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"Sportler des Jahres":Kerber und Lange: Warme Worte für gelähmte Bahnradfahrerin Vogel

Großer Respekt für Kristina Vogel (Mitte) - Angelique Kerber und Patrick Lange sind "Sportler des Jahres".

(Foto: AFP)
  • Kerber setzte sich in diesem Jahr im Wimbledon-Finale gegen die US-Amerikanerin Serena Williams durch.
  • Lange hatte im Oktober auf Hawaii den Ironman mit einem Weltrekord von unter acht Stunden gewonnen.
  • Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang schaffte das Team von Trainer Marco Sturm sensationell den Einzug ins Eishockey-Finale.
  • Für die gelähmte Bahnradfahrerin Kristina Vogel gibt es warme Worte von den Siegern.

Tennisspielerin Angelique Kerber und Triathlet Patrick Lange sind "Sportler des Jahres 2018". Als beste Mannschaft wurde bei der Gala im Kurhaus von Baden-Baden die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft geehrt.

Die 30-jährige Kerber war bereits 2016 zur Sportlerin des Jahres gewählt worden. In diesem Jahr lag sie vor der Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel, die nach einem schweren Trainingsunfall querschnittgelähmt ist. Vogel wurde später mit dem "Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport" ausgezeichnet. Biathletin Laura Dahlmeier, die bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea zwei Goldmedaillen gewonnen hatte, lag auf dem dritten Platz.

Deutschlands beste Tennisspielerin hatte sich im Sommer mit einem Finalerfolg über die US-Amerikanerin Serena Williams zur ersten deutschen Wimbledonsiegerin seit Steffi Graf vor 22 Jahren gekürt. Bei ihrer Wahl zur "Sportlerin des Jahres" richtete Kerber das Wort an Vogel. "Du hast so viel Willensstärke gezeigt", sagte Kerber. "Ich denke, heute gehört dir die Bühne."

Bei den Männern gewann Triathlet Lange vor Doppel-Olympiasieger Eric Frenzel (Nordische Kombination) und Zehnkampf-Europameister Arthur Abele. Der 32-Jährige hatte im Oktober auf Hawaii den Ironman mit einem Weltrekord von unter acht Stunden gewonnen. "Für mich ist das eine unglaubliche Ehre", sagte er. "Das ist eine weitreichende Wahl und in Deutschland die höchste Auszeichnung, die man als Sportler erhalten kann. Das rundet das Jahr perfekt ab." Auch Lange zollte Vogel seinen Respekt: "Es kann gar nicht genug gesagt werden, was Kristina Vogel für den Sport geleistet hat", sagte er.

Fragezeichen hinter der Zukunft des deutschen Eishockeys

Mit dem Titel "Mannschaft des Jahres" beendet die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr. Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang schaffte das Team von Trainer Marco Sturm sensationell den Einzug ins Finale und stand gegen Russland dicht vor Olympia-Gold.

Derzeit stehen aber wieder Fragezeichen hinter der Zukunft des deutschen Eishockeys, Marco Sturm hat sich als Assistenzcoach in die nordamerikanische Eishockeyliga (NHL) verabschiedet.

Als Newcomer des Jahres wurde Vinzenz Geiger ausgezeichnet, der mit den Kombinierern in Pyoengchang Olympia-Gold im Teamwettbewerb gewonnen hatte. Der Titel als Trainer des Jahres ging an Bahnrad-Bundestrainer Detlef Uibel.

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