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Sport - Potsdam:Wegen Corona: Sportvereine verlieren Geld und Mitglieder

Brandenburg
Ein Hinweisschild zur Schließung einer Sporthalle hängt am Eingang. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Potsdam (dpa/bb) - Die Corona-Krise hat Brandenburgs Sportvereine wegen der Spiel- und Trainingspause Mitglieder und Geld gekostet. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Finanzielle Schäden in den Vereinen sind definitiv da. Etwa durch ausgefallene Veranstaltungen, fehlende Zuschauereinnahmen oder Sponsorenverluste", sagte der Sprecher des Landessportbundes, Fabian Klein. Im Sportbund sind 3000 Vereine mit über 355 000 Mitgliedern organisiert. Die Höhe der Verluste könne derzeit noch nicht beziffert werden, es gebe aber Vereine, die durch die Krise in ihrer Existenz bedroht seien. Dafür habe der Landessportbund zunächst zwei Hilfspakete mit initiiert.

Brandenburgs größter Sportverein mit derzeit 5100 Mitgliedern, der SC Potsdam, wird seinen finanziellen Schaden wohl erst im kommenden Jahr beziffern können, wie Vereinssprecherin Jana Fiedler sagte. "Wir haben Unterstützung der Stadt und des Landes sowie des Landessportbundes und staatliche Förderungen erhalten", berichtete die Sprecherin. Diese Förderungen reichten nach derzeitiger Berechnung aber nicht.

Durch Trainingsausfall verzeichnet der Verein auch einen Mitgliederschwund. "Der Verein wird bis zum Jahresende 500 bis 800 Mitglieder verlieren", schätzte Fiedler. Neuaufnahmen könnten in vielen Bereichen derzeit nicht bearbeitet werden aufgrund der begrenzten Kapazitäten durch die Corona-Maßnahmen.

"Natürlich gab es Mitglieder, die ihre Beiträge wegen Corona nicht mehr bezahlen wollten oder nicht mehr konnten", sagte Thomas Krieglstein, Geschäftsführer des Kreissportbundes Ostprignitz-Ruppin. 165 Sportvereine sind dort organisiert. Viele von ihnen seien Mitgliedern in finanziellen Nöten entgegengekommen. Der Kreissportbund habe Vereinen mit Problemen eine Stundung ihrer Abgaben angeboten. Nicht nachvollziehbar war für Krieglstein, dass der Schulsport bereits wieder erlaubt worden sei, der Breitensport am Nachmittag nach der Schule aber nicht.

Selbst kleine Sportvereine auf dem Land, wie etwa der Fußballverein BSV Schwarz-Weiß Zaatzke (Ostprignitz-Ruppin), haben in der Krise finanzielle Einbußen gehabt. "Wir konnten kein Bier und keine Bockwurst mehr verkaufen", berichtete Vorstandsmitglied Robert Drobniecki. Wegen der coronabedingten Haushaltssperre der Gemeinde Heiligengrabe sei auch der Umbau des Vereinshauses nicht vorangekommen. Außerdem seien Sponsoren wegen der Krise nicht mehr so freigiebig. Immerhin laufe der Spielbetrieb nun wieder an. Seit zwei Wochen könne wieder voll trainiert werden. "Darüber sind wir auch alle voll happy und hoffen, dass es weiter so geht", sagte Drobniecki.

Weniger erfreut waren bisher die Vereine, die in Hallen Sport treiben. "Es ist aktuell vor allem bei den Sportvereinen, die Indoor-Sportarten mit Körperkontakt anbieten, eine große Unzufriedenheit auszumachen", sagte Klein. Warum Aktive, die älter als 27 Jahre sind, vom Sporttreiben ausgeschlossen wurden, sei nicht mehr erklärbar. Mit der neuen Corona-Verordnung seit diesem Freitag können Fußballer, Handballer und Ringer über 27 wieder in Hallen trainieren. Für Mannschaftssport wie Fußball sind bis zu 30 Teilnehmer erlaubt, für individuellen Sport wie Ringen bis zu fünf.

Beim SC Potsdam bleibt es in vielen Bereichen wie beispielsweise dem Schwimmen problematisch. "Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen innerhalb der Sportgruppen durch die coronabedingten Teilnahmeregeln, können nicht alle Sportler trainieren, geschweige denn neue Mitglieder aufgenommen werden", erklärte Fiedler. Demnach entstünden Wartezeiten für verschiedene Bereiche, selbst für Mitglieder.

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