwendung von Bleimunition fortgesetzt werden kann, wenn jährlich mindestens 90 Prozent der abgefeuerten Bleikugeln aufgefangen werden können." Diese Verfahrensweise werde im Biathlon in Oberhof und Ruhpolding seit Jahren praktiziert.

Dagegen seien viele Vorschläge und Ansätze der Europäischen Chemikalien-Agentur (ECHA), dem Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) und dem für die sozio-ökonomische Analyse (SEAC) für den Schießsport im Allgemeinen nicht praktikabel und umsetzbar. "Es ist ein Irrglaube der Europäischen Kommission, dass die Regelwerke für internationale Wettbewerbe wie die Olympischen Spiele in dieser Hinsicht geändert werden", sagte Ullrich. "Gerade für das Skeet- und Trapschießen braucht es eine unbefristete Ausnahmeregelung, um die Verwendung von Blei weiterhin zu ermöglichen."

Ullrich spricht von "existenzieller Bedrohung"

Ein mögliches Bleiverbot würde auch für heimische Schützenvereine hohe Kosten bedeuten, wenn Vogelstangen und Kugelfanganlagen ausgetauscht werden müssten. Das wäre eine "existenzielle Bedrohung" für die von ehrenamtlichem Engagement getragenen Schützenvereine und den Schießsport, betonte der Biathlon-Olympiasieger von 1980. Der Schützensport brauche nicht nur "schnellstmöglich Rechtssicherheit" und längere Übergangsfristen, sondern vor allem auch Ausnahmeregelungen.

"Ich halte es für unabdingbar, dass auch in Brüssel eine Politik mit Augenmaß vollzogen wird und das die bereits gemachten Anstrengungen für mehr Umweltschutz im Sport eine stärkere Anerkennung finden", meinte Ullrich. Die weltweite Produktion von Blei liegt bei rund 10 Millionen Tonnen. Davon würden 0,3 Prozent für die Sportmunition genutzt.

© dpa-infocom, dpa:240118-99-664050/2

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