Sportdirektor beim DFB:Kuntz Favorit auf Sammer-Nachfolge

Laut einem Medienbericht soll Stefan Kuntz bald neuer DFB-Sportchef werden, die lebenslange Sperre des früheren Fifa-Präsidentenkandidaten Bin Hammam wird aufgehoben, der HSV will einen kroatischen Mittelfeldspieler verpflichten, Marko Marin schießt sein erstes Tor für Chelsea, Basketballer Jeremy Lin wechselt in der NBA zu den Houston Rockets.

in Kürze

Stefan Kuntz neuer Vorstandsvorsitzender beim 1. FC Kaiserslautern

Er soll beim DFB Matthias Sammer ersetzen: Stefan Kuntz.

(Foto: dpa)

DFB, Sportdirektor: Der 25-malige Nationalspieler Stefan Kuntz soll beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) offenbar die Nachfolge des zu Bayern München abgewanderten Sportdirektors Matthias Sammer antreten. Nach Informationen des kicker ist der Vorstandsvorsitzende von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern der erste Anwärter auf den Posten. Der Europameister von 1996 steht allerdings noch bis 2015 beim Bundesliga-Absteiger unter Vertrag. Der 49 Jahre alte Kuntz, der erst vor rund zwei Monaten bei der FCK-Mitgliederversammlung seine Zukunftsvisionen den Klubangehörigen präsentiert hat, dementierte am Donnerstag Gespräche mit dem Verband.

"Es gab keinerlei diesbezüglichen Kontakt, daher gibt es auch nichts zu kommentieren", sagte der zweimalige Bundesliga-Torschützenkönig, der seit April 2008 die Geschicke des viermaligen deutschen Meisters aus der Pfalz bestimmt. Eine Reaktion vonseiten des DFB stand am Donnerstagvormittag noch aus. Sammer hatte das Amt am 2. Juli aufgegeben, um den Posten des Sportvorstands beim Rekordmeister FC Bayern zu übernehmen.

Fifa, aufgehobene Sperre: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die lebenslange Sperre gegen den ehemaligen Fifa-Präsidentschaftskandidaten Mohamed bin Hammam aufgehoben. Das teilte der CAS am Donnerstag mit. Die Fifa hatte das frühere Mitglied des Exekutivkomitees am 23. Juli des vergangenen Jahres wegen Korruption auf Lebenszeit gesperrt und von allen künftigen Funktionen im Fußball ausgeschlossen. Bin Hammam hatte gegen die Sperre vor dem CAS Einspruch eingelegt. Der Sportgerichtshof teilte in einer Stellungnahme mit, dass die Beweise gegen das frühere Oberhaupt des asiatischen Fußball-Verbandes AFC "unzureichend" seien. Der CAS hielt jedoch fest, dass der Fall Bin Hammam jederzeit wieder aufgerollt werden könne, wenn neue Beweise vorliegen sollten. Die Fifa hat die CAS-Entscheidung, die mit 2:1-Richterstimmen fiel, in einer Stellungnahme "mit Besorgnis" zur Kenntnis genommen.

Hamburger SV, Transfer: Der Hamburger SV steht vor der Verpflichtung des kroatischen Mittelfeldspielers Milan Badelj. Nach Informationen Hamburger Zeitungen (Donnerstag) sind die Verhandlungen zwischen dem Bundesligisten und Dinamo Zagreb intensiviert worden. Noch sei allerdings keine Einigung über die Ablösesumme erzielt worden. Der 23 Jahre alte Badelj soll drei bis vier Millionen Euro kosten. Sportchef Frank Arnesen hat seine Reise nach Südkorea, wo der HSV derzeit an einem Turnier teilnimmt, abgesagt. Vermutet wird, dass er den Transfer Badeljs perfekt machen will. Die Hamburger suchen dringend einen Spielgestalter. Dem kroatischen Nationalspieler trauen Trainer Thorsten Fink und Arnesen diese Rolle zu. Badelj soll in Hamburg einen Dreijahresvertrag erhalten.

Leichtathletik, Dopingsperren: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Dopingsperre für sechs indische Leichtathletinnen von einem auf zwei Jahre erhöht. Die Richter damit einer Forderung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF nach einer härteren Strafe. Unter den Dopingsündern ist auch Ashwini Akkunji, die bei den Asien Spielen 2010 im chinesischen Guangzhou Gold mit der 4x400-m-Staffel und über 400 m Hürden gewonnen hatte. Die Läuferinnen wurden vergangenen Sommer positiv auf Anabolika getestet, hatten ihre Unschuld beteuert und verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel verantwortlich gemacht. Die Welt-Antidopingagentur WADA sah keine Anzeichen für absichtliches Doping und sprach damals eine verkürzte Sperre aus. Im Regelfall ist für ein erstes Dopingvergehen eine Sperre von zwei Jahren vorgesehen. Im Zuge der Affäre wurde bereits im Sommer der ukrainische Trainer der Athletinnen, Juri Ogorodnik, entlassen. Er war als Schuldiger für die positiven Proben ausgemacht worden.

Marko Marin, Chelsea: Erfolgserlebnis für Marko Marin bei seinem neuen Klub FC Chelsea: Der frühere Bremer erzielte in einem Testspiel des Champions-League-Siegers beim US-Klub Seattle Sounders sein erstes Tor im Dress der Blues. Beim 4:2 der Londoner erzielte der 23 Jahre alte Ex-Bremer in der 39. Spielminute das Tor zum zwischenzeitlichen 3:2. Neben Marin avancierte vor 53.300 Zuschauern im Century Field der Belgier Romelu Lukaku mit einem Doppelpack (2./43.) zum Matchwinner, außerdem traf Eden Hazard (10.) für Chelsea. "Wir wollten gute Kombinationen zeigen, langsam unsere neuen Spieler integrieren und die jungen Talente beobachten, die uns in Zukunft helfen wollen", sagte Chelsea-Teammanager Roberto Di Matteo. Chelsea wird zur Saisonvorbereitung auf seiner US-Tour drei weitere Testspiel bestreiten, am Sonntag folgt zunächst ein Duell mit Paris St. Germain im New Yorker Yankee Stadium, anschließend stehen Spiele gegen Philadelphia und den AC Mailand an.

NBA, Jeremy Lin: Der Wechsel des kleinen Regisseurs von den New York Knicks zum zweimaligen NBA-Champion Houston Rockets ist perfekt. Der 23 Jahre alte Lin erhält bei den Texanern einen Vertrag bis 2015 und kassiert in den kommenden drei Jahren 25 Millionen Dollar (umgerechnet 20,4 Millionen Euro). Allein in seinem dritten Vertragsjahr bezieht Lin von seinem neuen Arbeitgeber 14,8 Millionen Dollar (umgerechnet 12,1 Millionen Euro). Weil die New Yorker Lin bis Mitternacht kein ebenso gut dotiertes Angebot gemacht hatten, konnte der Wechsel vollzogen werden. Hätten die Knicks mit der Offerte der Rockets gleichgezogen, hätte der Klub eine Luxussteuer wegen zu hoher Personalkosten zahlen müssen. Als Ersatz für Lin nahmen die Knicks Raymond Felton von den Portland Trail Blazers unter Vertrag.

Tennis in Hamburg: Tennisprofi Tommy Haas steht beim Heimspiel in Hamburg nach einem Erfolg über Vorjahressieger Gilles Simon im Viertelfinale. Der 34-Jährige bezwang den französischen Weltranglisten-Zwölften am Mittwoch mit 4:6, 6:3, 6:4. Trotz der Unterstützung der rund 3500 Zuschauer am Hamburger Rothenbaum konnte er den Rückstand nicht aufholen. Im zweiten Satz funktionierte das Spiel des Weltranglisten-49. besser. Nicht zuletzt dank seiner clever eingestreuten Stoppbälle gelangen ihm drei Breaks. Im dritten Satz verwandelte er direkt seinen ersten Matchball. In der Runde der besten Acht trifft Haas am Freitag auf den Bayreuther Florian Mayer, der den Niederländer Robin Haase in zwei Sätzen (6:2 und 6:1) besiegte. Zuletzt hatte Haas 1999 das Viertelfinale bei dem Sandplatz-Turnier am Rothenbaum erreicht. In diesem Jahr erhielt der gebürtige Hamburger, derzeit die Nummer 48 der Tennis-Welt, von Turnierdirektor Michael Stich eine Wildcard.

VfL Wolfsburg, Naldo: Der bereits als perfekt vermeldete Transfer des Brasilianers Naldo vom Fußball-Bundesligisten Werder Bremen zum VfL Wolfsburg droht doch noch zu platzen. Wolfsburgs Trainer und Manager Felix Magath legte den Transfer vorerst auf Eis, nachdem beim Medizincheck Zweifel an der Bundesliga-Tauglichkeit des Brasilianers auftraten. "Wir arbeiten weiter daran, den Spieler zu verpflichten", sagte Magath: "Aber aufgrund der Verletzungsprobleme des Spielers in der letzten Saison ist eine eingehende Untersuchung von Naldo einfach notwendig. Im Interesse des VfL Wolfsburg können wir zum jetzigen Zeitpunkt die Verträge so nicht unterschreiben." Naldo, der am Mittwoch in Wolfsburg vorgestellt werden sollte, hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit langwierigen Knie-Problemen zu kämpfen. In Wolfsburg soll er einen Vierjahres-Vertrag unterzeichnen.

Tennis; Mona Barthel: Mona Barthel hat beim WTA-Turnier im schwedischen Bastad das Viertelfinale erreicht. Die 21-Jährige aus Bad Segeberg gewann in der Runde der letzten 16 gegen Kateryna Bondarenko (Ukraine) nach rund 85 Minuten mit 6:2, 7:5. Im Viertelfinale trifft die an Nummer sieben gesetzte Barthel, die in der Weltrangliste an Position 41 steht, auf Arantxa Rus (Niederlande) oder Sofia Arvidsson (Schweden) Im Anschluss traf die an Nummer zwei gesetzte Julia Görges (Bad Oldesloe) bei der mit 220.000 Dollar dotierten Veranstaltung auf die Slowenin Polona Hercog.

Zwölf Millionen für Luuk de Jong

Borussia Mönchengladbach, Luuk de Jong: Der teuerste Transfer in der Vereinsgeschichte des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach ist seit Mittwoch perfekt. Der niederländische Nationalstürmer Luuk de Jong erhält nach Borussia-Angaben einen Fünfjahresvertrag bis 30. Juni 2017. Dem Vernehmen nach soll der fünfmalige deutsche Meister rund zwölf Millionen Euro Ablösesumme an Twente Enschede zahlen. De Jong erzielte in den beiden vergangenen Spielzeiten in der niederländischen Ehrendivision in 75 Spielen für Twente 39 Tore. In der niederländischen Nationalmannschaft kam er bisher in sieben Länderspielen zum Einsatz (ein Tor). "Wir freuen uns sehr, dass der Transfer nun endlich über die Bühne ist und Luuk am Freitag mit ins Trainingslager am Tegernsee reisen kann", sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl. "In Luuk de Jong bekommen wir einen hochtalentierten Angreifer, der trotz seiner erst 21 Jahre schon reichlich internationale Erfahrung mit dem FC Twente und der niederländischen Nationalmannschaft gesammelt hat."

SC Freiburg, Transfer: Der Wechsel des norwegischen Profis Vegar Eggen Hedenstad von Stabaek IF zum Fußball-Bundesligisten SC Freiburg ist perfekt. "Mit Vegar Eggen Hedenstad haben wir den Spieler gefunden, der uns auf den Außenpositionen der Abwehrreihe weiterhelfen kann. Er gilt in Skandinavien als großes Talent mit beachtlicher Liga-Erfahrung von 96 Einsätzen und bekommt bei uns die Chance, sich in der Bundesliga weiterzuentwickeln", erklärte Freiburgs Sportdirektor Dirk Dufner in einer Mitteilung des Vereins am Mittwoch. Einen Tag zuvor hatte der Verein der Nachrichtenagentur dapd noch gesagt, man warte auf "letzte Unterlagen". Der 21 Jahre alte Rechtsverteidiger Hedenstad debütierte bereits mit 16 Jahren beim Erstligisten Stabaek und lief 2012 zweimal in der Nationalmannschaft der Norweger auf. "Wir freuen uns, dass ein von uns entwickelter Spieler es in die Bundesliga schafft", erklärte Stabaeks sportlicher Leiter Inge Andre Olsen auf der Website der Skandinavier.

FC Chelsea, Transfer: Champions-League-Sieger FC Chelsea steht kurz vor der Verpflichtung des brasilianischen Fußball-Talents Oscar. Der offensive Mittelfeldmann war am Dienstag mit der brasilianischen Olympia-Mannschaft in London eingetroffen und absolvierte umgehend einen Medizincheck bei den Blues. Die britischen Medien spekulieren über eine Ablöse von umgerechnet knapp 32 Millionen Euro für den 20 Jahre alten Supertechniker vom SC Internacional. Oscar hat bislang 70 Spiele mit 19 Toren für den Klub aus der südbrasilianischen Stadt Porto Alegre bestritten und ist auf dem Weg, die Nummer 10 der Selecao bei der WM-Endrunde 2014 im eigenen Land zu werden. Dagegen scheint der Wechsel von Nationalmannschaftskollege Lucas, der ebenfalls Teil der brasilianischen Olympia-Mannschaft ist, zu Manchester United zu platzen. Sein Arbeitgeber FC Sao Paulo lehnte am Dienstag ein Angebot in Höhe von umgerechnet 38 Millionen Euro ebenso ab wie zuvor schon die von Inter Mailand offerierten 25 Millionen Euro.

Juan, Transfer: Nach zehn Jahren Europa, davon fünf beim Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, ist der frühere brasilianische Fußball-Nationalspieler Juan in seine Heimat zurückgekehrt. Der zuletzt für den italienischen Erstligisten AS Rom tätige Innenverteidiger unterschrieb am Dienstag bei SC Internacional aus der südbrasilianischen Stadt Porto Alegre einen Zweijahres-Vertrag mit Option auf eine weitere Spielzeit. Bei seiner offiziellen Vorstellung gab der 33-Jährige den Gewinn der brasilianischen Meisterschaft als oberstes Ziel aus, einen Titel, den Inter, immerhin Klub-Weltmeister von 2006, zuletzt 1979 gewonnen hatte. Juan bestritt für Bayer zwischen 2002 und 2007 139 Bundesligapartien und war insgesamt 82-mal für die Selecao aktiv, mit der er je zweimal die Copa America und den Confed Cup gewann.

Basketball, FC Bayern: Basketball-Bundesligist Bayern München rüstet seinen Kader für die neue Saison weiter auf. Der Israeli Yotam Halperin (28), Kapitän der Nationalmannschaft, kommt vom russischen Spitzenteam Spartak St. Petersburg nach München. Der Amerikaner Tyrese Rice (26) wurde wie zuvor schon Lawrence Roberts vom litauischen Klub Lietuvos Rytas verpflichtet. Beide Spieler, die auf den Guard-Positionen einsetzbar sind, erhalten einen Einjahresvertrag. "Yotam und Tyrese waren unsere Wunschspieler auf diesen Positionen. Sie verfügen nicht nur über großes basketballerisches Können und eine enorme Erfahrung, sie haben zudem die Führungsqualitäten, die wir auf den Guard-Positionen gesucht haben", sagte Bayern-Sportdirektor Marko Pesic.

Fußball in Frankreich: Der schwedische Stürmer Zlatan Ibrahimovic wechselt wie erwartet vom AC Mailand zum französischen Vizemeister Paris Saint-Germain. Das gab PSG-Sportdirektor Leonardo bekannt. "Wir haben eine Vereinbarung getroffen. Er wird am Mittwoch morgen seinen Medizincheck absolvieren", sagte der 42-Jährige. Die offizielle Verkündung soll um 15.00 Uhr auf einer Pressekonferenz stattfinden. Für Ibrahimovic, der bei der EM in Polen und der Ukraine als Kapitän für die schwedische Nationalmannschaft aufgelaufen war, stehen 23 Millionen Euro Ablöse im Raum. Ibrahimovic folgt seinem Teamkollegen Thiago Silva. Der 27 Jahre alte Brasilianer hatte am Samstag einen Fünfjahresvertrag in Paris unterschrieben. Die Ablösesumme soll Medienberichten zufolge 40 Millionen Euro betragen.

Tennis, Bastad: Nach Mona Barthel hat auch Julia Görges die erste Runde beim WTA-Turnier im schwedischen Bastad überstanden. Die an Nummer zwei gesetzte Bad Oldesloerin gewann am Dienstag 6:2, 6:2 gegen die Tschechin Barbora Zahlavova-Strycova. Die an Nummer sieben gesetzte Barthel war bereits am Montag in das Achtelfinale des mit 220 000 Dollar dotierten Sandplatzturniers eingezogen. Ausgeschieden sind am Dienstag die deutschen Qualifikantinnen Annika Beck und Carina Witthöft. Beck unterlag der an Nummer sechs gesetzten Tschechin Klara Zakopalova nach starker Gegenwehr 6:2, 3:6, 4:6, Witthöft verlor 2:6, 6:7 (5:7) gegen Katerina Bondarenko. Die Ukrainerin ist nächste Gegnerin von Barthel.

© Süddeutsche.de/sid/dpa/dapd/jbe
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