Sport kompakt:Wenger pöbelt nach Arsenal-Aus

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Wegen seiner erneuten Schiedsrichterschelte nach dem Spiel gegen Milan droht Arsène Wenger eine Strafe, Chelsea gewinnt das erste Spiel nach der Trainerentlassung, Mertesacker hofft auf die EM und steht in Kontakt zu Podolski wegen dessen möglichem Wechsel nach London, Nowitzki besiegt die NY Knicks. Sport kompakt.

Fußball, FC Arsenal: Trainer Arsene Wenger droht erneut eine Strafe seitens der Uefa. Nach dem 3:0-Sieg gegen den italienischen Meister AC Mailand im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstagabend soll Wenger den slowenischen Schiedsrichter Damir Skomina beleidigt und dessen Leistung als "Schande" bezeichnete haben. Der Franzose soll sich über die zahlreichen Freistoßentscheidungen gegen die Gunners und die kurze Nachspielzeit von nur drei Minuten aufgeregt haben. Nach dem 0:4 in Mailand hätten die Londoner noch einen Treffer zum Erreichen der Verlängerung benötigt. Schiedsrichter Skomina soll den Vorfall in den Spielbericht eingetragen haben. Wenger war bereits im Achtelfinal-Aus gegen den FC Barcelona in der Vorsaison ausfallend gegenüber den Offiziellen geworden und daraufhin für eine Partie auf die Tribüne verbannt worden. Die Sperre wurde um zwei weitere Partien verlängert, da ihm vorgeworfen wurde, in dieser Partie unerlaubt mit der Bank kommuniziert zu haben.

Arsenal's manager Wenger reacts during their Champions League last 16 second leg soccer match against AC Milan at the Emirates Stadium in London

Immer engagiert - manchmal zu sehr: Arsenal Trainer Arsène Wenger. 

(Foto: Reuters)

Fußball, England: Interimstrainer Roberto Di Matteo hat ein erfolgreiches Pflichtspieldebüt beim FC Chelsea gefeiert. Die Londoner zogen am Dienstag mit einem 2:0 (0:0)-Sieg beim Fußball- Zweitligisten Birmingham City in das Viertelfinale des FA-Cups ein. In der ersten Partie nach der Entlassung von Coach Andre Villas-Boas erzielten Juan Mata (54. Minute) und Raul Meireles (60.) die Treffer für Chelsea. Mata vergab per Foulelfmeter (69.) im Wiederholungsspiel die frühe Entscheidung. Zu Hause hatte der sechsmalige FA-Cup-Sieger nur ein 1:1 gegen Birmingham erreicht. In der Runde der besten Acht trifft der Premiere-League- Club am 17. oder 18. März auf den Zweitligisten Leicester City.

Basketball, NBA: Dank einer starken Leistung von Dirk Nowitzki in der Schlussphase haben die Dallas Mavericks ihr Heimspiel gegen die New York Knicks mit 95:85 (50:44) gewonnen. Der Würzburger erzielte in den letzten knapp fünf Minuten der Begegnung neun Punkte und trug damit entscheidend zum Erfolg bei. Mit insgesamt 28 Zählern war Nowitzki am Dienstag (Ortszeit) erfolgreichster Korbjäger auf dem Parkett. "Nachdem ich den Rhythmus in der zweiten Hälfte gefunden hatte, habe ich die Bälle gesucht", sagte der 33-Jährige anschließend. Amare Stoudemire, New Yorks an diesem Abend mit 26 Punkten erfolgreichster Korbjäger, musste eingestehen: "In der ersten Hälfte haben wir einen super Job gegen Nowitzki gemacht und ihn nicht zur Entfaltung kommen lassen. In der zweiten jedoch hatte er ein wenig viel Freiräume. Aber er hat eben auch stark gespielt." Nach 23 Siegen bei 40 Spielen liegen die Mavericks derzeit auf dem sechsten Platz in der Western Conference.

Fußball, Per Mertesacker: Arsenals Abwehrspieler rechnet weiter fest mit seinem Einsatz bei der EM im Sommer. "Ich bin froh, wie es jetzt gelaufen ist. Ich bin ganz gut dabei, darf die meiste Zeit in Deutschland bleiben", sagte der Innenverteidiger am Dienstag beim Pay-TV-Sender Sky über die Reha nach einer Knöcheloperation im Februar. "Ich hoffe, dass ich diese Saison noch spielen kann." Mertesacker berichtete über einen Kontakt zu seinem DFB-Kollegen Lukas Podolski, der zuletzt mit einem möglichen Wechsel zu den Londonern im Sommer in Verbindung gebracht worden war. "Er war sehr interessiert in den letzten Wochen, hat mir die ein oder andere SMS geschrieben", sagte der frühere Bremer. Er könne sich "vorstellen, dass ich ihm in die positive Richtung zugesprochen habe." Fix sei ein Transfer Podolskis vom 1. FC Köln zu Arsenal aber noch nicht. "Mich hat noch keiner informiert, auch Lukas hat mich noch nicht angerufen", sagte Mertesacker.

Fußball, Fifa: Die Empörung der brasilianischen Regierung über die kritischen Äußerungen von Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke über den Stand der Vorbereitungen zur WM 2014 hat Wirkung gezeigt. Am Dienstag entschuldigte sich Joseph S. Blatter höchstpersönlich bei den Südamerikanern. "Mein einziger Kommentar bezüglich dieser Angelegenheit ist, mich bei all jenen, die in ihrer Ehre und ihrem Stolz verletzt wurden, vor allem der brasilianischen Regierung und Präsidentin Dilma Rousseff, zu entschuldigen", hieß es in einem an Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo adressierten Brief. Zwischen der Fifa und Brasilien war es nach Aussagen von Valcke zum Streit gekommen. Dieser hatte am Freitag erklärt, die Organisatoren bräuchten einen "Tritt in den Hintern". "Es tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber es funktioniert nicht in Brasilien. Die Stadien sind nicht im Zeitplan, und warum hinken sie bei vielen Dingen so hinterher? Es gibt auch nicht überall ausreichend Hotels", mahnte Valcke, der aber gleichzeitig versicherte, dass es "keinen Plan B" für ein Alternativ-Gastgeberland gebe.

Bundesliga, Bayern München: Zumindest ein Problem scheint sich bei Rekordmeister Bayern München inmitten der sportlichen Krise schnell zu lösen: Nach rund vierwöchiger Verletzungspause ist "Regisseur" Bastian Schweinsteiger am Dienstag ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der 27-Jährige absolvierte am Nachmittag einen Teil der rund eineinhalbstündigen Einheit im Kreise seiner Kollegen, bevor er individuell im Kraftraum trainierte. Ab Mittwoch soll der Mittelfeldspieler wieder voll ins Mannschaftstraining integriert werden. Ob Schweinsteiger beim Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim wieder in den Kader zurückkehrt, ist allerdings noch offen. Der Nationalspieler hatte sich im DFB-Pokalspiel beim VfB Stuttgart Anfang Februar in einem Zweikampf eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen und musste anschließend zwei Wochen Gips tragen. Bereits am Montag hatte Schweinsteiger einem ersten Belastungstest standgehalten.

Fußball, Werder Bremen: Torjäger Claudio Pizarro will noch diesen Monat über eine mögliche Vertragsverlängerung in Bremen entscheiden. "Die Entscheidung fällt im März", sagte der 33-Jährige der Kreiszeitung Syke. Demnach ist eine Verlängerung bis 2014 oder 2015 möglich, obwohl Pizarro im Sommer die Möglichkeit hätte - etwa beim Verpassen des Europapokals - seinen noch bis 2013 gültigen Vertrag zu kündigen. Clubchef Klaus Allofs geht davon aus, dass der erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesliga-Historie seinen Verbleib nicht nur vom Erreichen des Europapokals abhängig macht. "Die Europa League ist kein K.o.-Kriterium für Claudio. Die Entscheidung muss doch sowieso fallen, wenn wir noch gar nicht wissen, wo die Reise hingeht", sagte Allofs. Zudem konnte Sebastian Prödl anderthalb Monate nach seinen schweren Gesichtsverletzungen sein Comeback geben. Prödl spielte am Dienstagabend beim 7:1 (5:0) der Bremer in einem Testspiel beim niedersächsischen Sechstligisten Eintracht Lüneburg 90 Minuten lang durch und trug von der 63. Minute an auch die Kapitänsbinde. Prödl hatte sich vor 45 Tagen im Spiel beim 1. FC Kaiserslautern das Joch- und Nasenbein sowie den Oberkiefer gebrochen.

Eishockey, NHL: Zwei Tage nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen die New York Rangers haben die Boston Bruins mit dem deutschen Nationalspieler Dennis Seidenberg einen 5:4 (1:1, 4:2, 0:1)-Erfolg gegen die Toronto Maple Leafs in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL gefeiert. Bester Spieler bei Boston am Dienstag (Ortszeit) in Toronto war Tyler Seguin mit zwei Treffern sowie zwei Torvorlagen. Seidenberg stand insgesamt knapp 22 Minuten auf dem Eis und erhielt im zweiten Drittel nach einer Prügelei mit Gegenspieler Colby Armstrong eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe. Nach 39 Siegen in 65 Spielen belegt Boston den zweiten Platz in der Eastern Conference.

Eishockey, DEL: Die Straubing Tigers haben im Kampf um den Einzug ins Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) einen überraschenden Rückschlag kassiert. Die Bayern verloren am Dienstag beim Tabellenletzten Hannover Scorpions mit 2:3 und sind zwei Spieltage vor Schluss mit 77 Punkten weiter Siebter hinter den DEG Metro Stars (78). Die ersten Sechs qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, die Teams auf den Rängen sieben bis zehn müssen in die Vorplayoffs. Hannover bleibt auch nach dem zweiten Sieg in Serie auf dem 14. Rang.

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