„Marco Odermatt – meine Welt“ ist ein Buch mit besonderen Kanten, harter Schale und weichem Kern. Die Biografie kommt außergewöhnlich daher, in einem Karton mit zehn Heften zum Herausnehmen. Im Zusammenspiel mit den Journalisten Christof Gertsch und Mikael Krogeros geht es tief hinein in die schneebedeckte Welt des seit Jahren weltbesten alpinen Skirennläufers aus der Schweiz. Die detaillierten Skizzen seines Vaters machen greifbar, welche privaten Investitionen notwendig sind, um seinem Kind eine Skiprofikarriere zu ermöglichen: bis zu 30 000 Franken im Jahr – und viel Elternschweiß.
In einem Buchteil werden seine Lieblingsskigebiete (Langmattli, Engelberg, Klewenalp), seine Leibspeisen (Risotto, Fertigrösti, Lammracks) und sein Muskeltraining (Frontkniebeuge mit Langhantel, Kraftreißen) durchleuchtet, ein Heft erklärt Odermatts Freundschaft zu Konkurrent Aleksander Aamodt Kilde. Mit literarischem Anspruch muss man weniger rechnen, dafür mit einer ungewöhnlichen Perspektive auf Odermatt, der Tagebuch führt und Auszüge davon preisgibt. Die handschriftlichen Originale von Renntagen am Lauberhorn sind doppelseitig abgedruckt. Erkenntnis: Odermatt schreibt am Skiberg in Schönschrift.
Christof Gertsch, Mikael Krogerus: Marco Odermatt – Meine Welt. 300 Seiten. Wörterseh Verlag. 59,90 Schweizer Franken.
Weitere Titel:
Christoph Biermann: Die Tabelle lügt immer. Über die Macht des Zufalls im Fußball. 288 Seiten. Kiepenheuer und Witsch. 18 Euro.
Hartmut Scherzer (Hrg.): Die ersten schwarzen Champions. Von Jack Johnson bis Malaika Mihambo. 240 Seite. Arete-Verlag. 26,00 Euro.
Jean-Marie Magro: Radatouille. Meine Tour de France zu Burgund, Baguette und Banlieues. 320 Seiten. dtvVerlagsgesellschaft, 15 Euro.
Gianluigi Buffon: Vom Hinfallen und Aufstehen. 288 Seiten. Verlag Die Werkstatt. 24,90 Euro.
