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Sport kompakt:Zurück zur Badehose

Schwimm-Verband will High-Tech-Anzüge 2010 verbieten, Bayern-Stürmer Olic fällt aus, die Liverpool-Fans wollen ihren Klub übernehmen, 1860 München verpflichtet Djokaj. Sport kompakt

Raus aus den Wunderanzügen, wieder rein in die Badehosen und Badeanzüge: Die umstrittenen High-Tech-Anzüge im Schwimmsport werden ab 1. Januar 2010 der Vergangenheit angehören. Das entschied der Kongress des Weltverbandes FINA am Freitag am Rande der WM in Rom. Demnach werden ab 2010 nur noch Badehosen und Badeanzüge in Textil bis oberhalb der Knie erlaubt sein. Bei den Frauen müssen die Anzüge schulterfrei sein. Statt der zunächst angedachten Lösung mit einer Hälfte Textil und einer aus Polyurethan, entschied sich der FINA-Kongress für die komplette Stoff-Lösung. Damit gehört das Wettrüsten im Schwimmen der Vergangenheit an. Bei den Athleten und Trainern stößt die Entscheidung auf Zustimmung. "Das ist das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben", sagte Bundestrainer Dirk Lange.

Bald wieder nur mit Badehose: Schwimmer Paul Biedermann.

(Foto: Foto: AP)

Für Bayern Münchens Neuzugang Ivica Olic könnte der Bundesligastart am 8. August in Hoffenheim ins Wasser fallen. Der Stürmer, den der deutsche Fußball-Rekordmeister vom Hamburger SV verpflichtet hat, zog sich zum Abschluss des Trainingslagers der Bayern in Donaueschingen eine Bänderzerrung im rechten Knie zu. Dies ergab eine eingehende Untersuchung am Freitag in München. Der 29 Jahre alte Kroate muss auf jeden Fall fünf Tage mit dem Training pausieren und fällt voraussichtlich zwei Wochen aus. Die medizinische Abteilung der Münchner hat aber noch die Hoffnung, dass Olic bis zum ersten Punktspiel wieder voll einsatzfähig ist.

Der Volleyball-Weltverband FIVB hat die Brasilianerin Daniela Lanner Mapeli vom deutschen Vizemeister Rote Raben Vilsbiburg wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen für drei Monate gesperrt. Die 33-Jährige wurde bei einer Kontrolle bei der Finalrunde des europäischen CEV-Cups am 14. März auffällig, sie hatte ein Medikament gegen Grippe mit der verbotenen Substanz Isometheptene eingenommen. Die Sperre wird ab dem 22. Juli gerechnet. Der Verein will sich erst am Montag zu dem Fall äußern, vermutlich wird die Top-Mittelblockerin aber beim deutschen Meister von 2008 und Pokalsieger bleiben. In Novara/Italien hatte Vilsbiburg im Halbfinale 2:3 gegen NTMK Jekaterinenburg verloren und Rang vier belegt.

Auch vom Drei-Meter-Brett gab es nichts zu holen, nun kann nur noch das Synchron-Duo Patrick Hausding und Sascha Klein die deutschen Wasserspringer vor dem ersten medaillenlosen Großereignis seit der Wiedervereinigung bewahren. Als Vorkampf-Zweiter geht das Duo bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom in die Entscheidung vom Turm an diesem Samstag (13.00 Uhr). Im Synchron-Springen vom Drei-Meter-Brett verpassten Katja Dieckow (Halle/Saale) und Nora Subschinski (Berlin) als Neunte beim Sieg der chinesischen Titelverteidiger und Olympiasieger Guo Jingjing/Wu Minxia die erhoffte Medaille.

Das noch nicht nachweisbare Dopingmittel Geref erschüttert mitten in der Tour de France, der Schwimm-WM in Rom und im Vorfeld der Leichtathletik-WM in Berlin (15.-23. August) erneut die Glaubwürdigkeit des Hochleistungssports. "Geref ist ein ernstes Problem. Es führt zu enormen Leistungssteigerungen", erklärte David Howman, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA in einem Bericht des ARD-Magazins Monitor. Offenbar ist das Mittel seit zehn Jahren bekannt und seit zwei Jahren verstärkt im Einsatz. Howman zeigte sich besorgt, da dieses Mittel von Athleten offenbar ohne jede Angst vor Konsequenzen genommen werden kann. "Ich habe gelernt geduldig zu sein. Ein Nachweisverfahren muss vor Gericht standhalten und deshalb kostet es Zeit", meinte der Wada-Direktor, dessen Institution ein Nachweisverfahren bisher noch nicht in Auftrag gegeben hat.

Nach dem Motto "Alle Macht den Fans" planen die Anhänger des FC Liverpool die Übernahme ihres Klubs. Zu diesem Zweck sollen weltweit rund 100.000 solvente Liverpool-Fans und ein kommerzieller Partner gefunden werden, die gemeinsam den derzeitigen Klubbesitzern den Verein für bis zu 500 Millionen Pfund (675 Millionen Euro) abkaufen. Den Anstoß zu der ungewöhnlichen Aktion gab offenbar die wachsende Unzufriedenheit der Liverpooler mit den derzeitigen Klubeigentürmern George Gillett und Tom Hicks. Die beiden Amerikaner hatten den fünfmaligen Landesmeister-Cupgewinner Anfang 2007 für 220 Millionen Pfund (300 Millionen Euro) erworben. Die Fans sehen ihre Reds zunehmend nur noch als Spielball profitorientierter Investoren.

Fußball-Zweitligist TSV 1860 München hat den Offensiv-Spieler Ardijan Djokaj verpflichtet. Der 30-Jährige, der zuletzt beim Liga-Konkurrenten TuS Koblenz spielte, komme ablösefrei und erhalte einen Einjahresvertrag, teilten die "Löwen" am Freitag mit. "Charakterlich passt er top zu uns, und ich hoffe, dass er uns mit seiner großen Erfahrung weiterhilft", sagte 1860-Sportdirektor Miroslav Stevic. Djokaj konnte im Trainingslager der "Löwen" überzeugen und war auch in mehreren Testspielen zum Einsatz gekommen.

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