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Sportler des Jahres:Ein Duo kämpfte lange mit Verletzungen

Solche Tiefpunkte kennen auch andere Sportler des Jahres 2016. Auch die Mannschaft des Jahres, die eigentlich ein Duo ist, kämpfte lange mit schwerwiegenden Verletzungen. Dafür sinnbildlich stand Laura Ludwig in Baden-Baden, die ihren rechten Arm nach einer Schulteroperation noch einige Wochen in einer Schlinge stützen muss.

Gemeinsam mit Kira Walkenhorst hatten die beiden in Rio als erste europäische Beachvolleyballerinnen überhaupt eine olympische Medaille gewonnen, es wurde auf Anhieb die goldene an der Copacabana, dem Sehnsuchtsort ihrer Sportart. 75 Tage hatten sie nach ihrem letzten Saisonspiel pausiert, entspannt, das Leben genossen. "Am Anfang war es schon schwierig und wir waren wenig motiviert, in den Sand zurückzukehren", bekannte Walkenhorst, "aber wir haben noch Ziele und bei der WM etwas gutzumachen."

Steffi Graf war schon immer da, wo Kerber jetzt hinkommt

Ein wundersamer Aufstieg liegt auch hinter Angelique Kerber. Sie ist die erste Tennisspielerin seit Steffi Graf, die die Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres errungen hat. Graf gewann 1999, im Jahr ihres Rücktritts, die letzte ihrer fünf Ehrungen. Steffi Graf war immer schon da, wo Angelique Kerber jetzt hinkommt. Aber die Vergleiche mit der großen deutschen Tennisspielerin beeindrucken sie nicht mehr. Kerber begegnet ihnen mit einem beseelten Lächeln.

Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus. "Das soll nicht klappen mit mir, oder?", schrieb die Linkshänderin noch Ende des Jahres 2015 in einer Kurznachricht an die Bundestrainerin Barbara Rittner. Sie war frustriert, weil es mit den ganzen großen Triumphen nichts zu werden schien. Auch bei den nachfolgenden Australian Open musste Kerber in der ersten Runde gegen die Japanerin Misaki Doi zunächst einen Matchball abwehren. "Das war der Wendepunkt", sagte Kerber. Nicht nur in Melbourne, wo sie später im Finale gegen Serena Williams ihren ersten Majortitel holte, sondern ihrer ganzen Karriere.

Kerber erreichte noch die Endspiele in Wimbledon und bei den Sommerspielen in Rio, ehe sie bei den US Open zur Nummer eins der Welt aufstieg und ihr zweites Grand-Slam-Turnier gewann. Tennis ist wieder sexy oder wie es die deutsche Schauspielerin Jessica Schwarz in einer kleinen Videobotschaft für Kerber treffend ausdrückte. "Es macht endlich wieder Spaß, Tennis im Fernsehen anzugucken." Nur auf ein Treffen mit dem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten hat Angelique Kerber keine Lust, wie sie in Baden-Baden unter großem Gelächter verriet.

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Angelique Kerber

Zähe Kämpferin

Angelique Kerber kennt die großen Erfolge, doch auch die Last, eine Nummer eins zu sein. 2018 gelingt ihr die Rückkehr auf die große Bühne - und der lang ersehnte Triumph in Wimbledon. Ihre Karriere in Bildern.